(openPR) Titus Dittmann und Torben Oberhellmann überzeugten sich jetzt vor Ort: Die Hilfe ihrer Entwicklungsinitiative skate-aid kommt in den Slums und Krisengebieten von Tansania, Uganda und Kenia an. Und bringt Hoffnung in das Leben von Kindern und Jugendlichen, die sonst wenig zu lachen haben.
Zu einer 14-tägigen Ostafrikareise hatten sich die skate-aid Vorstände Titus Dittmann und Torben Oberhellmann aufgemacht. In Begleitung eines Filmteams, das Material für eine Dokumentation über die Arbeit der weltweit tätigen Titus Dittmann Stiftung und ihrer Initiative skate-aid sammelt.
Lichtblicke für Uganda
Erste Station: Das skate-aid Projekt in Ugandas Hauptstadt Kampala, mitten im Slum von Kitintale. Dort errichtete die „Uganda Skateboard Union“ vor einiger Zeit einen bescheidenen Skatepark. In Kooperation mit skate-aid wird die stark renovierungsbedürftige Anlage jetzt aufgebessert. Beim Besuch wurde auch der Grundstein für ein kleines Vereinshaus gelegt. Hier sollen zukünftig Workshops angeboten und Skateboards sicher gelagert werden. Und es gibt eine bescheidene Schlafstätte für Skateboard-Touristen, die das Projekt besuchen und unterstützen wollen. Die Miete fließt direkt in die Arbeit vor Ort. „Genau das ist unser Weg“, erklärt Dittmann die skate-aid Strategie „wir stellen nicht nur Hilfsgüter und Leistungen zur Verfügung. Wir schaffen die Voraussetzungen, damit unsere Partner vor Ort eigenverantwortlich agieren und die fortlaufende Finanzierung sichern können“. Demnächst soll sogar ein kleiner Skateshop an der Anlage eröffnen. Die Verkaufserlöse fließen direkt in die Arbeit vor Ort. Damit schafft skate-aid in einem Umfeld, das von Hoffnungslosigkeit und Kriminalität geprägt ist, dringend erforderliche Arbeitsplätze.
Dem Leben mehr Aussicht
Der 22-jährige Douglas Mwesigwa ist für die Slum-Kids und deren Eltern ein Vorbild: Im Sommer 2011 reiste er nach Deutschland. Wurde im skate-aid Büro auf seine Arbeit im Tansania-Projekt vorbereitet. Zweimal reiste er als Skateboard-Trainer nach Tansania, um in der dortigen skate-aid Anlage zu unterrichten. Zudem finanziert skate-aid seine Schulbildung bis zum Abschluss.
„Das zeigt den Kids und Eltern, dass unsere Arbeit ihr Leben nachhaltig verbessern kann“, sagt Oberhellmann, Leiter der Afrikaprojekte bei skate-aid. „Die Eltern kommen zu uns und wollen ihre Kinder zum Training anmelden“, berichtet der 29-Jährige. Weil die Kapazität der Anlage ausgereizt ist, gibt es aktuell einen Aufnahmestopp. Darum will skate-aid, sobald die Spendensituation es zulässt, den Skatepark erweitern.
Freude am Wettbewerb
Oberhellmann und Dittmann organisierten bei ihrem Besuch einen Skateboard-Wettbewerb. „23 Fahrer nahmen teil und rund 700 Zuschauer feierten die Kids“, berichtet Dittmann, der die Gewinnerpreise im Fluggepäck transportierte. Das Coesfelder Textilunternehmen Ernsting’s Family hatte T-Shirts und Skateboards gespendet. Außer sich vor Freude, räumte der 21-jährige Farook einen ganz besonderen Preis ab: Er gewann eine Reise nach Tansania, wo er als Skateboardtrainer für skate-aid eingesetzt wird. Direkt nach dem Wettbewerb fing es an, wie aus Eimern zu regnen. „Ein gutes Zeichen, wie alle sagten“, berichtet Oberhellmann, denn die Ugander warteten seit drei Monaten auf Wasser von oben.
Friedliche Freizeit in Tansania
Weiter ging es Richtung Tansania. In das Slumgebiet der Hauptstadt Dodoma. Im Joint Venture mit den Organisationen Don Bosco und CV-Afrika-Hilfe hat skate-aid hier einen Beton-Skatepark an einem Ausbildungszentrum gebaut. Der wurde beim Besuch offiziell eröffnet. „Es ist toll zu sehen, wie die Kids aus dem Slum und der Umgebung hier bei einer gemeinsamen Aktivität friedlich zusammentreffen“, sagt Oberhellmann. Selbstverständlich sei das nicht, in einem Umfeld, das von Drogen, HIV, Kriminalität und Hunger geprägt ist.
Mit Respekt in die Zukunft
Erstmalig macht man die Erfahrung, dass die Jüngeren den Älteren etwas beibringen können. „Dass wir mit Skateboarding Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit und Selbstverantwortlichkeit der Kinder fördern möchten, hat man hier noch nicht ganz verstanden, also leisten wir viel Überzeugungsarbeit“, berichtet Dittmann, der gleichzeitig selbst Hand anlegte und erste Risse im Beton flickte und fährt fort: „Unser Ziel ist es, einen für alle Kids zugänglichen Park zu haben, in dem die Skateboarder lernen, sich gegenseitig zu respektieren, Rücksicht zu nehmen und ihre eigenen Regeln des Zusammenskatens zu erarbeiten“. In Kürze sollen weitere Bretter und Zubehör nach Dodoma verschifft werden, damit noch mehr Jugendliche vor Ort aktiv werden können.
Jenseits der Gewalt
In Kenias Hauptstadt Nairobi traf man sich einige Tage später mit den Projektpartnern der „Skateboarding Society of Kenya“ und „Shangilia“. Am Rande des Slumgebiets Kangemi baut Shangilia eine Schule für Waisenkinder. Daran anschließend will skate-aid noch in diesem Jahr einen multifunktionalen Sport- und Skatepark errichten. „Ende 2012 wird in Kenia gewählt, das ging beim letzten Mal mit martialischer Gewalt einher, viele Menschen starben“, darum setzt Oberhellmann alles daran, den Bau noch vor den Wahlen fertig zu stellen. Ganz normaler Alltag, scheint es, in einer Hilfsorganisation, die sich da einsetzt, wo andere gerne wegschauen.
Mehr Informationen
www.skate-aid.org; www.facebook.com/skateaid?ref=ts; http://www.youtube.com/user/skateaidorg











