(openPR) Über 800 Stiftungen sind 2011 neu gegründet worden. Der Stiftungsboom hält damit an, insgesamt fast 19.000 rechtsfähige Stiftungen registriert der Bundesverband deutscher Stiftungen. Nimmt man allerdings alle Rechtsformen des Stiftens zusammen, kommt man auf deutlich über 100.000.
Stiften ist aus verschiedenen Gründen attraktiv. Wer ein wenig Vermögen aber keine Kinder hat, sollte sich früher oder später Gedanken über das Stiften machen. „Stiften kann eine neue Lebensphase begründen, wenn berufliches Engagement oder unternehmerische Verantwortung zurückgefahren werden. Stiften vermittelt dann Lebenssinn, gesellschaftlichen Nutzen und Prestige“, erläutert Stiftungsberater Dr. Wolf Schmidt, der seit 30 Jahren im Stiftungswesen tätig ist. Eine Stiftung kann zum Beispiel auch eine Familie generationsübergreifend zusammenhalten oder als Eigentümerin die Kontinuität eines Unternehmens sichern. Bei kluger Beratung kann Stiften als universelles Instrument für ganz unterschiedliche Herausforderungen gute Dienste leisten. Nicht zuletzt reduziert eigenes Stiften die persönliche Steuerlast um bis zu ca. 45 Prozent.
Stiftungsgründung ist nicht schwer, wenn man denn mindestens 100.000 € Gründungskapital aufbringen kann. Die Stiftungsaufsicht des jeweiligen Bundeslandes berät dabei, ein Rechtsanwalt oder Notar ist dafür nicht erforderlich. Dr. Schmidt mahnt allerdings zur Vorsicht: „Das Stiftungskapital darf nicht angetastet werden, bei aktuell 2 Prozent Verzinsung geben die Erträge meist wenig Spielraum für Stiftungsprojekte. Andererseits haben wir bereits Tausende Stiftungen, die wegen Kapitalmangel langfristig nicht lebensfähig sind. Ich empfehle deswegen auch Zustiftungen in vorhandene Stiftungen, denn die steuerlichen Vorteile sind identisch.“
Rechtsanwälte und Steuerberater, die potentielle Stifter beraten, können an Zustiftungen kaum verdienen, Banken haben primär ihr Geschäft mit dem Stiftungsvermögen im Blick. Für eine Zustiftung die Richtigen zusammenzubringen, erfordert aber Engagement und genaue Kenntnis der Szene. „Ich rate Zustiftern nicht nur Geld zu geben sondern aktiv in eine Stiftung einzusteigen – bis hin zum Vorstandsamt und zu Programm- oder Satzungsänderungen.“ Dr. Schmidt, der lange als Vorstand der Körber-Stiftung für ein großes Vermögen und einen erheblichen Apparat verantwortlich war, ist mittlerweile selbst Stifter und Sprecher des Landesnetzes der Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern. „Stiften lohnt sich“, heißt sein klares Fazit – allerdings nur, wenn vor dem Start die Gesamtarchitektur im Blick auf die Stiftungspraxis stimmig geplant wurde.









