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Jung. Weiblich. Landärztin.

10.02.201216:21 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Jung. Weiblich. Landärztin.

(openPR) Perspektiven für Medizinerinnen

Winsen, 10. Februar. Überstunden, Schichtbetrieb und Wochenendarbeit – die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind für Ärztinnen im Krankenhausbetrieb denkbar schwierig. Manche Medizinerinnen suchen dann Alternativen als Betriebsärzte, bei Versicherungen oder steigen ganz aus dem Beruf aus. Andere suchen neue Perspektiven in einer niedergelassenen Praxis – so wie Andrea Wenske. Die Internistin aus Hamburg will Landärztin werden. Die Initiative stadtlandpraxis unterstützt sie dabei.



Andrea Wenske ist Ärztin aus Leidenschaft, zweifache Mutter und Vorsitzende eines Fördervereins. Die Fachärztin für Innere Medizin aus Radbruch arbeitet in der Notaufnahme eines Hamburger Krankenhauses in Teilzeit. Täglich hilft sie Verletzten, rettet Leben. Fahrwege von mehr als einer Stunde und Überstunden sind Alltag der 40-Jährigen. Arbeit am Wochenende und an Feiertagen auch. Der Kinder wegen ist sie in eine kleine Stadt nahe Hamburg gezogen, hier ist es ruhiger, hier hat sie ein Haus. Ihre Zukunft sieht die Ärztin jedoch nicht im Krankenhausbetrieb: „Die Arbeit in der Klinik ist oft nicht planbar und wenn ein Notfall reinkommt, kann ich ja nicht einfach gehen, um beispielsweise die Kinder von der Kita oder Schule abzuholen. Als langfristige Perspektive kann ich mir das also nicht vorstellen“, sagt Andrea Wenske.

Alternative: Eigene Praxis
Vorstellen kann sie sich hingegen eine eigene Praxis – auf dem Land. Kürzere Wege, flexiblere Arbeitzeiten. „Doch der Aufwand sich um eine Niederlassung zu kümmern, ist schon immens hoch mit der ganzen Bürokratie“, so Andrea Wenske. Als eine befreundete Ärztin der 40-jährigen ihr dann von der Initiative stadtlandpraxis erzählte, die Ärzten und Ärztinnen bei der Neugründung oder Übernahme einer Praxis unterstützt war Andrea Wenske gleich Feuer und Flamme. „Ich habe dort angerufen und wurde gleich über die verschiedenen Möglichkeiten informiert, die ich im Landkreis Harburg habe eine eigene Praxis zu eröffnen. Ganz unkompliziert“, sagt Andrea Wenske.

Initiative unterstützt
„Gerade Medizinerinnen haben gute Perspektiven auf dem Land“, meint Reiner Kaminski, Leiter der Initiative stadtlandpraxis, die sich im Landkreis Harburg gegen eine drohende ärztliche Unterversorgung engagiert. „In einer Praxiskooperation oder gar als eigener Chef einer Praxis gibt es flexible Arbeitszeiten und auch die Wochenend- oder Feiertagsarbeit entfällt. Für Ärztinnen, die Beruf, Freizeit und Familie verbinden wollen – ideal“, so Kaminski. Ob Anmeldung der Niederlassung oder Kontakt zu lokalen Hausarzt-Praxen – die Initiative , als Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Harburg, der Kreiskrankenhäuser, der niedergelassenen Ärzte und der kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, unterstützt interessierte Mediziner/-innen in allen Fragen rund um die eigene Praxis. „Wir informieren über freie Räume, beraten bei Investitionsfragen und auch bei der Organisation der Kinderbetreuung steht den Ärzten/-innen eine Mitarbeiterin zur Verfügung“, so Reiner Kaminski. Andrea Wenske hat sich inzwischen drei Praxen im Landkreis angeschaut. Am 1. April steigt sie in eine hausärztliche Internistenpraxis in Winsen ein. Neben einem stressfreieren Arbeitsumfeld kann die Ärztin dann vor allem ihrem eigenen Verständnis und Anspruch an eine ganzheitliche Patientenversorgung nachgehen: „Mit mehr Zeit und mehr Ruhe.“

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