(openPR) Am Sonntag, den 29.1. 2012, wurde zum ersten Mal seit Gründung des Buddhistischen Kloster Freising eine formelle und urkundlich festgehaltene Zeremonie der Zufluchtnahme (sarana-gamana) durchgeführt und die fünf Tugendregeln (panca-sikkhapadani) durch den leitenden Mönch gespendet. Anwärterin war eine Frau aus Franken, auf deren Bitte hin sich Bhikkhu Thitadhammo entschlossen hatte von nun auch in offizieller Form Menschen in die Gemeinschaft der Buddhistischen Lehrnachfolger in Freising aufzunehmen. Nach einer Zeit der Vorbereitung konnte sich die Fürtherin schließlich ganz offiziell zum buddhistischen Glauben bekennen und in Anwesenheit ihrer Familie durch die Zeremonie ein Zeichen für sich und ihre Mitmenschen setzen. Die anwesenden Gemeindemitglieder gratulierten der neuen Buddhistin herzlich, die innerlich schon längst zu einer Schülerin des Buddha geworden war und sich nun immer mehr auch ein äußerliches Zeichen hierfür wünschte.
Die Aufnahme in die buddhistische Gemeinschaft geschieht durch eine feierliche Verkündung der Absicht der eigenen Lehrnachfolge auf dem Heilsweg des Buddha und der freiwilligen Selbstverpflichtung sich in den fünf grundlegenden ethischen Schulungsregeln zu üben. Um dieser Verkündung und Selbstverpflichtung Verbindlichkeit zu verleihen, geschieht sie in Anwesenheit wenigstens eines Mitglieds des Buddhistischen Mönchsordens (Sangha) als Zeugen. Im Buddhismus gibt es kein Sakrament der Taufe, bei der eine Art von Erbsünde weggewaschen oder eine Reinigung stattfinden könnte. Auch wenn man die Zeremonie der Zufluchtnahme von ihrer Funktion mit einem christlichen Sakrament (äußeres Zeichen innerlicher Wandlung) vergleichen kann, geschieht sie doch völlig ohne Bezug zu einer Gottheit, sondern geht völlig vom aufgeklärten und selbstbestimmten Menschenbild aus. Die Zufluchtnahme dokumentiert das Verständnis, daß dem jeweiligen Anwärter die drei Aspekte der Zuflucht, nämlich der Erwachte, die Erwachungslehre und die Gemeinschaft der Lehrnachfolger, ganz persönlich Halt und Orientierung bieten. Zuflucht meint hier das, wohin der Mensch sich im Notfall flüchten kann, wenn alles andere in der Welt keine Sicherheit mehr bietet. Der buddhistische Weg ist sinnbildlich der rettende Fluchtweg hinaus aus dem in Brand geratenen Haus der Welt. Die Flammen des Feuers stehen für Gier, Haß und Unwissen. Diese sind die Ursache für alle Probleme und Leiden dieser Welt. Der Buddha lehrt wie diese gleichsam dem Feuer gelöscht werden können. Dieses Erlöschen der Leidensursachen wird Nirvana genannt. Erlischt das Leiden, bleibt nur Zufriedenheit zurück. Die Zeremonie der Zufluchtnahme symbolisiert den Aufbruch auf den Weg zu diesem Ziel, dessen Erreichen für Buddhisten den Sinn des Lebens darstellt.












