(openPR) VdW südwest: Bei Fördermitteln bleibt „Schmalhans Küchenmeister“
Mit Überzeugungsarbeit allein ist das von Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich anvisierte Ziel, jährlich 2,5 bis drei Prozent aller Wohnungen energetisch zu sanieren, nicht erreichbar. Zu diesem Ergebnis kommt Rudolf Ridinger, Verbandsdirektor des VdW südwest, nach einer ersten Analyse des von Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich heute vorgestellten Maßnahmenkonzepts der Landesregierung zur Umsetzung der Ziele des Energiegipfels.
Ridinger wies darauf hin, dass derzeit jährlich rund 0,7 Prozent aller bestehenden Gebäude energetisch modernisiert würden. Eine Steigerung um das bis zu Vierfache scheitere schlichtweg an den Realitäten des Marktes. So seien schon jetzt nur die wenigsten Wohnungsunternehmen in der Lage, die Kosten der energetischen Sanierung – wie eigentlich erforderlich – in vollem Umfang an die Mieter weiterzugeben, weil dies die finanziellen Möglichkeiten vieler Mieter übersteige. Gebäudeeigentümern sei es nicht zumutbar, wenn sich energetische Investitionen nicht mindestens mittelfristig rechneten.
Ein Schwachpunkt sei auch, dass das Maßnahmenkonzept der Ministerin zwar „ein buntes Allerlei“ von Einzelmaßnahmen, jedoch keine höheren Fördermittel für die energetische Gebäudemodernisierung vorsehe. „Ein neuer Förderkompass im Internet, wie von der Ministerin angekündigt, ist wenig wert, wenn an den Fördertöpfen Schmalhans Küchenmeister ist“, kritisierte Ridinger. So habe die Bundesregierung Mitte 2011 zwar eine steuerliche Förderung beschlossen, der Bundesrat habe dies aber abgelehnt und im Vermittlungsausschuss sei bis heute keine Einigung erzielt worden. „So bauen wir immer mehr Luftschlösser, anstatt das Problem anzupacken“, kritisierte Ridinger.
Ridinger forderte Umweltministerin Puttrich auf, sich auf Bundes- und europäischer Ebene für eine “Verschnaufpause“ bei energetischen Auflagen für Wohngebäude einzusetzen. Die in den vergangenen Jahren auf europäischer und Bundesebene in rascher Abfolge verabschiedeten Gesetze zur energetischen Gebäudesanierung hätten vor allem bei Investoren zu Verunsicherung geführt und auch die Finanzierbarkeit stoße an ihre Grenzen.
Als positiv wertete Ridinger die von Puttrich geplanten Aus- und Weiterbildungsinitiativen für Architekten, Planer und Handwerker. Allerdings hänge über dem Maßnahmenkonzept letztlich das Damoklesschwert der Energieeinsparverordnung. Werde diese Verordnung von der Bundesregierung weiter massiv verschärft, böten sich für Architekten, Planer und Handwerker leider immer weniger Möglichkeiten, neue Erkenntnisse im Bereich der energetischen Gebäudesanierung anzuwenden. Dann nämlich, so Ridinger, würden noch mehr Immobilienbesitzer von solchen Investitionen massiv abgeschreckt.









