(openPR) ZERBST/ANHALT. Die Idee, in die Kirchenruine St. Nicolai Zerbst eine Turnhalle zu bauen, hat die Gemüter der Zerbster stark erregt.
Das zuständige Gremium der Kirchengemeinde St. Nicolai und St. Trinitatis hatte sich im September 2011 für dieses Projekt offen gezeigt. Damals sprach man noch über ein Satteldach, welches sich über das gesamte Kirchenschiff erstrecken sollte. Eine neue Betreibergesellschaft sollte die jetzigen Rechtsträger ablösen. Zusätzlich Räume für die Arbeit der Kirchengemeinde wurden in Aussicht gestellt und der Ausbau der drei Kirchentürme sollte am Ende den Blick auf Zerbst vollenden. Von all dem ist in der aktuellen Planungsphase nichts geblieben.
Die späte Veröffentlichung, die Unklarheit über das tatsächliche Ausmaß der Projektidee und die fehlende Kommunikation mit den Rechtsträgern erschwerte eine zeitnahe und sachliche Beurteilung.
Auf Einladung des Gemeindekirchenrates erläuterten die Initiatoren am 12.01.2012 in einer Sondersitzung ein inzwischen grundsätzlich geändertes Projekt. Trotz Einbau der Turnhalle im Auftrag des Landkreises bleiben die Kirchengemeinde und ihr Vertragspartner, der Förderkreis St. Nicolai Zerbst, für die Erhaltung der Ruine verantwortlich. Die Schulturnhalle sollte nunmehr als kompletter Neubau mit einer Höhe von 9 Metern in die Kirche hinein gebaut werden. Die Höhe des Kirchenschiffs beträgt 18,5 Meter. Die Ruine wäre weiterhin der Witterung ausgesetzt.
In einer erneuten Zusammenkunft am 19.01.2012 hat sich der Gemeindekirchenrat gegen die Umsetzung dieses Projektes ausgesprochen.
Der Wunsch der Initiatoren um den Kirchenpräsidenten Joachim Liebig durch das Schulturnhallenprojekt die Ruine zu erhalten, geht zwar auf die kulturhistorisch wertvolle Bedeutung dieses Bauwerks ein, stößt in der Bevölkerung aber auf wenig Akzeptanz.
Beim Erhalt dieses beeindruckenden Kirchenbaus sind die Kirchengemeinde und der Förderkreis auf die Unterstützung der Einwohner unserer Stadt zwingend angewiesen. Beide rufen dazu auf, sich in geeigneter Weise für St. Nicolai stark zu machen.









