(openPR) Ihre Musik hat alle Attribute, die man gern dem "männlichen" Jazz zuschreibt: Souverän im Vortrag, komplex, dabei aber nicht unnötig verkompliziert. Mit deutlich spürbaren Wurzeln, dabei aber voll eigenen Ausdrucks. Kurz, aus dem Bauch kommende, gewachsene Musik, der man trotzdem Kopfeinsatz und Überlegung anmerkt. Und auch wenn Alexandra Lehmler diesen Eindruck auf dem Coverfoto von No Blah Blah durch einen "typisch männlichen", in diesem Fall roten, Handwerkeroverall unterstreicht, hier bereits geht das Männliche ins Androgyne über. Wo die Farbe Rot sowieso schon für einen gewissen erotischen Unterton sorgt, lässt Alexandra Lehmler mit humorigem Lächeln noch stärker das Weibliche durchschimmern: rot und knallig, frech und witzig - zumal der weite, lässige Overall im deutlichen Kontrast zur doch sehr zierlichen Figur der blonden, 32-jährigen Künstlerin steht.
Der Titel des Albums, No Blah Blah (erschienen auf dem Mannheimer Label JAZZ'n'ARTS und gefördert von der "Initiative Musik"), ist Programm. Gehaltvoll und spannend sind die Kompositionen, reizvoll ist das ganze Konzept dieser CD. Musikalisch nimmt Alexandra Lehmler kein Blatt vor den Mund, außer, versteht sich, dem ihres Saxophons. Die alten Meister des Jazz hat sie hörbar intensiv studiert; immer wieder tauchen Einflüsse verschiedener Jazzepochen in ihrem Spiel auf, verinnerlichte Melodielinien und lyrische Themen - und sehr viel eigene Kontur. Lehmlers "vibrierender Ton auf dem vorwiegend in hellen Lagen geblasenen Saxophon, die geschmeidigen Linien und die liedhafte Melodieführung", fasste Klaus Mümpfer dies im Jazz Podium in Worte, seien "unverkennbar".
Neu ist, dass Alexandra Lehmler für No Blah Blah zu ihrem gewohnten Altsaxophon sowohl das Sopran-, wie auch das Baritonsaxophon mit ins Spiel bringt. "Das Altsaxophon ist meine Basis", lobt sie ihr Hauptinstrument. "Es hat unglaublich viele Facetten und bietet viel Spielraum zwischen laut und leise." Das Sopran sei hingegen ein "unglaublich ehrliches Instrument", durch das sie sich am besten ausdrücken könne. Ihr alter Wegbegleiter, die Bassklarinette, musste bei diesem neuen Album dem ebenfalls tief und dunkel tönenden Baritonsaxophon weichen. "Ab und zu sollte es ein bisschen ,brachialer' werden", verrät die in Mannheim lebende Musikerin. "Dazu eignet sich das Bariton besser."
Als Bandchefin legt Alexandra Lehmler Wert auf einen Sound, bei dem "die Farbe des Klangs", wie Rainer Köhl in der Rhein-Neckar-Zeitung sehr richtig erkennt, "eine besondere Rolle spielt". Der Tuschkasten, den sie dabei einsetzt, war schon immer mit kräftigen Farben bestückt, die in ihrer Kombination offenbar höchst ansprechend wirken: Über das Vorgängeralbum Die Welt von unten gesehen (2009) schrieb seinerzeit die Musikwoche: "Nie nervig, nie aufdringlich, stets unterhaltsam und abwechslungsreich ist dieses Album - so kann junger Jazz aus Deutschland auch Jazzmuffeln viel Spaß machen."
Alexandra Lehmler macht verkantet-schrägen Jazz für die Allgemeinheit salonfähig. So temperamentvoll, wie verspielt. Was nicht so zu verstehen ist, dass sie besagte Jazzmuffel erst hinter dem Ofen hervorlocken müsste. Das eben braucht sie gar nicht, die stehen schon begeistert Schlange. Denn was die Musikerin und ihre Band ihnen auch auf No Blah Blah wieder an Musik bietet, ist ein aufregendes, temperamentvolles Kondensat aus klassischen Jazzelementen mit erfrischenden Einflüssen vom Balkan und aus Lateinamerika. Auch Weltmusik fließt in Lehmlers Jazz ganz selbstverständlich ein, tritt gelegentlich sogar in den Vordergrund.
Für die Kompositionen von No Blah Blah und Titel wie Nach der Rodung, Felina By Night oder Wind, Sand, Sea, Me zeichnen, einzeln oder gemeinsam, Alexandra Lehmler und Matthias Debus verantwortlich, ihr Bassist und, "im anderen Leben", Ehemann und Vater zweier gemeinsamer Söhne. Natürlich haben auch die Mitmusiker und ihr Hintergrund einen wichtigen Einfluss. "Es prallen oft Welten aufeinander", beschreibt Lehmler den Vorgang der gegenseitigen Inspiration, "deshalb ist die Offenheit dem anderen gegenüber so wichtig." Dem entspricht auch ihrem Verständnis der Rolle einer Bandleaderin. Es sei, stellt sie klar, zwar gut, dass einer das letzte Wort habe. Aber im musikalischen Sinne solle sich jeder in ihrer Gruppe ausleben können.
Die Jahre kontinuierlicher Arbeit haben Alexandra Lehmlers Band zusammengeschweißt - bei No Blah Blah handelt es sich bereits um das dritte gemeinsame Album. Auch personell wuchs das ursprüngliche Quintett in dieser Zeit zum Septett, wobei diesmal als Gäste zusätzlich Frank Möbus an der Gitarre und Michael Flury an der Posaune mitwirken. Die Band empfindet Lehmler jedoch nach wie vor als "ein Quintett, nur eben mit sieben Mitgliedern". Es gäbe, so formuliert es die Saxophonistin, hier "nicht unterschiedliche Besetzungen, sondern vielmehr so etwas wie eine Familie". Deren Mitglieder, Matthias Debus, Daniel Prandl, Bruno Böhmer Camacho, Max Mahlert, Rodrigo Villalon und Farouk Gomati, je nach Umständen und Möglichkeiten dabei sind - eine internationale Familie, so wie der Jazz, den sie spielen.
Was man in dieser außergewöhnlichen Musik von No Blah Blah spürt, ist die Leidenschaft, Energie, Stärke und Selbstsicherheit der Bandleaderin. Alexandra Lehmler steht inmitten ihrer musikalischen Ideenwelt, vielfältig und experimentierfreudig - ein verzweigtes Labyrinth, für dessen Durchquerung sie dem abenteuerlustigen Hörer den roten Faden in die Hand gibt. "Ich habe das Gefühl", führt sie aus, "nach langem Suchen an einem Punkt gelandet zu sein, an dem ich genau weiß, was ich will!" Wobei "irgendwo ankommen" bei Lehmler beileibe nicht Stillstand bedeuten wird. Den kennt sie nicht. Ob sie denn eine Getriebene sei? "Ja sicher!", lacht die Saxophonistin. "Ich bin getrieben von der Leidenschaft, Musik zu machen!"
+++Besetzung+++
Alexandra Lehmler Soprano, Alto, Baritone Saxophone
Daniel Prandl Piano, Rhodes (3,4,5,7,9,10)
Bruno Böhmer Piano, Rhodes (1,2,6,8,11)
Matthias Debus Bass
Max Mahlert Drums (3,4,5,7,9,10)
Rodrigo Villalon Drums (1,2,4,6,7,8,10)
Farouk Gomati Percussion (1,2,4,6,7,8,10)
Frank Möbus Guitar (2,3,7)
Michael Flury Trombone (2,4,9)
+++Tourdaten CD Release Tour 2012
Alexandra Lehmler (ALQ): No Blah Blah+++
07.01.2012 Ratzeburg, Jazzclub ALQ
08.01.2012 Hamburg, Stellwerk ALQ
14.01.2012 Karlsruhe, Tempel ALQ
16.01.2012 Koblenz, Café Hahn ALQ
18.01.2012 Mainz, Staatstheater (im Rahmen der Verleihung der
Carl-Zuckmayer-Medaille) ALQ
28.01.2012 Villingen-Schwenningen, Jazzclub ALQ
03.02.2012 Ettlingen, Birdland ALQ
05.02.2012 Mannheim, Alte Feuerwache ALQ
23.03.2012 Calw, Jazz am Schiessberg ALQ
24.03.2012 Altensteig, Bürgerhaus ALQ
11.04.2012 Köln, Hahnheiser ALQ
13.04.2012 Ladenburg Duo Oliver Maas-A.L.
07.07.2012 Worms, Jazz & Joy ALQ
27.07.2012 Völklingen, Hüttenjazz ALQ
15.09.2012 Wernigerode, Jazzclub ALQ
+++Pressestimmen+++
"Der Titel ist Programm: Auf dem dritten Album des Alexandra Lehmler Quintetts dominiert nicht - wie so häufig im Jazz - pseudointellektuelle Geschwätzigkeit, sondern ein vokalhafter, emotional mitreissender Reigen an Melodien, der seinesgleichen sucht. Und dies in Gestalt von aus dem Bauch kommender Musik, die auf geradezu perfekte Weise Leidenschaft und Experimentierfreude vereint und mit geradezu tiefstapelndem Understatement daherkommt. (...) Das Ergebnis ist eingängige, aber zu keiner Sekunde banale Musik ohne Scheuklappen, die zudem ein hohes Maß an Eigenständigkeit offenbahrt. Alexandra Lehmlers großes Plus besteht darin, dass sie die großen Meister des Saxofons zwar hörbar studiert hat, diese jedoch nicht andachtsstarr nur kopiert, sondern vor allem als Ansporn zur Erschaffung eigener musikalischer Erlebniswelten begreift. Und so begegnet einem auf 'No Blah Blah' ein überaus facettenreiches und darüber hinaus geschickt arrangiertes Füllhorn an auf den Punkt gebrachten Ideen, das sich in rhythmischer Hinsicht stark von Balkan- und Latin Einflüssen geprägt zeigt."
(Norddeutscher Rundfunk, Thomas Haak-Jazz-Album der Woche 23.-26.1.2012)
"Alexandra Lehmlers Jazz bleibt in keiner kleinen Nische gefangen. Die Mannheimer Saxofonistin macht eingängige Musik für ein breiteres Publikum, mischt verkantet-schräge Melodien mit Folklore-Elementen und Latin-Grooves. In dieser Woche erscheint ihr neues Album: No blah blah heißt es. Und der Titel ist Programm. "Nicht reden - machen" ist Lehmlers Motto. (...) Und so hört sich ihre Musik auch an. Kein pompöser Firlefanz, keine unnötigen Kapriolen. Klare Melodielinien, bis ins Detail durchdacht und trotzdem raffiniert."
(Deutschlandradio, Elise Landschek 23.1.2012)
"Zusammen mit Ehemann und zwei Söhnen im Vorschulalter bewohnt die 32-Jährige den fünften Stock eines ehemaligen Fabrikgebäudes mitten in der Mannheimer Neckarstadt; geräumig genug, um darin auch noch einen Proberaum einzurichten, in dem die gesamte Band von Alexandra Lehmler Platz findet. Eine Künstlerwohnung wie aus dem Bilderbuch, der auf der neuen CD denn auch ein eigenes Stück gewidmet ist (...) Mit derart eingängigen, oft auch bewusst einfach gehaltenen Melodien vermag die Saxophonistin nicht nur Jazz-Fans auf Anhieb zu überzeugen (...)."
(Südwest Rundfunk, Matthias Spindler 3.12012)
"(...) Spätestens seit ihrer Jugend weiß Alexandra Lehmler, - nach Erfahrungen in Landesjugendjazzorchestern und im Bundesjugendjazzorchester, dass es für sie eine Leidenschaft ist, Musik zu machen, eigene Musik auf die Bühne zu bringen. (...) Sie spielt Alt- und Sopransaxofon und Baßklarinette. Sie ist die Bandleaderin von einer Band, in der jeder Mitspieler seinen Freiraum hat, einer Band, die live mitreißt. Jeder einzelne und alle zusammen. (...) 'No Blah Blah' ist die dritte CD der Saxofonistin Alexandra Lehmler. 'DieWelt von unten gesehen' war ihre Zweite. Aber auch hier schon kein Blah Blah. Das ist ihr musikalisches Konzept, das sie seit Jahren gemeinsam mit ihren Musikern umsetzt. Sie ist die Initiatorin des Ganzen, doch jeder einzelne bringt sich mit seinem Können und seinem Background ein. So entsteht eine für jeden ihrer Mitmusiker authentische Musik ."
(Norddeutscher Rundfunk-Play Jazz, Heti Brunzel 3.1.2012)
"Alexandra Lehmler, aufsteigender Stern der deutschen Jazzszene."
(Die Welt 4.1.2012)
"Oftmals klingen die Kompositionen verspielt und romantisch (...). Sie bewegen sich aber auch pulsierend am Rand des freien Spiels (...). Alexandra Lehmler ist den Weg zu einem eigenen Personalstil konsequent fortgeschritten und legt mit der neuen CD ein kleines Kunstwerk mit vielen gelungenen und mitreißenden Klangfarbenspielen vor."
(Jazz Podium, Klaus Mümpfer 2/2012)























