(openPR) Neonazis, Deutsch-Türken, V-Männer - das sind Akteure aus Steven Uhlys Roman „Adams Fuge“, der in diesem Frühjahr im Secession Verlag erschienen ist. Parallelen zwischen der Romanhandlung und den aktuellen Ereignissen um die nationalsozialisti-sche Terrorgruppe NSU haben in den letzten Wochen ein immenses Medieninteresse um den Autor und sein Buch geschürt. Wie hat es Steven Uhly geschafft, mit seinem Roman einen so neuralgischen Punkt zu treffen? Uhly ist gebürtiger Kölner, Sohn einer deutschen Mutter, eines bengalischen Vater und eines spanischen Stiefvaters. Das Thema „Identität“ hat ihn durch seinen multikulturellen Familienhintergrund seit seiner Kindheit begleitet, genauso wie die Konfrontation mit Vorurteilen. So ist auch der Prota-gonist seines Romans, Adem Öztürk, von doppelter ethnischer Herkunft. Die Geschich-te der deutsch-türkischen Familie Öztürk / Imp aus Mannheim kommt anfänglich fast wie ein Tatort daher. Doch Uhlys Roman überschreitet schnell Grenzen, nicht nur Landsgrenzen, sondern auch die der Realität. Es wird unfreiwillig getötet, Geheimdiens-te werden aufmerksam, Ermordete tauchen wieder auf und werden zu ständigen Be-gleitern. Dazu kommt die Jagd auf ein rassistisches Computerspiel, das durch einen vielleicht übergelaufenen V-Mann vom Bundesnachrichtendienst propagiert wird. Klingt waghalsig? Ist es auch. Aber das Ganze geht auf. Uhly schafft es, politische Aktualität und menschliche Grundfragen nach Identität in seinem temporeichen Roman zusam-men zu bringen. Am Ende bleiben die Fragen: Zu wem macht mich meine Umwelt, wen verkörpere ich — und schließlich: Wer bin ich?











