(openPR) Lendenwirbel-Operationen „nach Ma?: Das neue CS-System verbessert deut-lich die Chance dauerhafter und schmerzfreier Beweglichkeit.
(Hamburg, 08.12.2011) Bandscheibenoperationen an den Lendenwirbeln befreien Pati-enten von oft jahrelangen Schmerzen. Doch sie können dazu führen, dass benachbar-te Bandscheiben überlastet werden und verschleißen. Etwa jeder fünfte Patient muss sich daher einer Folgeoperation unterziehen. Ein neues Operationsverfahren schafft jetzt Abhilfe: Auf dem Deutschen Wirbelsäulenkongress präsentierten am 8. Dezember namhafte Experten gemeinsam mit der Stuttgarter spontech AG das Planungs- und OP-System CSS. „Dieses System bietet jedem Patienten eine maßgeschneiderte Ope-ration, die für eine dauerhafte Korrektur seiner Wirbelsäule sorgt und eine Fehlbela-stung der angrenzenden Bandscheiben verringert“, so der Orthopäde und ehemalige Präsident der Deutschen Wirbelsäulen-Gesellschaft, Prof. Dr. Claus Carstens.
Die Bandscheiben wirken als „Stoßdämpfer“ zwischen den Wirbeln. Wenn sie verschleißen, werden sie dünner. Dadurch verringert sich der Abstand zwischen den Wirbelkörpern, was dazu führen kann, dass schmerzhafter Druck auf Nerven und Rückenmark ausgeübt wird. Wenn die Schmerzen zu groß sind und chronisch werden und weder Medikamente noch Physiotherapie helfen, kann eine Operation notwendig werden. In Deutschland finden jähr-lich etwa 160.000 Operationen statt, bei denen schadhaftes Bandscheibengewebe entfernt wird. Im Lendenwirbelbereich wird der Eingriff meistens vom Rücken her vorgenommen. Häufig handelt es sich dabei um Versteifungsoperationen (auch ‚Fusionsoperation‘ genannt): Der Chirurg entfernt die schadhafte Bandscheibe und ersetzt sie durch Implantate – oft aus Titan –, die als Platzhalter dienen. Um die Implantate zu fixieren und ein sicheres Zusam-menwachsen der Wirbel zu erreichen, werden die beteiligten Wirbel durch Schrauben und Stäbe miteinander verbunden. 2010 fanden in Deutschland über 16.000 Versteifungsopera-tionen an den Lendenwirbeln, bei denen Implantate eingesetzt wurden, statt.
Schätzungsweise jeder fünfte Patient muss jedoch einige Zeit nach einer Versteifungsopera-tion erneut operiert werden, weil er unter Schmerzen leidet, die jetzt von den Wirbeln über oder unter dem operierten Bereich ausgehen. Ein möglicher Grund ist, dass Position und Größe des Implantats nicht genau genug zur individuellen Wirbelsäulengeometrie und zum Bewegungsprofil passen; daher werden die benachbarten Bandscheiben falsch belastet. Abnutzungserscheinungen in diesen vorher intakten Abschnitten sind nun die Folge.
CSS: Sicher, schonend, präzise
Ein neuartiges Operationssystem (CSS), entwickelt vom Stuttgarter Unternehmen spontech spine intelligence AG, ermöglicht jetzt maßgeschneiderte Operationen und schafft damit die Voraussetzung für eine dauerhafte und schmerzfreie Beweglichkeit. Das CS-System, das gestern während des Hamburger Wirbelsäulenkongresses vorgestellt wurde, umfasst eine Software für die Diagnose, Planung und Kontrolle der Operation sowie speziell angefertigte Implantate und Operationsinstrumente. Die CSS-Software vertaplan ermöglicht erstmals eine grad- und millimetergenaue Berechnung der optimalen individuellen Korrektur auf der Basis von Röntgenbildern, zudem wird die Auswirkung der Operation auf das Gesamtprofil der Wirbelsäule angezeigt. Mit den für dieses System entwickelten Instrumenten und pass-genauen Implantaten (vertaconnect) kann die Planung unmittelbar umgesetzt werden. Das CS-System wird seit einem Jahr unter anderem an den Universitätskliniken Heidelberg und Frankfurt sowie an der auf Wirbelsäulenchirurgie spezialisierten Galenus-Klinik in Stuttgart eingesetzt. „Es hat sich als ein sicheres und effektives Operationsverfahren erwiesen“, re-sumierte Prof. Dr. Michael Rauschmann, Leiter der Abteilung Wirbelsäulenorthopädie an der Universitätsklinik Frankfurt a. M., die Erfahrungen mit dem CS-System. Das CSS-Verfahren ist nicht nur präziser, sondern auch schonender als herkömmliche Verfahren. Da der Eingriff jetzt exakt vorausgeplant werden kann, muss der Chirurg nicht mehr wie bisher während der Operation unterschiedliche Implantatgrößen und Positionen ausprobieren. Das verkürzt nicht nur die Operationszeit, es verringert auch die Zahl der Röntgen-Kontroll-Untersuchungen während des Eingriffs. Dadurch sinkt die Strahlenbelastung für den Patienten.
Neue Standards in der Wirbelsäulenchirurgie
Die Standards, die das CS-System jetzt in der Wirbelsäulenchirurgie setzt, sind bei Knie- und Hüftgelenksoperationen bereits viele Jahre üblich. Dass die Wirbelsäulenchirurgie erst jetzt dieses Niveau erreicht hat, liegt am komplizierteren Aufbau der Wirbelsäule. Da sie aus meh-reren miteinander verbundenen Gelenken besteht, muss berechnet werden, wie sich die Kor-rektur eines Segments auf die angrenzenden Abschnitte und auf die gesamte Wirbelsäule auswirkt – eine große methodische Herausforderung, wie Prof. Dr. Hans Joachim Wilke von der Universität Ulm erklärte. „Hinzu kommt natürlich, dass der Chirurg Implantate und In-strumente braucht, die die präzise Umsetzung dieser Berechnungen dann auch erlauben“, so Prof. Wilke. „Das CSS-System bietet sowohl Implantate, die gewährleisten, dass die ein-mal erzielte Korrektur im Laufe der Jahre nicht wieder verloren geht, als auch ein Instrumen-tarium, mit dem sie genau und sicher in die Wirbelsäule eingeführt werden können.“









