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„Mein Lebensbuch“ für die Biografiearbeit mit Pflegekindern

Mein Lebensbuch ist das Ergebnis einer Kooperation von VSE und 40 Schüler/-innen am Berufskolleg.
Mein Lebensbuch ist das Ergebnis einer Kooperation von VSE und 40 Schüler/-innen am Berufskolleg.

(openPR) Auf dem Titelbild hält ein kleiner Mensch einen roten Faden. Damit Pflegekinder in ihrem Leben mit Umwegen und Brüchen den Faden nicht verlieren, hat der VSE (Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen) in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Adolph-Kolping-Berufskollegs Münster „Mein Lebensbuch“ entwickelt. Der Ordner für die Biografiearbeit mit Pflegekindern wurde in dieser Woche offiziell vorgestellt.



Das Lebensbuch des VSE bietet Pflegekindern Hilfen zur Erinnerung. Zwei Gestaltungs-Klassen des Berufskollegs haben knapp 60 Seiten erstellt, mit denen die Kinder individuell arbeiten können. Mit Seiten wie „Alles, was ich über meine Geburt wei?, „Ich kann nicht bei meinen Eltern leben, weil …“, oder „ Mein erster Geburtstag in meiner Pflegefamilie“ bietet der aufwendig gestaltete Ordner Raum und Anlass, die Stationen des eigenen Lebens nachzuhalten. Das alles unter dem Motto „Woher soll man wissen, wohin man gehört, wenn man nicht weiß, woher man kommt?“

Erstmals, so Gerburg Berkenheide und Angelika Vennes vom VSE, gibt es damit ein Lebensbuch für Pflegekinder in Familien. Bisher war das Material zur Biografiearbeit auf Heimkinder zugeschnitten. Der VSE betreut als größter Träger für Westfälische Pflegefamilien in Westfalen-Lippe derzeit ca. 250 Pflegefamilien.

Das Buch nutzen jetzt die 30 Therapeuten und Familienberaterinnen des Vereins in ihrem engen Kontakt mit den Pflegefamilien. Ob die Erinnerungsarbeit dann mit der Geburt, dem ersten Kontakt zur Pflegefamilie oder der Erinnerung an Geschwister oder Eltern beginnt, ist offen. Seitenzahlen gibt es im Lebensbuch nicht. „Jedes Buch wird hinterher anders aussehen, gestaltet mit Fotos, Briefen und allem, was wichtig ist“, sagt Angelika Vennes.

Auch die Schule ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Die Zusammenarbeit hatte perfekte Voraussetzungen für uns: ein externer Träger, ein Thema, das junge Leute interessiert, eine Non-Profit Organisation und genug Arbeit für 40 Auszubildende“, sagt Lehrerin Kristina Hoppe. „So etwas machen wir jederzeit wieder“.
Die Schülerinnen Giulia Schäfer und Johanna Antepohl haben gut ein Jahr Jahre engagiert am Lebensbuch mitgearbeitet. „Normalerweise werden Dinge nicht unbedingt besser, wenn viele Menschen daran arbeiten“, sagt Johanna Antepohl, „aber hier ist es wirklich gelungen.“ Von jedem der 40 Schülerinnen und Schüler findet sich etwas im fertigen Buch wieder.

500 Exemplare „Mein Lebensbuch“ wurden in der ersten Auflage gedruckt. Was die VSE-Beraterinnen besonders freut: „Wir stellen fest, dass das Buch Mädchen und Jungen ebenso wie kleine und größere Kinder anspricht“, sagt Gerburg Berkenheide und erzählt von einer 19-Jährigen, die das Buch – und den roten Faden ihres Lebens – wie einen Schatz hütet. „Die Arbeit mit dem Lebensbuch hat begonnen und macht viel Freude.“

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