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„Information Lifecycle Management“ als Strategie der Langzeiterhaltung elektronischer Daten

31.08.200516:42 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Frankfurt am Main, 30.8.2005. Elektronische Veröffentlichungen im „Web“ verändern das Aufgabenprofil von Bibliotheken enorm, weil herkömmliche „Selektionsstrategien“ durch Verlage in diesen Abläufen nicht mehr greifen. Und auch technische Probleme stellen sich neu, wenn sicher gestellt werden soll, dass das, was heute im Internet als Ergebnis kostspieliger Forschung und Entwicklung publiziert wird, auch morgen und vor allem übermorgen noch zur Verfügung steht. Jeder kennt die Situation, wenn Weblinks „ins Leere laufen“, Datenträger nicht mehr lesbar sind oder das System die alten Dateiformate nicht mehr erkennt. Reinhard Altenhöner, Chef der Informationstechnik der Deutschen Bibliothek und Leiter des Projekts „Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs digitaler Informationen (kopal)“ erläutert die vielschichtige Thematik in seinem Beitrag zur "International Conference on Preservation of Digital Objects" (iPRES, 15. / 16. September in Göttingen) am Beispiel der Situation der Bibliotheken in Deutschland, die sich die „Bewahrung des kulturellen Erbes“ zum Ziel gesetzt haben.



Die Deutsche Bibliothek hat in ihrer Funktion als Nationalbibliothek zwei Initiativen mit unterschiedlichen Beteiligten, auch aus dem Bereich der Museen und Archive, ins Leben gerufen: Einerseits den Aufbau des institutionenübergreifenden Kompetenznetzwerks „nestor“ für Fragen der Langzeitarchivierung (www.langzeitarchivierung.de), und komplementär dazu das innovative Forschungsprojekt kopal (www.kopal.langzeitarchivierung.de). Beide Aktionslinien sind „auf einem guten Weg“, wie Altenhöner findet: „Wir haben das Glück, dass dies in Deutschland erkannt worden ist und wir mit Unterstützung des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) zwei große nationale Initiativen zur Sicherung der Langzeitverfügbarkeit digitaler Publikationen durchführen können.“

Ergebnisse der beiden Projekte werden im Rahmen der iPRES-Konferenz präsentiert. Insbesondere wird es dabei auch darum gehen, wie das Arbeitsumfeld in den Bibliotheken an die neuen Anforderungen angepasst werden kann. In seinem Beitrag „Information Lifecycle Management and long term preservation - technical aspects of workflow organization“ beleuchtet Altenhöner ausgehend von dem im privatwirtschaftlichen Umfeld gängigen Begriff des Information Lifecycle Managements (ILM) die veränderten Anforderungen an Systeme und bildet sie auf die reale Situation der Deutschen Bibliothek bzw. generell auf Institutionen mit Archivierungsauftrag ab. „Welche Richtlinien, Methoden und Instrumente sind geeignet, um für die digitalen eine kosteneffektive Infrastruktur bereitzustellen und wie gehen wir mit den Daten und Werkzeugen strukturiert um?“ und "Wie integrieren wir diese neuen Mittel und Werkzeuge in die Arbeitsprozesse der Bibliotheken?" sind in diesem Zusammenhang wesentliche Fragen.

Zur Person:

Reinhard Altenhöner ist Leiter der Abteilung Informationstechnik der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main. Er leitet das BMBF-Projekt „Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs digitaler Informationen (kopal)". Die Deutsche Bibliothek ist für die Sammlung, Erschließung und Archivierung der deutschsprachigen Literatur ab 1913 zuständig. Demnächst soll ihr Auftrag auch auf Online- Publikationen erweitert werden. Die Bibliothek ist außerdem federführender Partner in der deutschen Regelwerks- und Normierungsarbeit sowie maßgeblich an der Entwicklung internationaler Standards beteiligt.

Zur Veranstaltung:

iPRES ist Teil einer Serie internationaler Konferenzen zur digitalen Langzeitarchivierung und soll Experten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch geben. Die Konferenz wird mit internationaler Unterstützung im Rahmen des Projekts „nestor - Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung“ von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen organisiert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sind Förderer der Veranstaltung.

Weitere Informationen über das Tagungsprogramm, den Veranstaltungsort und Informationen zu Referenten stehen online auf www.langzeitarchivierung.de/ipres. Dort ist auch die Online-Registrierung für die Teilnahme möglich. Die reguläre Teilnahmegebühr beträgt inklusive aller Angebote des Rahmenprogramms 120 Euro, die Unterkunft kann in ausgewählten Hotels bis zum 31. August 2005 zu einem vergünstigten Tarif gebucht werden. Weitere Auskünfte erteilt Dr. Heike Neuroth, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, E-Mail E-Mail, Tel. 0551/39-3866.

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