(openPR) Auf den Spuren Danilo Dolcis
-Bericht über eine internationale Zusammenarbeit -
“Das Auge, das sich nicht anstrengt, sieht nichts.
Haut, die nicht berührt, erspürt nichts.
Leben wir ohne Vorstellungskraft, so sterben wir.“
Diese Worte hat DANILO DOLCI geschrieben:
Danilo Dolci (Triest, 28. Juni 1924 – Trappeto, 30. Dezember 1997) war Sozialaktivist, Soziologe, beliebter Pädagoge und Dichter. Danilo Dolci kam zu Beginn der fünfziger Jahre von Norditalien nach Sizilien. Dem Prinzip der Gewaltfreiheit Gandhis verpflichtet, wird er in Italien als einer der Hauptprotagonisten der gewaltfreien Bewegung betrachtet und wurde bekannt als der "Ghandi Siziliens". Sein ganzes Leben lang arbeitete er mit verarmten Menschen und von der Mafia beherrschten Gemeinden auf Sizilien, um die Lebensbedingungen der Landbevölkerung zu studieren und versuchte, sie darin zu unterstützen, mögliche Elemente für Veränderungen zu finden. Er glaubte daran, dass Ressourcen für Veränderungen auf Sizilien - ähnlich wie in anderen Teilen der Welt - bestehen und in den Menschen wachgerufen werden müssen, damit sie offen sein können für ihre eigenen inneren Ideen, Integrität und Potenziale. Danilo Dolci erhielt für seinen Einsatz weltweit zahlreiche internationale Auszeichnungen. Er schrieb über 50 Bücher, einige von ihnen wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Nähere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.graswurzel.net/226/dolci.shtml
2008 ruft Amico Dolci, Sohn von Danilo Dolci (siehe links) ein Projekt ins Leben, das weite Kreise ziehen wird:
EDDILI – Bilden bedeutet, die Entdeckung des Lebens zu ermöglichen.
DER INHALT:
Danilo Dolci hat in seiner Arbeit konsequent nach einer Methode gehandelt: Der reziproken mäeutischen Methode. (RMA)
Die Reziprozität, ein Begriff aus der Soziologie, steht für die Gegenseitigkeit im sozialen Austausch.
Die Mäeutik (griech. 'Hebammenkunst') ist eine Methode des Philosophen Sokrates, und beinhaltet durch gezieltes Fragen den Schüler oder Gesprächspartner wie von selbst zu den richtigen Antworten zu führen. In der Kombination ist die Gesprächstechnik auf Gewaltlosigkeit ausgelegt und schafft jedem Beteiligten die Grundlage, sich angstfrei einzubringen.
Dolci hat unter anderem dafür gesorgt, dass sich Bürger unterschiedlichster Gesellschaftsschichten trafen, und in -von Dolci moderierten - Diskussionen ihre Situation konstruktiv reflektierten, darüber philosophierten, Ideen sammelten, und diese anschließend in die Tat umsetzten. Das einfache System der Gesprächsführung nach den Grundsätzen der Reziprozität und der Mäeutik hat in der Anwendung durch Dolci zu Bewegungen geführt, die heute noch andauern.
DAS PROJEKT:
Bis 2008 wurde Dolcis Methode nicht verschriftlicht oder detailliert erforscht. Dies hat Amico Dolci sich im Projekt EDDILI zur Aufgabe gemacht. Erklärtes Ziel war es, die reziproke mäeutische Methode (RMA) im Rahmen der Erwachsenenbildung zu erlernen, umzusetzen, zu reflektieren und weiterzugeben.
In Deutschland, Italien, Spanien, Zypern, den Niederlanden und der Schweiz haben hochqualifizierte Bildungseinrichtungen sich bereit erklärt, am Projekt teilzunehmen. Die folgenden Phasen wurden durchlaufen:
1. Amico Dolci persönlich hat ein erstes Training für Erwachsenenbildner aus allen Partnerländern in Palermo durchgeführt, um die Qualität dem gewünschten Standard entsprechend vorzugeben.
2. Im Anschluss daran fand in jedem Partnerland eine Seminarreihe statt, die für Erwachsenenbildner angeboten wurde.
3. Die geschulten Erwachsenenbildner wiederum setzten ihre neu erworbene Kompetenz in ihrer Arbeit um.
DAS ERGEBNIS:
Dieser Prozess wurde von Anfang an dokumentiert, beobachtet, reflektiert, evaluiert. So ergaben sich Schlussfolgerungen und vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Forschung und Arbeit entstand das Endprodukt des Projekts, das wir nun nach zwei Jahren präsentieren dürfen: Der Leitfaden zur reziproken mäeutischen Methode.
Dieses Dokument fasst in gut 100 Seiten alles zusammen:
Die Voraussetzungen und Grundlagen, auf denen das Projekt basiert, Danilo Dolcis Leben und Werk, speziell bezüglich des reziproken mäeutischen Ansatzes. Es befasst sich mit Möglichkeiten und Anleitung, einen Kurs nach Dolcis Methode durchzuführen und gibt konkrete Beispiele und Vorschläge. Themen dieser Gesprächsrunden. können für den Anfang beispielsweise „Demokratie und soziale Eingliederung“ oder „Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit“ sein.
DIE ERKENNTNISSE:
Stellt man einen Minimum an Lernerfolgen zusammen, die der RMA-Schulungstätigkeiten zu verdanken sind, so können wir diese in zwei Bereich aufteilen: einerseits in den Bereich der Auswirkungen auf die Professionalisierung: Dazu zählen jene Aussagen, die die Möglichkeit, Kommunikation und strategische und organisatorische Fertigkeiten zu entwickeln als Stärke der RMA betrachten; andererseits in den der kognitiven und relationalen Auswirkungen, hierzu zählen die Möglichkeit, bestimmte Themen zu diskutieren wie z.B. das Bewusstsein über das eigene Handeln zu erhöhen, kreative Fertigkeiten sowie die Fähigkeit zu entwickeln, sich mit jedem anderen unterhalten zu können, Konzepte und Betrachtungsweisen dynamischer zu gestalten, eine zirkuläre Kommunikation zu schaffen, aktives Zuhören zu fördern und “kooperative Lern-” Techniken zu erwerben.
Abschließend kann man sagen, dass das Projekt EDDILI den Bereich der Bildung um eine Methode erweitert hat und somit die Vielfalt der Möglichkeiten zur Weiterbildung gewachsen ist. Mit dem RMA Leitfaden besteht die Möglichkeit, sich diese Methode anzueignen und sie anzuwenden. Der Leitfaden mit Material-DVD steht im CJD BBW Frechen kostenlos zur Verfügung und kann auf Wunsch zugeschickt werden.
Wenden Sie sich diesbezüglich per Mail oder Telefon an Frau Claudia Feth, Leiterin der internationalen Arbeit des CJD BBW Frechen.
Telefon: 02234 – 516231 * Handy 0176 – 63679001 * Email:
Informationen über EDDILI finden Sie außerdem auf unserer Homepage: http://reciprocalmaieutic.danilodolci.it/
Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert.
Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der
Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen
Angaben.

















