(openPR) Berlin, 18.10.2011.
Der DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. und der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienun-ternehmen e. V. haben heute in Berlin den Startschuss für die Kampagne „Ein Gewinn für alle – Die Genossenschaften“ anlässlich des Internationalen Jahres der Genossenschaften 2012 gegeben.
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz erläuterte die Generalsekretärin der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e. V., Frau Dr. Beate Wagner, die Motive der UNO für das Genossenschaftsjahr: „Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt, um die internationale Gemeinschaft daran zu erinnern, dass Genossenschaften es möglich machen, zugleich nachhaltig zu wirtschaften und sozial verantwortlich zu handeln“.
In der Begründung der Vereinten Nationen wird betont, dass Genossenschaften in vielen Ländern einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung leisten. Kreditgenossenschaften, ländliche und gewerbliche Genossenschaften sowie Wohnungsgenossenschaften stabilisieren regionale Wirtschaftskreisläufe und sorgen für lokale Beschäftigung. „Die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen freut sich daher sehr, dass die Genossenschaftsverbände das Internationale Jahr der Genossenschaften aufgegriffen haben, um auch in Deutschland auf die wichtige Rolle von Genossenschaften aufmerksam zu machen“, so Wagner weiter.
Bedeutende Wirtschaftskraft: Genossenschaften in Deutschland
„Die genossenschaftliche Familie freut sich sehr über die Entscheidung der Vereinten Nationen“, sagt DGRV-Präsident Manfred Nüssel. „Wir werden in 2012 eine gemeinsame Kampagne starten, um die Wahrnehmung der Genossenschaften in Deutschland zu erhöhen. Mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen werden wir den Menschen die Vorzüge der genossenschaftlichen Idee näher bringen“, so Nüssel weiter.
Genossenschaften sind starke Marktpartner in allen Wirtschaftsbereichen. Die genossenschaftliche Gruppe vereint mit ihren 20 Millionen Mitgliedern fast ein Viertel der deutschen Bevölkerung. Mehr als 800.000 Menschen arbeiten in der Genossenschaftsorganisation. Die rund 7.500 Genossenschaften – darunter 1.138 Volksbanken und Raiffeisenbanken, rund 2.000 Wohnungsgenossenschaften, 2.604 landwirtschaftliche und 1.622 gewerbliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften sowie 219 Konsumgenossenschaften – sind eine treibende Kraft in Wirtschaft und Gesellschaft.
„Genossenschaften sind aber nicht nur in den traditionellen Branchen aktiv. Seit einigen Jahren ist die genossenschaftliche Rechtsform auch in verschiedenen neuen Bereichen entdeckt worden. Allein in den vergangenen drei Jahren sind über 600 Genossenschaften gegründet worden“, so Nüssel weiter.
Genossenschaften tragen nicht nur zur Lösung wirtschaftlicher Herausforderungen bei, sie sind auch wesentliche Faktoren in der Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben: So setzen sich Genossenschaften beispielsweise bei dem Thema „Wohnen im Alter“ ein, fördern die dezentrale Verbreitung erneuerbarer Energien, tragen wesentlich zu einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung bei, übernehmen kommunale Aufgaben oder organisieren die Nahversorgung in ländlichen Regionen.
Auch in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit leisten die Genossenschaften einen wichtigen Beitrag. „Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung fördert die genossenschaftliche Gruppe den Aufbau von Genossenschaften und genossenschaftlichen Strukturen und unterstützt damit zum Beispiel in Lateinamerika, Südafrika oder Asien die globale Bekämpfung der Armut und die Sicherung des Friedens“, sagt Nüssel.
Stabilitätsfaktor Genossenschaften
GdW-Präsident Axel Gedaschko betont die besondere Stabilität von Genossenschaften. „Nachhaltige Geschäftsmodelle sowie die Prüfung und Beratung durch Genossenschaftsverbände sind ein stabiles Fundament. Bei einer Genossenschaft werden die unternehmerischen Entscheidungen nicht unter Renditevorgaben, sondern mit Blick auf die optimale Leistungserstellung für die Mitglieder getroffen. Diese führt zu seriösen und nachhaltigen Geschäftsmodellen“, erläutert Gedaschko.
Diese Stabilität ist vor allem auch für die Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften von großer Bedeutung: „Gutes und sicheres Wohnen wird gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit immer wichtiger“, so Gedaschko weiter. Mit ihren rund 2,2 Mio. Wohnungen – das sind 10 Prozent des Mietwohnungsbestandes in Deutschland – sichern die Wohnungsgenossenschaften für mehr als fünf Millionen Menschen bezahlbares und gutes Wohnen und entwickeln Städte und Quartiere.
„So wie die anderen Sparten der Genossenschaften handeln auch die Wohnungsgenossenschaften sozial verantwortlich, repräsentieren bürgerschaftliches Engagement und rationale Betriebswirtschaft. Sie bieten ihren Mitgliedern weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Wohnungsgenossenschaften setzen sich beispielsweise für die Wohn- und Lebensqualität von älteren Menschen, aber auch von jungen Mitgliedern und Familien ein“, sagt Gedaschko.
Genossenschaften machen sich aber auch für den Klimaschutz stark. Seit 1990 sind bereits über 61 Prozent der Genossenschaftswohnungen energetisch voll- bzw. teilmodernisiert worden. So können die Wohnungsgenossenschaften ihre Mitglieder langfristig sicher versorgen und den Heizkostenanstieg bremsen. Wohnungsgenossenschaften sind darüber hinaus kompetente Partner der Kommunen bei der Quartiers- und Stadtentwicklung sowie beim Stadtumbau.
Dezentrale Kampagne: Aktionen vor Ort
Für das Internationale Jahr der Genossenschaften 2012 haben die genossenschaftlichen Verbände die dezentrale Kampagne „Ein Gewinn für alle – Die Genossenschaften“ entwickelt. „Mit möglichst vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen vor Ort sollen die Genossenschaften den Menschen in Deutschland ihre Leistungsfähigkeit als moderne Wirtschaftsform präsentieren. Hierbei unterstützen wir Genossenschaftsverbände die Genossenschaften mit Ideen und Vorlagen“, erläutert Dr. Eckhard Ott, Vorsitzender des Vorstandes des DGRV.
„Das Aktionspaket ist so konzipiert, dass für jede Genossenschaft eine passende Idee dabei ist. Von der kleinen Lösung für eine schnelle und günstige Umsetzung bis zum großen Event für eine oder mehrere Genossenschaften – es gibt Angebote für alle Etats, alle personellen und räumlichen Möglichkeiten“, so Ott weiter. Auf der zentralen Internetseite www.genossenschaften.de, die ab heute online ist, werden alle Informationen und Serviceangebote rund um die Kampagne und die Aktivitäten im Internationalen Jahr bereitgestellt. Zusätzliche Materialien für die Wohnungsgenossenschaften werden vom GdW zur Verfügung gestellt.
Um bundesweit eine hohe Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit zu erreichen, steht das Motto „Ein Gewinn für alle – Die Genossenschaften“ allen Genossenschaften als Aktionszeichen frei zur Verfügung. Das Zeichen verbindet alle Sparten der genossenschaftlichen Familie und hat eine Ausstrahlung, die weit über 2012 hinausreicht. Zentrale Grundwerte – wie Regionalität, Partizipation, Gemeinschaft, Verantwortung und Vielfalt – werden in der Kampagne als wichtige Merkmale der Genossenschaften betont. Das Motto ist an die speziellen Kommunikationsbedürfnisse und bedingungen jeder Genossenschaft anpassbar. So kann das Motto je nach Bedarf zum Beispiel auf die Branche oder die Mitglieder, die Heimatregion oder ein gesellschaftliches Anliegen zugespitzt werden.
Ein besonderes Ereignis im Rahmen der Kampagne ist der Internationale Tag der Genossenschaften am 7. Juli 2012. An diesem besonderen Tag organisieren möglichst viele Genossenschaften Charity-Läufe in ihrem Ort oder ihrer Region. Ziel der Aktion ist es, gemeinsam einen Erlös zu erlaufen, um ein Projekt in der Region zu unterstützen, das sich unter das zentrale Motto „Ein Gewinn für alle“ einfassen lässt.









