(openPR) Am 29. Oktober 2011 überreichte Berthold Kuhn, Präsident des Europäischen Verbandes Beruflicher Bildungsinstitute (EVBB) e.V., im Rahmen einer Feierstunde bei der in Istanbul stattfindenden internationalen Konferenz des EVBB den Preis „DIE EUROPA“ 2011 an Vertreter des Internationalen Bundes (IB).
Der Preis „DIE EUROPA“ wird seit 2004 von der Adalbert Kitsche Stiftung im EVBB im Rahmen eines Wettbewerbs vergeben, vorrangig an Bildungsträger und Partner des EVBB und zwar projektbezogen an die Durchführenden eines beruflichen Bildungsprozesses mit Benachteiligten.
Als Sieger ging im Wettbewerb 2011 das IB-Projekt „Qualifizierung von arbeitslosen funktionalen Analphabeten“ hervor.
Das Projekt des IB-Verbund Sachsen/Thüringen startete bereits im März 2006 in Hirschfelde und bietet heute Kurse an 8 Standorten in Sachsen für funktionale Analphabeten ab 16 Jahren an. Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Sozialfonds und den Freistaat Sachsen.
Eine aktuelle Studie (2011) im Auftrag des Bildungsministeriums spricht von 7,5 Millionen Analphabeten im Alter zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland, also ca. 14 Prozent der Bevölkerung. Bisher ging man lediglich von 4 Millionen Betroffenen aus.
“Funktionale Analphabeten sind Menschen, die aufgrund fehlender, unzureichender oder unsicherer Beherrschung der sich stets wandelnden Schriftsprache und aufgrund der Vermeidung schriftsprachlicher Eigenaktivität nicht in der Lage sind, Schriftsprache für sich und andere im Alltag zu nutzen.” (Quelle: www.alphabetisierung.de)
Betroffene können die Funktionen Lesen und Schreiben nicht anwenden und sind dadurch nicht in der Lage, Schriftsprache zur Kommunikation und Information zu nutzen. Sie können sich darum nicht an Aktivitäten ihrer Gruppe und Gemeinschaft beteiligen, bei denen Lesen und Schreiben erforderlich sind.
In den Kursen, die zurzeit an drei Tagen pro Woche stattfinden, stehen Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben, Alltagsrechnen, Alltagskunde, Grundkenntnisse bei der Arbeit am PC sowie die Arbeit mit dem e-Learning-Portal „www.ich-will-lernen.de“ im Vordergrund. Daneben wird ein vereinfachtes Bewerbertraining durchgeführt und die Kursteilnehmer erhalten sozialpädagogische Beratung und Betreuung, da sie neben dem funktionalen Analphabetismus in der Regel auch andere Problemlagen haben.
















