(openPR) Drollige Draufgänger
Wer hätte das gedacht? Ursprünglich aus den tiefen Wäldern Nordamerikas stammend, wurden Waschbären von Pelztierzüchtern wegen ihres dichten weichen Fells nach Deutschland gebracht. Nachdem schon einige der geschickten Kletterer ausgebrochen waren, wurden am nordhessischen Edersee Tiere zur Erforschung ihres Verhaltens ausgesetzt. Inzwischen fühlen sie sich bei uns offensichtlich ganz zu Hause. Der informative Text-Bildband „Waschbären. Kleine Banditen mit Maske“ (Verlag J. Neumann-Neudamm) zeigt die cleveren Waldbewohner einmal aus ganz unmittelbarer Nähe. Pointierte sachliche Texte erklären verständlich, was die nachtaktiven Kleinbären bei Tageslicht und Mondschein so treiben: Essen, Wohnungssuche, Kinderaufzucht – Faulpelze sind Waschbären wahrlich nicht. Lediglich das Waschen liegt ihnen nicht so nah wie ihr Name vermuten lässt. Sicherlich gewinnt das possierliche Tierchen durch die vielen niedlichen Fotos und erstaunlichen Fakten über seine faszinierende Lebensweise schnell neue Liebhaber.
Dennoch stellt der Waschbär als invasive Art für einige einheimische Tiere eine ernsthafte Bedrohung dar. Die Nachkommen der freiheitsliebenden Pioniere von damals machen inzwischen hiesigen Arten das Leben schwer. So ist auch die Jagd auf den berüchtigten Allesfresser in diesem Buch Thema. Das hält den Waschbären nicht davon ab, sich mit dem Menschen unter einem Dach einzulassen – Waschbären leben häufiger in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, als uns bewusst ist.
Ein wunderschön gestalteter Bildband, der mit malerischen Kulissen über die heimische Natur staunen lässt.
Waschbären. Kleine Banditen mit Maske
Verlag J. Neumann-Neudamm
96 Seiten, gebunden, zahlr. farb. Abb.
€ (D) 10,00
ISBN 978-3-7888-1381-9












