(openPR) Die Internationale Arbeitsorganisation ILO schätzt, dass weltweit bis zu 215 Millionen Kinder aktiv zum Familieneinkommen beitragen müssen. Unter oft schwierigsten Bedingungen stellen sie in Handarbeit Feuerwerkskörper her, arbeiten in Mienen oder nähen Fußbälle. Die schwere körperliche Arbeit gefährdet die Gesundheit der Kinder massiv und kann zu Folgeschäden führen, die sie ein Leben lang begleiten. Bildung ist einer der Schlüssel aus der Sklavenarbeit. Denn nur so haben junge Menschen später eine Chance ihre Rechte zu verstehen, eine Arbeit zu finden mit der sie ihre Familie ernähren können und ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen.
Die vielen Formen der Kinderarbeit
„Alleine in Indien, so Schätzungen, müssen zwölf Millionen Kinder zwischen fünf und vierzehn Jahren arbeiten“, berichtet Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt und erklärt weiter: „Die Gründe für Kinderarbeit sind meist Armut und Schulden der Eltern. Sie verdienen nicht genug um ihre Kinder ernähren zu können und Kinderarbeit ist dann manchmal der einzige Ausweg den diese armen Familien sehen.“ Die Kinderarbeit in Indien hat viele unterschiedliche Gesichter. „Junge Mädchen müssen häufig als Haushaltshilfen arbeiten und sind ihren Arbeitgebern schutzlos ausgeliefert“, berichtet P. Thomas Koshy von den Salesianern Don Boscos, den Projektpartnern von Jugend Eine Welt, und erzählt weiter: „Die Kinder müssen oft 15 Stunden am Tag arbeiten und werden häufig körperlich misshandelt und sexuell belästigt.“ Andere arbeiten in Ziegelfabriken und stellen Ziegelsteine unter schwierigsten Bedingungen her oder werden in Geschäften ausgebeutet.
Ein Schicksal von vielen
So etwa der elfjährige Bub Rangayya. Als er acht war begann er in einem Gemüsegeschäft zu arbeiten. Sein Tag begann um 4 Uhr in der Früh. Zuerst erledigte er die Arbeiten im Haus, bevor er im Geschäft das verfaulte Gemüse aussortieren musste und das schöne Gemüse für den Verkauf und den Transport herrichtete. Im Geschäft arbeitete er bis zehn Uhr abends, zuhause angekommen musste er noch die Wäsche der Familie waschen. Dafür erhielten seine Eltern neun Euro jeden Monat. Schläge auf die Finger oder den Rücken gehörten für Rangayya zum traurigen Alltag. Irgendwann hielt Rangayya die Schläge und die Arbeit nicht mehr aus und lief davon. Ohne Zugticket fuhr er nach Bangalore, wo er am Bahnhof von Mitarbeitern des Salesianerprojekts BOSCO, das sich um Straßenkinder kümmert, angesprochen wurde. Heute lebt er in einem der Don Bosco Zentren und geht wieder zur Schule. Der Gemüsehändler wurde wegen der Verletzung von Kinderrechten angezeigt.
Das Schicksal von Rangayya ist eines von vielen. Jugend Eine Welt setzt sich weltweit mit den Salesianer Don Boscos und den Don Bosco Schwestern für die Rechte von Kindern ein. In den Bildungsprojekten bekommen Kinder und Jugendliche eine Ausbildung und damit eine Chance auf eine bessere Zukunft.










