(openPR) BENSHEIM, 17. August 2005.- Kinder haben viel mehr feste Termine als mancher Erwachsener. Sollte dieses Vorurteil stimmen, scheint Hessens Nachwuchs im Termindruck zwischen Musikschule, Nachhilfe und Vereinssport zu versinken. Dass die Kinder die Realität anders sehen, brachte eine Umfrage des „Kinderbarometer Hessen“ ans Licht: lediglich zwei Tage pro Woche sind im Durchschnitt bei Schülern der 4.-7. Schulklasse fest verplant. Dabei haben Grundschüler weniger Termine als Gymnasiasten.
Zu den geplanten Aktivitäten zählt neben dem Vereinsleben auch das vermehrte Nachmittagsangebot der Schulen. Dieses wird von 41% der großstädtischen Kinder und 20% der Kinder aus kleineren Gemeinden genutzt. An dieses Angebot stellen die Kinder einen hohen Anspruch: sie wünschen sich in erster Linie Sport, Spiel und Zeit zum Ausruhen. Den Nachmittag dagegen mit schulischen Dingen wie Hausaufgaben machen, Lernen oder Nachhilfe zu verbringen, stößt bei hessischen Kindern auf wenig Gegenliebe. Wichtig ist ihnen aber, dass die Nachmittagsbetreuung in kleinen Gruppen, statt im Klassenverband stattfindet.
Aktiver werden hessische Kinder dann in ihrer Freizeit: Freunde treffen und ins Schwimmbad gehen sind die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Dabei spielt es keine Rolle, welchem Geschlecht die Kinder angehören. Bei der weiteren Freizeitgestaltung jedoch treten in dieser Hinsicht deutliche Differenzen zu Tage: während Mädchen gern reiten, bummeln gehen oder lesen, bevorzugen Jungen eher Computerspiele, Basketball oder Fußball. Die Treffen mit anderen Kindern nehmen mit zunehmendem Alter einen so hohen Stellenwert ein, dass sie die anderen genannten Aktivitäten in den Hintergrund drängen.
Auffällig ist, dass mit zunehmendem Alter der Wunsch nach regelmäßigen Angeboten in der Nachmittagsbetreuung abnimmt und damit der eigenen Freizeitgestaltung mehr Platz eingeräumt wird. „Kinder brauchen Kinder. Das ist ein wichtiger Punkt in der sozialen Entwicklung“, so Dr. Ulrich Kuther von der hessenstiftung - familie hat zukunft. „Es ist erfreulich, dass entgegen ländläufigem Vorurteil Kinder doch nicht so verplant sind, dass sie sich nicht frei treffen könnten.“
Das Kinderbarometer Hessen ist ein Projekt der hessenstiftung – familie hat zukunft, in Zusammenarbeit mit dem ProKids-Institut Herten. Mit den Umfrageergebnissen sollen die Sichtweisen und Anliegen der Kinder stärker in die öffentlichen Diskussion eingebracht werden. Nach der ersten Befragung 2004 begann im April 2005 der zweite Durchlauf, dessen Ergebnisse Ende des Jahres veröffentlicht werden.
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Die hessenstiftung - familie hat zukunft wurde von der Hessischen Landesregierung als Stiftung des bürgerlichen Rechts ins Leben gerufen, um die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft zu stärken. Ihren Auftrag erfüllt sie in Projektförderungen mit Partnern des öffentlichen und privaten Sektors.











