(openPR) Trotz vieler Anstrengungen und politischer Willensbekundungen, schreitet die zunehmende Abholzung der tropischen Wälder voran und führt nicht nur zu einer ökologischen Zerstörung, sondern gefährdet auch das Überleben der Menschen, die von und in den Wäldern leben.
Antreiber dieser Zerstörungen sind weiterhin große Infrastrukturmaßnahmen, wie z.B. der Bau von Straßen und großen Wasserkraftwerken sowie die Ausbreitung der Landwirtschaft. In Brasilien gibt es anhaltende Auseinandersetzungen um den Bau des Wasserkraftwerkes von Belo Monte, das große Gebiete überfluten und mehrere indigene Gemeinden aus ihren angestammten Gebieten vertreiben wird. Es soll das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk werden.
Aber auch der weltweite Hunger nach Energie verstärkt die Zerstörung der Tropenwälder. Die Erdölförderung in vielen Regenwaldgebieten führt meist zur Ölverseuchung der Böden und des Wassers. Hinzu kommt der immer noch zunehmende Anbau von Ölpalmen zur Deckung des Bedarfes an Pflanzentreibstoffen, vor allem in Europa.
In dem Abschlussdokument des 1. Regionalen Gipfels Amazonien, der vom 15. bis 18. August 2011 in Manaus stattfand, beklagen die VertreterInnen der Indigenenorganisationen aus den neun Anrainerländern Amazoniens, die gemeinsam die COICA bilden (Koordination der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens), die zunehmende Zerstörung der Regenwälder und die damit einhergehende Bedrohung ihres Überlebens und ihrer Rechte.
Da die Zerstörung der Wälder weltweit mit fast 20 Prozent am Klimawandel beteiligt ist, haben sich die Mitglieder des Klima-Bündnis schon bei ihrer Gründung vor mehr als 20 Jahren nicht nur zum kommunalen Klimaschutz, sondern auch zum Erhalt der Regenwälder verpflichtet. Sie tragen dazu bei, indem sie auf den Einkauf von Tropenholz aus illegalem Handel verzichten und die Indigenenorganisationen der COICA unterstützen.
Auf internationaler Ebene werden große Hoffnungen für den Schutz des Klimas und den Erhalt der Wälder in marktbasierte Instrumentarien gesetzt wie z.B. REDD (Reduzierung der Emissionen aus Waldzerstörung und Walddegradation). Doch diese Abkommen werden von den indigenen Partnern des Klima-Bündnis sehr kritisch gesehen: „Wenn die Industrieländer nicht bereit sind, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, wird REDD+ alleine den Klimawandel nicht aufhalten“, warnte Alberto Pizango, Präsident der AIDESEP, der nationalen Indigenenorganisation Perus, in Manaus.
Die kritische Betrachtung von REDD und seine Auswirkungen auf indigene Völker vor allem in Amazonien ist deshalb auch das Thema einer Veranstaltung, die das Klima-Bündnis gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Oro Verde am 13. Oktober in Berlin durchführen wird.
Weitere Informationen:
Thomas Brose, Tel. 069-717139-31,












