(openPR) Mit der Globalisierung scheinen alle Kulturprozesse noch einmal kurzlebiger zu werden. Umso überraschender ist es, mit welcher Eindringlichkeit antike Texte und Aussagen auch heute noch zu uns sprechen. Klaus Bartels widmet sich mit seinem Buch „Jahrtausendworte in die Gegenwart gesprochen“ (Philipp von Zabern) der Sprachüberlieferung und öffnet die Augen für die Zeitlosigkeit antiker Zitate. Mit Feinsinn und Humor zeichnet der Klassische Philologe die Herkunft bekannter Redewendungen nach und zeigt auf, wie treffsicher sie auch auf aktuelle Gesellschaftszustände anzuwenden sind.
Wie modern mutet Marc Aurel zum Beispiel an, wenn er das „alles in sich selbst umschlagende“ Recycling der Natur bewundert. Und Tertullians Klage über das Überhandnehmen des Menschen „Wir sind der Welt zur Last“ scheint ebenso in unsere jüngste Gegenwart hineingesprochen wie Aristipps Deklaration der Bildungskosten als eigentliche Freiheitskosten.
Bartels strukturiert sein Buch nach Gesellschaftsbereichen wie „Staat und Gesetz“, „Alternatives Leben“ und „Jugend und Alter“. Das farben- und facettenreiche Kaleidoskop lädt dazu ein, die Antike aus der Perspektive der Gegenwart und genauso die Gegenwart aus der Perspektive der Antike zu betrachten. Die „Jahrtausendworte“ schlagen eine Brücke über die Epochen hinweg und belegen, wie sehr sich unser Lebensgefühl im Zeitgeist der Antike widerspiegelt.
Klaus Bartels
Jahrtausendworte in die Gegenwart gesprochen
Philipp von Zabern
200 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
€ 19,90 / SFr 28,90
ISBN 978-3-8053-4369-5












