(openPR) Schwerbehinderte müssen weiter abwarten, ob die positiven Tendenzen des Arbeitsmarktes sie im Herbst erreicht
„Während die Arbeitslosigkeit in Hamburg im August insgesamt zurückgeht – trotz – Urlaub - öffnet sich weiter die Kluft zwischen Jüngeren und Schwerbehinderten sowie Langzeitarbeitlosen. Nach den August-Zahlen der Hamburger Agentur für Arbeit sank die Quote insgesamt um 1.079 auf 73.466 Arbeitslose (-1,4 Prozent). Doch die Rate der Betroffenen mit Schwerbehinderung liegt konstant hoch bei 3.871 Menschen. Sie stieg im August um 2,8 Prozent (106) zum Vormonat. Zum Vorjahres-Monat steht ein Plus von 21,8 Prozent.
„Es ist erfreulich, dass die Arbeitslosen-Statistik im August für fast alle ein Minus verzeichnet, weil die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch ist. Doch das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass dieser Aufschwung die Schwerbehinderten nicht erreicht. Es ist zu hoffen, dass die positiven Tendenzen mit Zeitverzögerung auch bei ihnen ankommen. Wir müssen zuversichtlich sein, dass der erste Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres verstärkt Menschen mit Handicap integriert“, so Peter Müller, Mitglied der Unternehmensleitung, Berufsförderungswerk Hamburg, BFW. „Schwerbehinderte dürfen nicht die vergessenen Fachkräfte werden. Noch haben sie nichts vom Aufschwung. Für sie zählt bundesweit 14,6 Prozent Arbeitslosigkeit“. Die Quote kletterte in den letzten drei Jahren um zehn Prozent. In Hamburg sind 5,3 Prozent der Arbeitslosen schwerbehindert.
„Der Weg von Menschen mit Handicap in den Job wird immer steiniger, wenn an Fort- und Weiterbildung gespart wird“, kritisiert Müller, dass auch die Hamburger Agentur weniger Geld erhält. „Dann fehlt Geld, um die Integrationschancen zu erhöhen“. So sinkt auch in Hamburg die Zahl derer, die von beruflicher Weiterbildung und Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsplatz profitieren: August 2011 waren es 3.771, im Vorjahresmonat: 5.541. Allein die Neuzugänge im Bereich „berufliche Weiterbildung“ lagen seit Jahresbeginn 2011 um 48,9 Prozent niedriger als zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bei Absolventen sind es 36,8 Prozent weniger.













