(openPR) Niedersächsischer Landwirtschaftsminister Gert Lindemann eröffnet die bundesweit erste von einem Landwirt betriebene Biogastankstelle mit innovativer Aufbereitungsanlage im Landkreis Lüchow-Dannenberg
„Im Wendland hat man die Nutzungsalternative von Biogas als Treibstoff nicht nur frühzeitig erkannt, sondern sie auch in die Tat umgesetzt“, erkennt Gert Lindemann, Niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, die jahrelange Pionierarbeit in punkto Regenerative Energien innerhalb der Bioenergie-Region lobend an. Die Region war mit dem Thema Biogas als Treibstoff anderen um Jahre voraus. Denn schon im Jahr 2006 wurde im Landkreis die erste Biogastankstelle Deutschlands eröffnet, und nun folgt am 26. August die feierliche Eröffnung der zweiten.
Der Minister hält um 16.30 Uhr eine Ansprache und wird anschließend um etwa 17 Uhr die offizielle Einweihung der Biogas-Tankstelle im Landkreis Lüchow-Dannenberg und deren Gasaufbereitungsanlage vornehmen. Besonders freut es ihn, dass es die erste von einem Landwirt betriebene öffentliche Biogas-Tankstelle Deutschlands ist. Denn, so Lindemann, „die Bioenergie ist hinsichtlich ihrer Bedeutung als Einkommensalternative für die Land- und Forstwirtschaft schon heute von großer Wichtigkeit“. Und bei der regionalen Produktion und Nutzung von Biogas als Treibstoff bleibt die Wertschöpfung im ländlichen Raum.
Zur Einweihung der neuen Biogas-Tankstelle und der Gasaufbereitungsanlage laden der Betreiber und Landwirt Horst Seide, das Unternehmen Dreyer & Bosse aus der Region, das die innovative Aufbereitungstechnik entwickelt hat, und die Bioenergie-Region Wendland-Elbetal, eine von 25 bundesweiten Modellregionen für Bioenergie, ein.
Die Eröffnung beginnt am 26. August um 13 Uhr auf dem Gelände der Biogasanlage im Breeser Weg, Dannenberg (ca. 1 km vom Autohof Dannenberg, wo die Biogas-Tankstelle steht, entfernt). Ab 14 Uhr können sich die Besucher bei interessanten Vorträgen von Fachleuten informieren z.B. über „Wie kommt die Möhre in den Tank?“, „Wie wird aus Rohbiogas reines Bio-Methan zum Tanken?“ oder „Biomethan als Kraftstoff – Status quo und Perspektiven“. Info-Stände, Besichtigungen der Anlagen und eine Ausstellung der neuesten Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Fiat und Opel bringen zudem Interessierten das Thema Fahren mit Biogas näher. Es werden zudem auch viele Fachbesucher und Unternehmen vor Ort sein, die sich für die Aufbereitungs- und Tanktechnik interessieren, sich fachlich auf den neuesten Stand des Fahrens mit Biogas bringen und die Umstellung ihres Fuhrparks erwägen. Besucher erwartet weiterhin ein Biogas-Quiz – mit sehr attraktiven Preisen! Der Hauptgewinn, ein Navigationsgerät, das alle Erdgastankstellen anzeigt, und die anderen Preise werden um 18.00 Uhr bei der Preisverleihung vergeben. Zudem sorgen Kinderaktionen und leckere Verpflegung den ganzen Tag für Abwechslung und Unterhaltung. Die Veranstalter erwarten mehrere hundert Besucher an diesem Tag – jeder ist herzlich eingeladen, mit dabei zu sein.
Die Biogas-Tankstelle befindet sich auf dem Autohof in Dannenberg. Sie schließt dort eine wichtige Versorgungslücke für Erdgas-Autofahrer, auch jenseits der Elbe. Für viele Familien und Geschäftsleute ist dies Anlass, sich jetzt für den Kauf eines gasbetriebenen Autos zu entscheiden. Dabei muss bei der ausgereiften Fahrzeugtechnik heute niemand mehr auf Komfort, Sicherheit oder Schnelligkeit beim Autofahren verzichten. Zudem bringt der günstige Treibstoffpreis schnell eine deutliche Kostenersparnis, denn ein Kilopreis von beispielsweise 1,034 €, wie er in Dannenberg angeboten wird, entspricht umgerechnet unglaublichen 69 Cent pro Liter im Vergleich zu Benzin.
Aber nicht nur das: es ist auch ein Beitrag zur nachhaltigen Mobilität – denn für das dort gezapfte Biogas werden ausschließlich Pflanzenabfälle und Obstreste vergoren, die CO2-Bilanz kann sich sehen lassen. Und: der Treibstoff wird regional produziert. So ist die Aufbereitung von Biogas als Treibstoff ein wichtiger Baustein für die Wertschöpfung in der Region und ein Beitrag dazu, auch in Zukunft bei den Erneuerbaren die Nase vorn zu haben.
Zwischen der Biogasanlage, die sich etwa 1 km von der Tankstelle entfernt befindet, und der Zapfsäule auf dem Autohof passiert das Gas einige Stationen modernster Technik, in denen es vom Rohgas zum hochwertigen Biomethan wird, das ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Das hiesige Unternehmen Dreyer und Bosse Kraftwerke GmbH mit Sitz in Gorleben hat die AminSelect Biogasaufbereitungsanlage selbst entwickelt und gebaut. Das AminSelect-Verfahren überzeugt durch den geringen elektrischen Bedarf, die hohe Produktgasqualität und einen sehr geringen Methanverlust bei der Aufbereitung. Des Weiteren benötigt dieser Anlagentyp viel Wärme, die als Abwärme der Blockheizkraftwerke oft im Überschuss zur Verfügung steht. Das Produktgas gelangt nach der Aufbereitungsanlage in das öffentliche Erdgasnetz. An der nahegelegenen Tankstelle wird dieses Gas auf über 200 bar(ü) gepresst und in Hochdruckflaschen für den Tankbetrieb gespeichert.
Die Raiffeisen-Warengenossenschaft Jameln e.G. ließ sich im Jahr 2006 auf das Abenteuer ein, die erste Biogas-Tankstelle im Landkreis Lüchow-Dannenberg zu betreiben. Das Pilotprojekt hatte über die Jahre einige Hürden und Hindernisse technischer und wirtschaftlicher Art zu meistern, die weniger idealistische Kunden und Betreiber vielleicht verschreckt hätten. Die Wendländer sind der Idee und der Pilotanlage jedoch treu geblieben und haben es damit ermöglicht, es über die Jahre zum Erfolg zu führen. Sie wissen, dass das Tanken von Biogas ihr konkreter eigener Beitrag zur Energiewende ist. Die Biogastankstelle hat nicht nur deutschlandweit die Aufmerksamkeit auf die Pioniere in Lüchow-Dannenberg gelenkt, sondern freut sich über einen wachsenden und zufriedenen Kundenstamm. Dies ist auch Ziel der zweiten Biogas-Tankstelle in Lüchow-Dannenberg.







