(openPR) Für die bundesweiten „Initiativen mit Weitblick“ ist die Vergärung von Nahrungsmitteln in Anlagen zur Methangasproduktion nicht nur mit Blick auf den Hunger in der Welt unverantwortlich.
Die bundesweiten „Initiativen mit Weitblick“ kritisieren die ungebremst starke Konkurrenz um Ackerflächen zwischen Nahrungsmittel- und Energiepflanzen. Angesichts der Hungerkatastrophe in Ostafrika, weltweiter Rekordpreise für Lebensmittel und deren Ungleichverteilung sei die aktuelle Politik der Bundesregierung zynisch, den Anbau von Energiepflanzen zu subventionieren. Mit einer landwirtschaftlich und ökologisch sinnvollen Nutzung der Ressourcen könnte man den Hunger der Welt bekämpfen, aber Deutschland leistet sich den Luxus, auf zwei Millionen Hektar Anbaufläche wertvolle Lebensmittel ausschließlich als Energieträger anzubauen.
„Angesichts der Hungernden in Afrika ist es schon sehr zynisch, dass hier weiterhin die Maisanbauflächen für Energiemais steigen“, bemerkt Gertrud Stechmesser. „Wir erleben aktuell eine Hungerkatastrophe in den ärmsten Ländern der Welt, die der reiche Westen nicht ignorieren darf. Jetzt müssen alle Kräfte gebündelt werden, um das Leben der betroffenen Menschen zu retten, und die politisch geförderte Verknappung von Ackerflächen muss sofort gestoppt werden.“
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) ist die bundesweite Anbaufläche für Silo- oder Grünmais allein im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent auf 1,9 Millionen Hektar gestiegen (in Deutschland begrenzt sich die Ackerfläche insgesamt auf zwölf Millionen Hektar). Die starke Zunahme des Maisanbaus ist seit der EEG Novelle 2004 zu verzeichnen und geht auf den Zubau an Biogasanlagen zurück. Allein in den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich die Aussaatfläche für Mais um 60 Prozent. Auch für das laufende Jahr vermelden Landesbetriebe für Statistik eine ungebremst starke Zunahme des Maisanbaus. In Niedersachsen entspricht die Anbaufläche für Mais annähernd einem Drittel der Ackerfläche, während der Getreideanbau 2011 einen historischen Tiefstand erreicht.
(Quelle: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2010/05/PD10__178__412,templateId=renderPrint.psml und http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/355/article/17073.html )
Die weltweite Preisexplosion bei Nahrung wird von mehreren Faktoren hervorgerufen. Neben dem verstärkten Anbau von Energiepflanzen nennen Experten außerdem Extremwetter, Weltbevölkerungswachstum, Spekulation an den Börsen sowie hohe Öl- und Düngerpreise als Gründe für die dramatisch zugespitzte Lage. Die Vorräte an Nahrungsmitteln sinken weltweit, obwohl die Produktion von Getreide, Mais & Co als Nahrungsgrundlage in den nächsten 40 Jahren um 70 Prozent steigen müsste, warnt die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO.
(Quelle: http://www.faz.net/artikel/C31721/geschaefte-mit-ackerland-investoren-haben-landlust-30465289.html )
Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind
„Es ist deprimierend, dass die westliche Politik es in den vergangenen Jahrzehnten nicht geschafft hat, das Hungerproblem zu lösen oder auch nur das im Jahr 2000 selbst propagierte Millennium-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen einzuhalten, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren. Dabei handelt es sich bei der ungerechten Verteilung von Lebensmitteln zu einem Großteil um ein politisches Problem“, ergänzt Heiko Scholz, Pressesprecher der Initiativen mit Weitblick. „Es ist aber vor allem frustrierend, dass man durch persönliche Privatspenden die Not der hungernden Menschen lindern will, aber mit den eigenen Steuern eine Subventionspolitik betrieben wird, die dieses Problem sogar noch verschärft.“
Laut World Food Report der Welternährungsorganisation (FAO) stirbt auf der Welt alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger. Alle vier Minuten verliert ein Mensch sein Augenlicht, weil er zu wenig Vitamin A bekommt. Jeder sechste Mensch ist permanent schwerst unterernährt. Die Staatschefs der Welt haben in den Millennium-Goals auch dokumentiert, dass Hunger zu den größten Tragödien der Welt neben Analphabetismus, verseuchtem Wasser, Kindersterblichkeit und HIV zählt. Nach Angaben der FAO leben ungefähr eine Milliarde Menschen von einem US-Dollar oder weniger pro Tag. Für sie werden steigende Preise für Nahrungsmittel schnell lebensbedrohlich.
(Quelle: http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/alle-fuenf-sekunden-verhungert-kind-530883.html )
Was fordern die Initiativen mit Weitblick?
Bereits über 50 Bürgerinitiativen haben sich deutschlandweit als „Initiativen mit Weitblick“ (http.//www.initiativen-mit-weitblick.de) zusammengeschlossen. Sie kämpfen gegen den Bau weiterer Industrieanlagen zur Erzeugung von Methangas aus Lebensmitteln. Die Produktion von Methangas aus einjährigen Ackerpflanzen wie Mais oder Getreide geht einher mit hohen wirtschaftlichen, sozialen und Umweltkosten. Subventioniertes „Biogas“ aus Nahrungsmitteln untergräbt die marktorientierte Nahrungsmittelproduktion, ruiniert landwirtschaftliche Pachtbetriebe und beschädigt das Gemeindeleben. Von der Politik erwarten die Initiativen mit Weitblick deshalb einen Baustopp für alle Methangasanlagen, die auf der Basis nachwachsender Rohstoffe (Nawaro-Anlagen) arbeiten, sowie eine Ausrichtung der Fördergelder alleine nach dem Umfang der Treibhausgasminderung.






