(openPR) Quickborn. Der MPC Rendite Fonds Leben Plus GmbH & Co. KG steckt in der Krise, die WestLB hat im Vorfeld der außerordentlichen Versammlung am 04. August 2011 mit der Kündigung und sofortigen Fälligstellung der Kreditlinie gedroht. Teile des Policenportfolios müssten dann vorzeitig unter ungünstigen Bedingungen verwertet werden, u.U. durch die WestLB selbst. Dem Fonds könnte damit die Insolvenz drohen, die Anleger erhalten bestenfalls nur noch Bruchteile ihrer Einlage zurück. Dabei wurde die Beteiligung im Emissionsprospekt noch beworben mit „Hohe Renditechancen und Sicherheit vergleichbar einer Sparbucheinlage“.
Zwar sind deutsche Lebensversicherungen selbst vor Insolvenzen geschützt. Gerät eine Versicherungsgesellschaft in Liquiditätsschwierigkeiten, wird sie von der Protektor Lebensversicherungs-AG unterstützt und die Verträge ggfls. von dieser weitergeführt. Die Anleger von MPC Rendite Fonds Leben beteiligen sich aber an einem eigenständigen Fonds, nicht an der abgesicherten Versicherung.
Gerade Lebensversicherungsfonds wurden häufig an Anleger über dem 60. Lebensjahr verkauft. Dies überrascht vor dem Hintergrund, dass z.B. beim MPC Rendite Fonds Leben plus mit Zeichnung im Jahre 2002 eine Laufzeit von rund 16 Jahren bis zum 31.12.2017 vereinbart wurde. Eine vorzeitige Kündigung ist nur aus wichtigem Grund möglich, insbesondere bei Berufsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit von über einem Jahr. Einen Zweitmarkt gibt es hier faktisch nicht, so dass ein vorzeitiger Ausstieg durch Verkauf der Fondsanteile nicht oder nur mit exorbitant hohen Verlusten möglich ist. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass bei Vermittlung des Fonds das Provisionsinteresse vor das Anlegerinteresse gestellt wurde.
Betroffene Anleger sollten mögliche Schadensersatzansprüche prüfen lassen, wenn Sie über die Risiken bis hin zum Totalverlust nicht aufgeklärt wurden.
Kanzlei Winther, von Einem, Barth
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Über das Unternehmen
Bei den MPC Rendite Fonds Leben handelt es sich um Lebensversicherungsfonds, bei denen sich Anleger in der Regel als Kommanditisten beteiligen. Der Fonds kauft gebrauchte Lebensversicherungen auf, der Verkäufer der Lebensversicherung erhält einen Betrag der unter seinen Einzahlungen, aber über dem Rückkaufwert durch die Versicherung selber liegt. Der Fonds bedient dann die Versicherungsraten bis zur Ablaufleistung der Versicherung. Aus der Garantieverzinsung sowie etwaiger Überschussbeteiligungen der Lebensversicherungen soll sich dann der Gewinn für den Anleger ergeben.
Was auf den ersten Blick wie ein sicheres Geschäftsmodell aussieht, ist tatsächlich eine unternehmerische Beteiligung, die mit Risiken bis hin zum Totalverlustrisiko behaftet ist. Häufig werden die Versicherungskäufe durch den Fonds mit bis zu 80 % Bankkredit finanziert, was bei niedrigen Kreditzinsen und hoher Überschussbeteiligung der Versicherung ein gutes Geschäft sein kann. Sinken die Versicherungsleistungen wegen der Weltmarktlage oder der Finanzkrise auf die Mindestverzinsung, dann werden steigende Kreditzinsen zur offenen Flanke des Fonds, das Geschäftsmodell rechnet sich nicht mehr. Hat sich zugleich der Kreditgeber die Versicherungen als Sicherheit übereignen lassen, droht schnell die Insolvenz des Fonds, wenn von diesem Sicherungsrecht Gebrauch gemacht wird.
Bei den amerikanischen Lebensversicherungsfonds kommt eine weitere Schwierigkeit hinzu. Bei den Prognose- und Rentabilitätsrechnungen wurde zum Teil von veralteten Sterbetafeln ausgegangen, d.h. die Lebenserwartung der Versicherungsnehmer wurde bis zu 25 % zu niedrig angesetzt. Auf dem amerikanischen Lebensversicherungsmarkt werden ganz überwiegend Versicherungen auf den Todesfall abgeschlossen. Der Fonds übernimmt die Versicherung, zahlt die Beiträge weiter und erhält die Ausschüttung, wenn der Versicherungsnehmer verstirbt. Bei diesem Geschäft mit dem Tod verdient der Fonds also besser, wenn die versicherte Person früh stirbt. Was schon als Geschäftsmodell makaber klingt, wird für die Fonds-Anleger zum Pleiterisiko, wenn die versicherten Amerikaner im Schnitt länger als prognostiziert leben.