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Management Cockpit-Entwicklungen für Unternehmen

20.07.201111:43 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Management Cockpit-Entwicklungen für Unternehmen
Kurs Internationales Controlling im Masterstudiengang IAT  Von Prof. Dr. C. Fink und den Studierenden von IAT2
Kurs Internationales Controlling im Masterstudiengang IAT Von Prof. Dr. C. Fink und den Studierenden von IAT2

(openPR) Die Masterstudierenden des Studiengangs IAT setzten im Kurs Internationales Controlling sehr erfolgreich ihr erlerntes Wissen in praxisorientierte Controllinganwendungen für Groß-und Kleinunternehmen um. Aufgrund der Begeisterung der Praxispartner über die Ergebnisse, stellen wir hier die einzelnen Projekte vor:



Projekt 1: Unternehmensbewertung eines KMU nach den Standards des IDW

Von Ch. Driller; Ch. Huss; M. Vandersee

Im Rahmen eines Praxisprojektes im Modul Internationales Controlling hatten drei Studierende des Studiengangs International Accounting and Taxation eine Unternehmensbewertung eines KMU in der IT-Branche durchzuführen.
Die Studierenden wandten dabei die Standards des IDW an. Praxisnahe Unterstützung erhielten sie dabei von einem Vertreter einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Kern der Arbeit war, eine Risiko- und Chancenanalyse basierend auf Vergangenheits- und Prognosedaten durchzuführen, um davon eine zukünftige Umsatzprognose abzuleiten. Unter anderem führten die Studenten Bereinigungen der Jahresabschlüsse der Vorjahre durch, um schlussendlich einen objektivierten Unternehmenswert generieren zu können.
Neben der Ermittlung des Unternehmenswerts konnten die Studierenden durch ein selbst gestaltetes Excel-Tool zusätzlich eine Optimierung des internen Controllings des Unternehmens bewirken, wodurch kunden- und geschäftsfeldspezifische Auswertungen generiert werden können, die zu einer verbesserten Steuerung des Unternehmens genutzt werden. Sie entwickelten darauf aufbauend ein Unternehmensbewertungstool, welches auch in Folgejahren verwendet werden kann, um Ansätze für eine kontinuierliche Wertsteigerung identifizieren zu können.
Die Studierenden arbeiteten dabei eng mit dem Geschäftsführer des Unternehmens zusammen, so dass ein maximaler Nutzen für das Unternehmen erzielt werden konnte. Dies wurde auch so von dem Geschäftsführer bestätigt: „Ich erkenne den Mehrwert dieses Projektes für mein Unternehmen und bin beeindruckt von der Leistung der Studenten, sich in so kurzer Zeit in eine derart komplexe Thematik einzuarbeiten.“


Projekt 2: Management Cockpit für das Beteiligungscontrolling in Emerging Markets Daimer Trucks

Von Patrick Böttcher, Sandy Schatz und Carlos Fernandez

Im Rahmen unserer Vorlesung „Internationales Controlling“, hatten wir die Möglichkeit zu einer studienbegleitenden Projektarbeit bei Daimler Trucks in Stuttgart. Als Aufgabenstellung hatten wir uns, nach Rücksprache mit den Verantwortlichen, auf das Thema Beteiligungscontrolling in Emerging Markets verständigt. Dabei sollte unser Ergebniss insbesondere auf die Problematik eines einheitlichen Bewertungsmaßstabes für Beteiligungen von Daimler Trucks abzielen.
Durch die enorm steigende Bedeutung der Emerging Markets und die aktuellen Beteiligungen von Daimler Trucks in diesen Ländern, wurde der Schwerpunkt vor allem auf aufstrebende Länder wie Russland, Indien oder China gelegt. Zum Beginn unseres Projekts arbeiteten wir uns langsam aber sicher durch das ausführliche und umfassende Daimler Performance Management Systems. Dieses über viele Seiten erklärte interne Performance System war zugleich unser erster Ansatzpunkt für diese Arbeit. Unser Ziel war, bereits vorhandene Systeme aufzunehmen und an die Anforderungen von Emerging Markets anzupassen sowie gegebenfalls zu verbessern. Als weiteren Schritt konzentrierten wir uns auf spezielle Charakteristiken von Emerging Markets. Dabei sind uns vor allem Risiken und Chancen im Bereich Inflation, Währung und Wirtschaftswachstum aufgefallen, die man unserer Meinung nach berücksichtigen sollte. Im Laufe der Arbeit ist uns immer öfters die große Bedeutung der wertorientierten Kennzahl „Economic Value Added (EVA)“ im Daimler Konzern aufgefallen, die jedoch in der Beurteilung ausländischer Beteiligungen bei Daimler Trucks fehlte. Aufgrund ihrer länderspezifischen Aussagekraft entschlossen wir uns, diese Kennzahl in unser „Tool“ mitaufzunehmen. Als letzte und wohl größte Herausforderung entwickelten wir ein sogenannten „Dashboard“, welches es Daimler Trucks ermöglicht, anhand von wenigen Daten aus ihren Beteiligungen eine sehr detaillierte und aussagekräftige Auswertung zu erhalten. Als Zusatz wurde anhand dieser Auswertungen ein zusammenfassendes „Vorstands-Sheet“ für zukünftige Aufsichtsratsitzungen erstellt.
Zum Abschluss unserer Arbeit stellten wir unsere Ergebnisse, unter großer Begeisterung, sowohl bei Daimler Trucks als auch unseren Kommilitionen an der Hochschule vor.
Abschließend ist anzumerken, dass uns dieses Projekt durch einen sehr positiven Verlauf eine Menge Erfahrung und praxisrelevante Einsichten gebracht hat.
Zusätzlich ist es uns durch eine sehr gute Kommunikation mit Vertretern von Daimler Trucks und deren große Hilfsbereitschaft für unser Projekt gelungen, ein sehr gutes Ergebnis zu präsentieren.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Daimler Trucks und Frau Prof. Dr. Fink über die uns gebotene Möglichkeit, interessante und spannende Einblicke in einen Weltkonzern wie die Daimler AG zu bekommen.


Projekt 3: Einkaufscontrolling bei der Pauly Biskuit AG
Von Mathias Beck, Andreas Kroek, Christian Maier
Das Projektteam um Mathias Beck, Andreas Kroek und Christian Maier (alle IAT) konnte als Projektpartner die in Dessau ansässige Pauly Biskuit AG gewinnen. Die Leistung der Pauly Biskuit AG umfasst als Backwarenproduzent die Auftragsherstellung von Halb- und Fertigfabrikaten für große Marken von der Produktidee über die Rezeptur und Technologien bis hin zur Verpackung. Darüber hinaus umfasst die Geschäftstätigkeit auch Diät- sowie gluten- und laktosefreie Produkte.
Das Projekt der Studenten war im Bereich Einkaufscontrolling (technischer Einkauf) angesiedelt. Da der technische Einkauf bisher in Form einer reinen Bestellabwicklung ohne fixierte Prozessabläufe und Bestellzyklen ablief, sollten die Studenten durch ihre Ausarbeitungen zunächst Transparenz schaffen, aber auch Einsparpotentiale aufdecken sowie ein Reporting-Tool entwickeln. Schlussendlich wurden durch Warengruppen- und ABC-Analysen Möglichkeiten geschaffen, individuell für einzelne Lieferanten und Warengruppen Einsparpotentiale zu ermitteln. Die vereinbarten Gesamteinsparpotentiale lagen im zweistelligen Prozentbereich. Durch das Excel-Tool und die Handlungsanweisungen in Form eines Manuals sollen die Maßnahmen nachhaltig im Unternehmen umgesetzt und überwacht werden und damit ein effizienteres Arbeiten in dem Bereich des Unternehmens ermöglicht werden.

Interview mit Robert Ebner, Pauly Biskuit AG, 22.06.2011
Herr Ebner, die Pauly Biskuit AG hat ihren Sitz in Dessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt - nicht gerade in der Nähe der ESB Business School. Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Projekt an unsere Hochschule zu vergeben?
Ebner: Da ich selbst aus dem Landkreis Tübingen stamme, ist mir der hervorragende Ruf der ESB Business School schon lange bekannt. Nachdem meine Frau selbst vor einigen Jahren an der ESB absolvierte - Diplomarbeit bei Frau Prof. Dr. Fink - hatte ich auch selbst den persönlichen Bezug zur Hochschule. Ebenso hatte ich hieraus resultierend einen konkreten Ansprechpartner, den ich mit einer konkreten Fragestellung konfrontieren konnte. Dass solche "Studentenberatungsprojekte" üblich sind, war mir daher bekannt, da meine Frau selbst eine Risikoanalyse für ein schwäbisches Unternehmen bezüglich einer möglichen Standortverlagerung nach Rumänien bearbeitet hatte.
Was ist ihre Position in der Firma und welchen Herausforderungen bzw. Problemen sind Sie in Ihrem momentanen Arbeitsablauf ausgesetzt?
Ebner: Meine Position derzeit ist Betriebsleiter und Prokurist. In den folgenden Monaten werde ich zum Geschäftsführer bestellt. Die größte Herausforderung ist es derzeit, eine sich selbst tragende Organisation aufzubauen.
Wie lief das Projekt für Sie ab? Inwieweit werden sie die Ergebnisse im Unternehmen umsetzen?
Ebner: Das Projekt lief aus meiner Sicht sehr entspannt ab. Gerne hätte ich mich intensiver um dieses Projekt gekümmert, da die Ersatzteilbeschaffung jedoch nur einen kleinen Teil meiner täglichen Arbeit darstellt, konnte ich nicht all zu tief in die Details einsteigen. Dies war jedoch kein größeres Problem, da die 2-3 wenigen, aber intensiven Besprechungen mit dem studentischen Team vollkommen ausgereicht haben. Das Team hat dann hervorragend eigenständig gearbeitet und Ergebnisse so generiert, dass die hiermit täglich beschäftigten Personen eine gute Vorlage haben, um diesbezüglich weiterzuarbeiten. Es gilt nun, die noch aggregierten Maßnahmen zu operationalisieren und im Tagesgeschäft Stück für Stück umzusetzen. Eventuell müssen noch Lieferantenverträge berücksichtigt werden, so dass sich gegebenenfalls das Einfahren der Ergebnisse verzögert.



Projekt 4: Performance Management der zukünftigen Masa GmbH anhand eines Dashboards
Von Annelie Kiesow, Eva Mönch und Silke Pettkus
Im Rahmen dieses Projektes beschäftigte sich das Projektteam mit dem Thema Performance Management und dessen visueller Darstellung in einem Dashboard. Die Zusammenarbeit erfolgte mit der Firma ZLex GmbH mit Sitz in Echterdingen, ein Dienstleister für Konzepte und Lösungen im Bereich SAP Financials und u.a. der strategische Berater der Masa GmbH, einem Unternehmen der Maschinen- und Anlagenbaubranche mit Sitz in Andernach.
Ziel des Projektteams war die Implementierung und Anwendung des Dashboards bei der aus der Verschmelzung der „jetzigen“ Masa GmbH und der Masa-Henke Maschinenfabrik GmbH hervorgehenden „künftigen“ Masa GmbH.
Die Umsetzung des Dashboards erfolgte in einem ersten Schritt anhand der Analyse des Ist-Zustands. Dabei wurde deutlich, dass bisher in keinem der beiden Unternehmen ein internes Reporting existierte. Im Anschluss daran wurde die Erarbeitung des Soll-Zustands (das Dashboard) für das zukünftige interne Reporting dargestellt. Zur Bewertung der Finanzkennzahlen mit Hilfe eines Schulnotensystems entwickelte das Projektteam Schwellenwerte basierend auf internen und externen Daten. Schließlich wurden Handlungsempfehlungen, die auf die Ergebnisse der Berechnung der Kennzahlen im Monat Mai aufbauen, durch das Projektteam erläutert sowie ein kurzer Ausblick, insbesondere hinsichtlich etwaiger Schwächen des Dashboards, gegeben.
Für alle Seiten konnte dieses Projekt positiv bewertet werden: Die Zlex GmbH hat durch die Ausarbeitung und das Dashboard eine gute Grundlage für die weitere Beratung der Masa GmbH. Die Masa GmbH hat einen erheblichen Mehrwert durch die künftige Anwendung des Dashboards. Das Projektteam konnte nicht nur sein Wissen über die Steuerung von Unternehmen mittels Kennzahlen erweitern, sondern hat auch gelernt, dieses Wissen im konkreten Fall anzuwenden, mit Rückschlägen und Enttäuschungen umzugehen und letztendlich mit den unterschiedlichsten Menschen auf einer fachlichen Ebene erfolgreich zu kommunizieren. Alles in allem sind die Controlling-Projekte eine tolle Erfahrung und eine gute Vorbereitung auf das nahende Berufsleben, in welchem genau die oben erwähnten Punkte den Alltag prägen.

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