openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Der Phoenix aus Bitumen - Über die Wiedergeburt einer Traditionsfirma aus dem Revier

28.07.200516:00 UhrIndustrie, Bau & Immobilien

(openPR) Gleich zwei Geburtstage pro Jahr feiert das Oberhausener Familienunternehmen Krebber Moderne Baustoffe GmbH. Einmal am 3. Oktober, dem Tag der Unternehmensgründung vor rund 130 Jahren. Und dann noch am 1. Mai. Da nämlich gelang 2004 nach zwischen-zeitlicher Insolvenz der erfolgreiche Neustart des Dachbahnen-Spezialisten – unter Rück-besinnung auf alte Tugenden.



2001 teilten rund 10.000 nordrhein-westfälische Unternehmen ein gemeinsames Schicksal: Die Insolvenz. Auch im 1875 gegründeten Familienunternehmen Krebber standen im Frühjahr des Jahres die Maschinen still. Nicht allein die in dieser Zeit zu beobachtende Verschiebung vom produzierenden Gewerbe zu den Dienstleistungsbereichen war schuld. "Ein entscheidender Fehler war die zu rasche Expansion ins Ausland", berichtet Oliver Krebber, heutiger Geschäfts-führer und Ur-Ur-Enkel des Gründers. "Zudem hat die damalige Geschäftsführung eine wichtige Säule des Unternehmens zu sehr vernachlässigt: Die Erfahrung der Alten." Als Krebber seinen unternehmerischen Erfolgshöhepunkt in den 1990er Jahren erlebte, arbeiteten dort noch 60 Flachdachspezialisten und Ingenieure jeden Alters. "Damals produzierten wir fünf Millionen Quadratmeter Bitumen-Dachbahnen im Jahr. Mit rund 250 Stammkunden ging es dem Unter-nehmen richtig gut", so Krebber, der selbst seit 1993 im Unternehmen tätig war. Unstimmigkeiten in der vierköpfigen Geschäftsführung führten 1998 dazu, dass er und sein Vater das Unterneh-men schweren Herzens verließen. "Für Unternehmen und Mitarbeiter die einzig sinnvolle Lösung. Erfolg braucht eine klare Linie", erklärt Krebber diesen wegweisenden Schritt. Als sich dann An-fang 2001 ehemalige Mitarbeiter vertrauensvoll an ihn wandten, erfuhr er, wie es der Krebber GmbH zu diesem Zeitpunkt wirklich ging. Zu spät. Nach dem Insolvenzverfahren begannen drei Jahre mühsamer Versuche zu retten, was zu retten war. Und an langen Abenden in den ehema-ligen Büros, versunken in den Tiefen unzähliger Aktenordner, bereitete der Diplom Kaufmann die Auferstehung vor.

Von der Innovation zur Antidröhnpappe und zurück
Oliver Krebber gelang es schließlich, die Produktionsanlagen zu erhalten und das Betriebsgelän-de zurückzukaufen. Und im Frühjahr 2004 war es dann so weit: Zum ersten Mal seit drei Jahren liefen wieder Dachbahnen über das Band. Emsige Gabelstapler bahnen seitdem wieder ihren Weg durch das gefüllte Lager. In der Luft liegt der Geruch von heißem Bitumen. Ein Wunder? Glück? Können? "In erster Linie Leidenschaft", meint Oliver Krebber. "Mein Vater und ich haben erst richtig Spaß, wenn sich die Maschinen drehen. Deshalb haben wir unsere Produktion auch mit Zähnen und Klauen verteidigt." Der Rückhalt der alten Fachkräfte und die Überzeugung, dass Krebber vom Wirtschaftsstandort Oberhausen profitiert, fördern den derzeitigen Wiederaufbau des Unternehmens, das heute wieder 12 Mitarbeiter beschäftigt. "Oberhausen ist eine zentrale Drehscheibe des Rhein-Ruhr-Raums mit einer hohen wirtschaftlichen Produktivität, zu der Krebber nun schon seit vielen Generationen beiträgt", berichtet Krebber. Das günstige Verkehrsnetz eignet sich nach wie vor für uns, da wir uns als Lieferant und technischer Berater in Sachen Bi-tumen-Dachbahnen verstehen." Keine Frage: Oberhausen und Krebber – das passt zusammen. Nicht zuletzt deshalb, weil sowohl durch die Stadt als auch durch das Unternehmen der Wind von Innovation und Forschung weht. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energie-technik, das Zentrum für Umwelt und Energie, die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie und viele andere namhafte Institutionen erforschen die Wirtschaft der Zukunft. Ebenso wie das Unter-nehmen Krebber seit Generationen nach innovativen Techniken und neuen Stoffen für die Bau-werksabdichtung sucht. Stets am Puls der Zeit.

Schon 1875 handelte Krebber mit chemischen Grundstoffen und der Produktion von Seife, Vase-line und Schmierstoffen. Der Großvater des heutigen Geschäftsführers, Hans Julius Krebber, erkannte schließlich die besonderen Eigenschaften und den Nutzwert von Bitumen: Bekannt ist das Erdharz zwar schon seit der Antike, doch die Industrie setzt die Kohlenwasserstoffverbindung mit der dunklen Färbung erst seit dem vergangenen Jahrhundert ein. Heute wird Bitumen aus besonders schweren und asphaltbasischen Erdölen gewonnen, wie man sie in Venezuela oder Russland fördert. Da die Bitumen die schwersten Bestandteile des Rohöls sind, lassen sie sich in einer zweistufigen Destillation problemlos von den leichter verdampfenden Teilen trennen. Der Bitumenverbrauch weltweit und pro Jahr liegt heute bei 3,5 Millionen Tonnen.
"Bitumen ist ein faszinierender Stoff, der im Zusammenhang mit der Dachbahnenproduktion hauptsächlich als Dichtstoff verwendet wird", erläutert Oliver Krebber. "Er macht die Bahnen au-ßerordentlich Temperatur unempfindlich und langlebig." Und vielseitig. Immerhin fertigte Krebber in den 1960er Jahren unter anderem Antidröhnpappen für die Motorhaube des noch rappeligen VW-Käfers. Damit wurde er leiser und hörte sich kraftvoller und knurriger an. Bitumen-Wunderwelt. In den folgenden zehn Jahren spezialisierte sich das Unternehmen dann auf das Abdichtungssegment und bereits 1972 fertigte Krebber die ersten kunststoffmodifizierten Bitu-menbahnen.

Angewandte Chemie
Wenn Tradition auf Innovation trifft, herrscht im Krebber-Forschungslabor Hochbetrieb. Wortwört-lich – schließlich liegt der hell geflieste, fast steril anmutende Raum oberhalb des Gebäudekom-plexes, in dem die alte backsteinerne Produktionsstätte an die moderne Maschinenhalle in Leichtbauweise grenzt. "Wir haben zum Beispiel stark im Bereich der SBS-Polymer-Bitumenbahnen geforscht. Bitumen wird hierbei mit Styrol-Butadien-Styrol vermischt, eine Ver-bindung, die zur Gruppe der Elastomere gehört. Die Moleküle legen sich nebeneinander, wodurch die Bahnen, die aus Glas- oder Polyester-Kombinationsträgern bestehen, äußerst biegsam sind." Eine echte Innovation. Neben klebbaren und durchwurzelungsfesten Dachbahnen entwickelte sich die 1978 eingeführte SBS-Bitumenschweißbahn TEB Jokaplan PL (eine Spezialbahn für einlagige Abdichtung) zum Verkaufsschlager. So hat zum Beispiel die Firma Hella aus Lippstadt zwischen 1995 und 1997 etwa 50.000 Quadratmeter ihrer Werks- und Hallendächer mit Jokaplan abgedichtet – eine Gesamtfläche von nahezu zehn Fußballfeldern.

Rund 90 Prozent der alten Kunden sind der Krebber Moderne Baustoffe GmbH treu geblieben. Dennoch weiß Oliver Krebber, dass der Betrieb sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen darf. Täg-lich landen zig Proben der fertigen Bitumenbahnen auf dem eigenen Tisch und in unabhängigen Labors, um sie hinsichtlich Alterung, Beständigkeit gegen Flugfeuer und strahlende Wärme sowie hinsichtlich der mechanischen Beanspruchung zu überprüfen. Ziehen, Stauchen, Hitze, Kälte. Qualität ist das A und O. So garantiert Krebber, dass die Produkte auch tatsächlich den Quali-tätsvorgaben der Branche entsprechen. Und obwohl die Herstellung von Bitumendachbahnen heutzutage stark normiert ist und somit nur wenig Raum für (dach)bahnbrechende Erfindungen zulässt, treibt der Pioniergeist seiner Vorfahren Oliver Krebber so manches Mal selbst ans Mikro-skop – auf der Suche nach innovativen Methoden, die die Produktion und die Produkte der Kreb-ber Moderne Baustoffe GmbH optimieren und die Angebotspalette sinnvoll erweitern. "Die jüngste Entwicklung am Markt ist die Anreicherung von Bitumen mit Kunststoffen und Harzen", verrät er und schweigt sich über seine eigene Mixtur wohlweislich aus.

Somit kam 2001 vielleicht das Ende für die alte Krebber GmbH. Doch zugleich wurde aus dem Verfall die neue, kraftvolle Krebber Moderne Baustoffe GmbH. Das neue Traditionsunternehmen ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus der Krise eine Tugend wird. Eine Tugend und zwei Geburts-tage.


Weitere Informationen:

Krebber
Moderne Baustoffe GmbH
Ruhrorter Straße 55
46049 Oberhausen

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 55485
 796

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Der Phoenix aus Bitumen - Über die Wiedergeburt einer Traditionsfirma aus dem Revier“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Ökologische Aspekte flacher DächerBild: Ökologische Aspekte flacher Dächer
Ökologische Aspekte flacher Dächer
… wirtschaftliche und sichere Bauweise sind mit ökologischen Konzepten durchaus vereinbar. Dabei richtet sich der Augenmerk auch auf die zu verwendenden Baustoffe. Polymerbitumen- und Bitumenbahnen sind physiologisch und ökologisch unbedenklich. Der natürliche Rohstoff Bitumen gehört zu den ältesten natürlich vorkommenden Baustoffen. Schon um 3200 v. Chr. …
Kontinuierliche Herstellung von polymermodifiziertem Bitumem (PmB) für den Straßenbau
Kontinuierliche Herstellung von polymermodifiziertem Bitumem (PmB) für den Straßenbau
… einer ständig steigenden Belastung unserer Verkehrsflächen im Straßen- und Flughafenbau. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden kommen immer mehr polymermodifizierte Bindemittel (Bitumen) bei der Asphaltherstellung zum Einsatz. Polymermodifizierte Bitumen (kurz PmB genannt) sind werksmäßig hergestellte Gemische aus Bitumen und Polymeren, bei denen die …
Bild: Wasser marsch in Dortmund - hinein in die maritime Vorfreude mit dem neuen Plätzchenausstecher der RuhrperleBild: Wasser marsch in Dortmund - hinein in die maritime Vorfreude mit dem neuen Plätzchenausstecher der Ruhrperle
Wasser marsch in Dortmund - hinein in die maritime Vorfreude mit dem neuen Plätzchenausstecher der Ruhrperle
Wasser march heißt es am 01.Oktober 2010 in Dortmund-Hörde, denn an diesem Tag beginnt die Flutung des Phoenix-Sees. Dieses Ereignis nimmt das Design-Label Ruhrperle zum Anlaß, mit einem neuen Produkt einen Beitrag zu diesem Meilenstein in der Umsetzung dieses einzigartigen städtebaulichen Konzeptes zu leisten. Die Produktfamilie Plätzchenausstecher …
Bild: Bewährter Baustoff: Ceresana veröffentlicht Studie zum europäischen Markt für BitumenBild: Bewährter Baustoff: Ceresana veröffentlicht Studie zum europäischen Markt für Bitumen
Bewährter Baustoff: Ceresana veröffentlicht Studie zum europäischen Markt für Bitumen
Bitumen wird schon seit vielen Jahrhunderten in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt, vor allem in Asphalt. Besonders in der Bauindustrie hat dieses zähe Gemisch einen hohen Stellenwert. Das Marktforschungsinstitut Ceresana veröffentlicht gerade einen vollständigen Überblick zum europäischen Bitumen-Markt: Die Analysten erwarten, dass der Gesamtumsatz …
Hervorragendes Niveau des Brunsbütteler Werkes bestätigt
Hervorragendes Niveau des Brunsbütteler Werkes bestätigt
Die TOTAL Bitumen Deutschland GmbH, Brunsbüttel, hat ihre Spitzenstellung in Sachen Umwelt- und Sicherheitsstandards nun schriftlich. Im Rahmen einer bundesweiten umfassenden Zertifizierung der Muttergesellschaft TOTAL Deutschland GmbH. Berlin, belegte das Brunsbütteler Bitumenwerk eine Spitzenstellung. Die Zertifizierungsgesellschaft DNV Zertifizierung …
Bild: vdd Vorstand in bestehender Form bestätigtBild: vdd Vorstand in bestehender Form bestätigt
vdd Vorstand in bestehender Form bestätigt
(ahoi) FRANKFURT. Die Mitgliederversammlung des vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. begann mit strahlendem Sonnenschein beim gemeinsamen Besuch der Bundes¬gartenschau 2005 in München. Der vdd präsentiert sich dort als innovativer Produktpartner. Vollste Zufriedenheit der vdd-Mitglieder zeigte sich sowohl bei der Besichtigung der …
Bild: Shell Bitumen führt neue Compact-Reihe einBild: Shell Bitumen führt neue Compact-Reihe ein
Shell Bitumen führt neue Compact-Reihe ein
Hamburg - Shell Bitumen hat sein Produktportfolio an neue Empfehlungen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) angepasst. Im Zuge der Veröffentlichung der „Empfehlungen zur Klassifikation von viskositätsveränderten Bindemitteln“ (E KvB) der FGSV hat Shell Bitumen seine Sortenbezeichnungen an die neuen Richtlinien angeglichen. …
Bild: Erster original Bitumenhärter mit geschützter MarkeBild: Erster original Bitumenhärter mit geschützter Marke
Erster original Bitumenhärter mit geschützter Marke
… strapazierfähig bei weniger Quadratmeter-Verbrauch! Rehling, 11. Mai 2009 – Als Spezialist für säurebeständige Beschichtungs-Systeme, ist die Firma Polysafe ein Vorreiter auf dem Gebiet Bitumen-Härter für Hoch- und Tiefsilos. Mit der geschützten Marke Emaillith bringt das Unternehmen den „Ersten original Bitumenhärter“ nach eigener Rezeptur auf den Markt. Mit …
Bild: Bitumenhärter mit geschützter MarkeBild: Bitumenhärter mit geschützter Marke
Bitumenhärter mit geschützter Marke
… bei weniger Quadratmeter-Verbrauch Augsburg, April 2012 - Als Spezialist für säurebeständige Beschichtungs-Systeme ist die Firma Polysafe ein Vorreiter auf dem Gebiet Bitumenhärter für Siloanlagen. Mit der auf dem deutschen Patentamt registrierten und somit geschützten Marke Siloemaillith bringt das Bautenschutz-Technik Unternehmen www.polysafe.eu nach …
Bild: GRUBENMANN – Alternatives Markenzeichen für das RuhrgebietBild: GRUBENMANN – Alternatives Markenzeichen für das Ruhrgebiet
GRUBENMANN – Alternatives Markenzeichen für das Ruhrgebiet
… wäre die Nationalmannschaft ohne das Wunder von Bern, Berlin ohne die Rosinenbomber, München ohne König Ludwig? Was wäre das Ruhrgebiet ohne seine Männer unter Tage ?Wiedergeburt einer Legende Pünktlich zur „Kulturhauptstadt 2010" erlebt der Kumpel eine Renaissance. Was wäre das Ruhrgebiet ohne das schwarze Gold und die Männer, die es zu Tage förderten? …
Sie lesen gerade: Der Phoenix aus Bitumen - Über die Wiedergeburt einer Traditionsfirma aus dem Revier