(openPR) Tagebücher sind Aufzeichnungen von Gesprächen, welche die Autoren in erster Linie mit sich selbst führen. Sie sind ein fester Bezugspunkt im Leben des Schreibenden und der Ort, an dem Erlebtes, Gelesenes, Gedachtes und Gefühltes festgehalten, reflektiert und hinterlegt wird. Im Unterschied zu Memoiren vermitteln sie dem späteren Leser einen unmittelbaren Zugang zu Ort und Zeit des Geschehens.
Bei den Tagebüchern von Matthias Joseph Mehs, der als Abgeordneter des Wahlkreises Prüm für die CDU im 1. Deutschen Bundestag saß, handelt es sich um ein außergewöhnliches Zeugnis der deutschen Zeitgeschichte. Der Verfasser dokumentiert und kommentiert nicht nur das Vordringen des Nationalsozialismus in sein direktes Lebensumfeld, sondern analysiert auch Herrschaftspraxis und Propaganda des Regimes, den Kriegsverlauf sowie das politische Geschehen im Allgemeinen. Seine Aufzeichnungen ermöglichen somit wertvolle Einblicke in die Mentalität und das Erleben der Jahre zwischen 1929 und 1946 auf ganz unterschiedliche Weise.
Matthias Joseph Mehs hat mit starkem Selbstbewusstsein, tief verwurzelten Überzeugungen und großen Kapazitäten die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg im großen Ganzen unbeschadet überstanden. Der Reiz der Tagebücher liegt nicht zuletzt darin, dass ihre Leser diesem Prozess des (Über)Lebens Tag für Tag nachspüren und auf diesem Weg einen vielseitigen Einblick in die Mikrogeschichte der Stadt Wittlich und die Makrogeschichte Deutschlands während dreier Jahrzehnte gewinnen können. Letztlich überzeugen die Tagebücher von Matthias Joseph Mehs auch durch ihre literarische Qualität.
Angaben zum Buch: Matthias Joseph Mehs. Tagebücher. November 1929 bis September 1946, hrsg. v. Günter Wein & Franziska Wein, Trier 2011, 2 Bde., 1304 S., 21 × 15 cm, zahlr. Abb., ISBN 978-3-89890-142-0, € 69 je Band – erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag.













