(openPR) Freiwillige Dienste ermöglichen Teilhabe und Unterstützung/ Bufdis gesucht
Hannover. Die letzten Zivildienstleistenden verlassen in diesen Tagen die Einrichtungen oder Kreisverbände der AWO Bezirksverband Hannover e.V. und werden herzlich verabschiedet.
„Die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes ist leider von der Bundesregierung mit sehr heißer Nadel genäht worden. Sie bedeutet für die AWO als Träger von über 14.000 sozialen Diensten und Einrichtungen eine große Herausforderung“, erklärt AWO Bezirksvorsitzender Axel Plaue. „Junge Menschen, die bisher im Rahmen eines Pflichtdienstes zu uns kamen, wollen und werden wir nun durch Überzeugung gewinnen. Denn viele unserer Angebote und Dienste sind durch das engagierte Mitwirken von Freiwilligen und ehrenamtlichen Mitarbeitern überhaupt erst möglich.“
Johannes Koch (22 Jahre) ist einer der letzten Zivis bei der AWO. Seit dem 1. Februar 2011 war er als Fahrer, Hausmeister und Freizeitbetreuer im „AWO Seniorenzentrum am Goldberg“ in Marklohe tätig. „Der Einsatz hier hat meinen Erwartungen absolut entsprochen. Die freundlichen Kontakte zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Hauses werde ich sehr vermissen“, sagt er zum Abschied. „Ich finde es schade, dass es den Zivildienst nicht mehr geben soll. Aber ich denke, dass es auch möglich ist, im Bundesfreiwilligendienst oder im Freiwilligen Sozialen Jahr ein ähnliches, wichtiges Stück Lebenserfahrung zu sammeln. Außerdem macht es echt viel Spaß und es gibt auch noch Geld dafür“, schmunzelt Johannes Koch.
Auch Andy Peter (21 Jahre) hat bald seinen letzten Tag als Zivi beim „AWO Mobilen Hilfsdienst“ in Achim. Hier war er zuständig für die Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen im Haushalt, Kinderbetreuung, Fahrten zum Arzt oder Einkaufen. „Ich war sehr zufrieden mit meinen Aufgaben, der Kontakt zu den Menschen hat mir gefallen. Ich werde es vermissen, so direkt helfen zu können“, sagt Andy Peter. „Ich befürchte, dass der Wegfall des Zivildienstes für viele Angebote ein Problem darstellen wird. Einen freiwilligen Dienst würde ich empfehlen, wenn man hinter der Arbeit steht und auch wirklich Lust hat, etwas für seine Mitmenschen zu tun.“
„Ein freiwilliger Einsatz fördert die Entwicklung der Persönlichkeit, bietet Orientierung auch bei der Berufswahl und vermittelt wichtige Kompetenzen für das weitere Leben. Freiwilligendienste bieten, die Chance, sich einzubringen, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen“, betont Axel Plaue. „Wir bedanken uns sehr herzlich für das tolle Engagement, dass viele Zivildienstleistende in den letzten Jahrzehnten bei der AWO erbracht haben, für ihre Arbeit und zupackende Unterstützung, durch die sie Teilhabe der Betroffenen ermöglicht und vielen Menschen bei der Bewältigung ihres Lebensalltags geholfen haben“, so Plaue weiter. „Wir freuen uns auf viele junge und ältere Menschen, die in Zukunft im Bundesfreiwilligendienst oder Freiwilligen Sozialen Jahr als „FSJler“ oder „Bufdis“ zu uns kommen und uns in unserer sozialen Arbeit unterstützen möchten.“
Der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) soll vom 1. Juli an den zuletzt noch sechsmonatigen Zivildienst zumindest teilweise ersetzen. Hintergrund ist die Abschaffung der Wehrpflicht. Im AWO Bezirksverband Hannover haben sich bisher erst wenige Interessierte gemeldet, allerdings können fast alle Zivistellen bisher noch durch FSJlerInnen besetzt werden. „Wenn der BFD weiter so schlecht angenommen wird, dann könnte das für den Sozialbereich dramatische Auswirkungen haben, zu Lasten von Älteren, Behinderten oder unseren Kindern“, befürchtet Axel Plaue.
Die AWO Kampagne „freiwillich!“ informiert über die Möglichkeiten eines freiwilligen Einsatzes bei der AWO, über die verschiedenen Dienste, Einsatzmöglichkeiten und Hintergründe und vermittelt auch Einsatzstellen: www.awo-freiwillich.de



















