(openPR) Die Planungen der Stadt Kolobrzeg (Kolberg) zur Verbesserung des Küstenschutzes an der Ostsee und zur gleichzeitigen Verbreiterung des Strandes gibt es schon eine ganze Weile. Aufgrund von Erosion verlor die beliebte Urlaubsstadt an der polnischen Ostseeküste permanent ein paar Millimeter des sonst so schönen Strandes. Bei Stürmen und heftigem Wellengang waren die Küstenschutzanlagen sowie sogar historische Gebäude bedroht. Im vergangenen Jahr hatte man sich auf ein Küstenschutzkonzept geeinigt und die Bauarbeiten sollten beginnen. Doch Funde alter Munition und Blindgänger machten das Vorhaben erst einmal unmöglich. In einem beeindruckenden Kraftakt hat man es aber nun geschafft, wichtige Schritte des Projekts und die Räumung noch rechtzeitig zum Sommer fertigzustellen.
Vier Maßnahmen für besseren Küstenschutz
Vier Teilmaßnahmen sollen als Gesamtpaket zukünftig dafür sorgen, dass das Meer nicht mehr weiter am Festland nagt. Darüber hinaus sollen die neuen Schutzbauwerke sogar dafür sorgen, dass mehr Sand an- als abgeschwemmt wird, so dass sich der Strand sukzessive wieder von selbst verbreitert. Im Einzelnen umfassen die Maßnahmen den Ausbau der Buhnen, also der Wellenbrecher am Hauptstrand. Außerdem zählt die Errichtung von Unterwasser-Sockeln, die das Abfließen von Sand verhindern und die Wellen bremsen, zum Maßnahmenpaket. Die Renovierung von Deichen und Stein- und Betonwällen am Strand gehört ebenfalls zu den Aktivitäten. Zuletzt wird an Stellen, an denen der Strand schon sehr schmal geworden ist, auch Sand wieder aufgeschüttet. Diese 600.000 bis 700.000 Kubikmeter Sand sollen zu einem großen Teil von der Ausbaggerung an anderen Stellen verwendet werden.
Die Buhnen wurden bereits erneuert und auch einige Renovierungsarbeiten durchgeführt. In Bezug auf die Unterwasser-Sockel stehen die Arbeiten erst nach der Saison 2011 an. Genauere Informationen über die geplanten Maßnahmen und auch deren mögliche ökologische Aspekte sind von den Machern der Internetseite Kolberg-Café unter http://www.kolberg-cafe.de/strand-kuestensicherung.html zusammengestellt worden.
Böse Überraschung Munitionsfunde
Als die Arbeiten 2010 begannen, stieß man auf Reste von Munition und Blindgänger. Dadurch wurde der Baufortschritt für die Küstenschutzmaßnahmen erheblich aufgehalten. Auch die Einschaltung einer privaten Unternehmung, die die Räumung übernehmen sollte, half nicht ausreichend weiter: Die Zahl der Funde war so hoch, dass die Kosten aus dem Ruder zu laufen drohten. Aufgrunddessen trat das polnische Militär an die Stelle und begann in einer großen Aktion den Strand über fünf Kilometer zu räumen, bis in zwei Meter Tiefe. Diese Arbeiten wurden bis zum 17. Juni 2011 abgeschlossen, so dass der Strand nun wieder für Badende und Sonnenanbeter zur Verfügung steht. Lediglich ein kleiner Abschnitt, auf dem noch Sand aufgeschüttet werden soll, ist noch nicht freigegeben.
Küstenschutz-Vorgehen offenbar erfolgreich
Die ersten Kommentare von Fachleuten deuten darauf hin, dass das Konzept des Küstenschutzes aufgeht: Einige Zentimeter Strand seien allein durch die neuen Buhnen zurückgewonnen worden, wurde berichtet. Daneben ist der Strand nun - wenn auch ungeplant - umfangreich gereinigt und untersucht worden. So steht für die Gäste der Stadt, zu denen auch viele deutsche Urlauber gehören, dem Urlaubsvergnügen am Strand nichts mehr im Weg.


















