(openPR) So lange noch eine Melodie mir tönt, so gibt es keine Nacht für mich. (Friedrich Hölderlin)
Judith Sonntag, Musiktherapeutin bei KinderLeben, gibt lebensverkürzenden Kindern die Möglichkeit mit Musik, aus realen oder phantasierten Lebens-Geschichten, Emotionen auszudrücken.
„klatschen - trommeln - spielen - klingen - fiedeln - hämmern – schnarren - schallen - resonieren - quietschen - lachen - glucksen - singen – streichen - zupfen - anschlagen - summen - rufen - schreien - läuten – schellen“
Anknüpfend an den vorsprachlichen Dialog von Mutter und Kind hat die Musiktherapie ihre besondere Bedeutung dort, wo die Grenzen der Sprache erreicht sind. Verlorene oder beeinträchtigte Kommunikation kann ergänzt und weiterentwickelt werden, wodurch sich neue Lebensperspektiven eröffnen. Im Rahmen der therapeutischen Beziehung wird Musik eingesetzt, um eine Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung seelischer, körperlicher und geistiger Gesundheit zu erreichen. Als psychotherapeutisches Verfahren hilft Musiktherapie zu verstehen, was mit Worten nicht zu erfassen ist.
Aktive Musiktherapie besteht vor allen Dingen aus freier Improvisation, in der Klient und Therapeutin auf unterschiedlichen Instrumenten spielen. Musikalische Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. Rezeptive Musiktherapie hingegen meint das bewusste Hören von Musik, wobei entweder die Therapeutin musiziert oder ein Musikstück von CD vorgespielt wird. Zusätzlich zur Musik haben Sprache und Bewegung einen festen Platz in der Therapiesitzung.
Die musikalischen Parameter Klang, Rhythmus, Melodie, Dynamik und Form lassen hörbar werden, was den Klienten derzeit beschäftigt. Dies können Gefühle aller Art sein: Neugier, Freude, Einsamkeit, Angst, Neid, Stolz, Hass, Scham, Langeweile, Zorn, Liebe, Ohnmacht, Wut, Traurigkeit, Verzweiflung. Dies können real erlebte oder phantasierte Lebens-Geschichten sein, die in der therapeutischen Beziehung durch das Mit-Teilen eine Bedeutung bekommen. Bisher Unerhörtes wird hörbar: Der Schrei, die Stille, das Poltern, das Wimmern und vieles mehr.
Die Therapieziele unterscheiden sich zu denen der klassischen Behandlung, in denen die Heilung des Klienten im Mittelpunkt steht. Die Auswirkungen der Musiktherapie auf das Befinden der Kinder, die hier sind, zeigen sich anders. Gut begleitet erfahren sie in der Musiktherapie: Ich kann eine Beziehung Mit-Gestalten. Es wird nichts mit mir gemacht. Ich habe die Gewissheit, dass selbst wenn ich nicht mehr selbst aktiv spielen kann, dann kann ich noch Musik hören – und das ist tröstlich. Für die Kinder, für die Zu-gehörigen und die professionell Helfenden.
Judith Sonntag
Praxis für Musik- und Tanztherapie, Palliative Care
www.altewachesonntag.de













