(openPR) Kammern veröffentlichen Befragungsergebnisse zum Abzug der Britischen Streitkräfte
Der geplante Abzug der britischen Streitkräfte wird gravierende Folgen haben. Das bestätigt jetzt eine Befragung an den Standorten Bad Fallingbostel, Bergen und Celle, an der sich 420 Unternehmen beteiligten. Bis 2020 will Großbritannien seine 20.000 Soldaten aus Deutschland abziehen, allein in Niedersachsen sind rund 13.000 Soldaten und Familienangehörige davon betroffen. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und die Kreishandwerkerschaft Lüneburger Heide hatten gemeinsam ihre Mitglieder befragt, welche Konsequenzen sie daraus erwarten.
Das Ergebnis ist alarmierend: Fast die Hälfte rechnet mit negativen Auswirkungen unmittelbar auf das eigene Unternehmen. IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert und HWK-Hauptgeschäftsführer Norbert Bünten fordern deshalb rechtzeitige Informationen über die weiteren Planungen. Die Wirtschaft müsse frühzeitig an der Diskussion um die zukünftige Entwicklung an den betroffenen Standorten beteiligt werden. „Nur wenn wir rechtzeitig über das wann und wie des Abzugs informiert werden, können sich die Unternehmen auf die neue Situation einstellen“, erläutert Zeinert. Und HWK-Chef Bünten betont: „Gemeinsam müssen wir Lösungen finden, die den Wegfall eines so wichtigen Auftraggebers in der Region ausgleichen.“
Besonders betroffen zeigten sich die Unternehmen in Bergen. Drei von vier Betrieben an diesem Standort erwarten Negativfolgen. Hier wirkt sich die Schließung auch am intensivsten ins Umland aus. Von allen betroffenen Betrieben in den drei befragten Standortgemeinden sagten über 70 Prozent, dass sie unter einer Schließung des Standortes in Bergen zu leiden hätten. Am größten ist die Betroffenheit in den Bereichen Tourismus und Gastronomie, Handel und Nahrungsmittelhandwerk sowie in der Bauwirtschaft. Jedes dritte Unternehmen der Tourismus- und Gastronomiebranche erwartet Umsatzeinbußen von mehr als 30 Prozent. Umsatzverluste dieser Höhe werden sich auch auf die regionale Arbeitsplatzsituation auswirken. Allein bei den 420 antwortenden Betrieben sind 550 Arbeits- und Ausbildungsplätze gefährdet.
Die Kammern befürchten auch in den an die untersuchten Standorte angrenzenden Orten spürbare Auswirkungen. Diese könnten sich noch verschärfen, wenn aus der anstehenden Bundeswehrstrukturreform zusätzliche Belastungen für die Region entstehen. Das Bundesverteidigungsministerium hat entsprechende Standortentscheidungen für den kommenden Herbst angekündigt.
Das vollständige Befragungsergebnis ist veröffentlicht auf der Internetseite der Handwerkskammer www.hwk-bls.de unter Interessenvertretung/Schwerpunktthemen.








