(openPR) Plagiate, Plagiate, Plagiate
„Kleine Ursache – große Wirkung zum Schaden des Kunden!“
Gestern auf den Markt gebracht, heute in China nachgemacht. Mit dieser Devise muß die Welt leben und lebt mit dem Mythos, daß nachbauen und kopieren seit 5000 Jahren im Erbgut der Chinesen verankert ist und deshalb vom Rest der Welt akzeptiert werden muss. Diese Akzeptanz ist aber gar nicht notwendig, sondern wird getrieben von gewinnhungrigen „In-Verkehrbringern“ im nichtchinesischen Ausland. Betrachtet man die ökonomische Denkweise des Plagiators genauer, sieht diese wie folgt aus: „Um mein Plagiat zu verkaufen muss es preislich günstiger als das Original sein. Da ich die Entwicklungskosten spare, kann ich den Preis geringer gestalten, geringerer Preis bedeutet jedoch auch einen verhältnismäßig geringeren Gewinn. Diesen kann ich aber maximieren, wenn ich an nicht direkt erkennbaren Stellen das Produkt verändere, z.B. durch Materialveränderung oder –Ersparnis u.v.a.m. Nun fängt das eigentliche Dilemma an. Um die gleiche Qualität des Originals zu erzielen, müsste ich die Veränderungen durch umfangreichen Prüfaufwand und letztendlich durch Entwicklungskosten wieder belasten. Das erspare ich mir, denn der gewinngierige Abnehmer glaubt ja das Original zu kaufen. Das tut der Kunde auch. Insbesondere im Handelsbereich (Nicht-Fachhandel) wird das heute oft wissentlich hingenommen, wenn das Äußerliche stimmt und der Preis niedrig ist, maximiere ich meinen Gewinn, der Endkunde bezahlt ja gerne etwas weniger, wenn er das scheinbare Original bei mir kauft.“ Der am IT-Markt zurzeit wildeste Plagiatfall wurde auf der diesjährigen CeBIT-Messe in Hannover festgestellt. Ein von einem renommierten Hersteller entwickeltes RJ45-Modul der Category 6A (von der GHMT im Prämium Verification Program PVP-zertifiziert) wurde bei 8 verschiedenen, meist chinesischen Ausstellern in Kopie entdeckt. Da die meisten dieser Aussteller auch Hersteller sind, geht der Originalhersteller davon aus, dass mindestens 7 Kopie-Typen im Markt sind. Die Verkaufspreise zum Endkunden liegen bei den „Inverkehrbringern“ unter dem Verkaufspreis des Originalherstellers. Da der Originalhersteller nur mit einem Fachunternehmen in Deutschland zusammenarbeitet, haben findige Marketingstrategen im Ausland (Europa) auch noch verdeckt den Namen dieses Unternehmens flugs mit dem Kürzel für Toolless Keystone Module in Verbindung gebracht. Der wahre Betrogene ist der getäuschte Endanwender, der vermeintlich etwas gespart hat. Die wahre Gewinnspanne ist aber bei den „Inverkehrbringern“ abgeschöpft worden. Wie nun kann man die Spreu vom Weizen unterscheiden? Eine Analyse eines Plagiats (je rechts im Bild 1 und im Bild 2) bestätigte alle im ersten Absatz genannten Grundsätzlichkeiten:
-Die zugesicherten Cat-6A Eigen-schaften (Messwerte bei 500 MHz) werden nicht oder nur unzureichend erreicht,
-die Legierung (Bild 2, 3) des Druckguß-Gehäuses enthält giftige Bestandteile wie Cadmium, Brom und Blei,
-die Kontakte (Bild 2,4) weisen bei der Nickelbeschichtung fast nur die halbe Schichtdicke auf; bei Gold wird gerade einmal ein Fünftel der in Standards festgeschriebenen Werte erreicht,
-die Kontaktfederkräfte sind bei allen Kontakten sehr unterschiedlich und schwanken zwischen 51 und 77% des Standardwerts,
-Alle Kunststoffmaterialien (Bild 1, 1) sind aus Re-Granulaten hergestellt.
Die Liste ließe sich noch in vielen Punkten fortsetzen und wenn es auch nur der zu kurze und wenig reißfeste Kabelbinder (Bild 1,2) ist. Auf jeden Fall ist es sinnvoll diese Fragen zu stellen und eine schriftliche Bestätigung einzufordern:
- Anzahl der zugesicherten Steckzycklen (>=750),
- Originalzertifikat der Goldauflagen bei den Federkontakten,
- Messung und Zertifizierung bei einem akkreditierten Messlabor,
- Bemusterung durch den Originalhersteller beim Fachhandel,
- Prüfung der Muster an Hand der vom Hersteller vorgegebenen
Merkmale,
- Materialzusammensetzung und Nichtverwendung giftiger Grund-
stoffe gemäß gültiger EU-Richtlinien und Gesetze.
Schon das verzögerte und nicht uneingeschränkte Beibringen der in unserem Markt üblichen Unterlagen und Zertifikate sollte für den Endnutzer genügen Indiz dafür sein, das hier Äpfel statt Birnen gehandelt werden.










