(openPR) Die installierte Solarleistung ist in Deutschland auf inzwischen 18 Gigawatt angewachsen. Je nach Tageszeit und Wetterlage erzeugen diese Fotovoltaikanlagen variierende Strommengen. Egal ob viel oder wenig - die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) müssen den Sonnenstrom abnehmen und an der Strombörse vermarkten. Zudem sind sie verantwortlich für die Netzstabilität, das heißt, die ÜNB halten Reservekapazitäten bereit, um die Netzfrequenz aufrechtzuerhalten. Ein entscheidender Kostenfaktor für ÜNB ist es daher zu wissen, wie viel Solarstrom in ihr Netz eingespeist wird. Diese Daten stellen die Verteilnetzbetreiber zur Verfügung, doch waren diese Angaben bislang ungenau. Laut Bundesnetzagentur unterschieden sich die in 2010 gemeldeten Daten von der tatsächlichen Einspeisemenge um bis zu 30 Prozent. Das Amt empfahl daher im Dezember allen Netzbetreibern, ab April 2011 ein Referenzmessverfahren einzuführen.
Der Verteilnetzbetreiber E.ON Bayern entschied sich bereits im November 2010 für das Referenzmessverfahren Suncast von energy & meteo systems GmbH, das die Süddeutschen in Kombination mit der Solarleistungsvorhersage einsetzen. Das Referenzmessverfahren liefert Online-Messwerte in viertelstündlicher Auflösung. Aktuelle Auswertungen haben ergeben, dass die mittlere Abweichung (MAE) für den Monat April 2011 bei nur 0,74 Prozent liegt. „Wir können auf die Messwerte von 24.000 leistungsgemessenen Solaranlagen zurückgreifen, die SMA uns zur Verfügung stellt“, erklärt Diplom-Physiker Dr. Ulrich Focken, energy & meteo systems-Geschäftsführer. „Damit ist es uns möglich, die Stromeinspeisung der Anlagen hochzurechnen, die nicht leistungsgemessen sind. Das trifft auf über 75 Prozent der Anlagen zu. In die Berechnungen fließen zudem meteorologische Daten und Anlagencharakteristika ein.“ Die Solarleistungsprognose, die E.ON Bayern zur Sicherung der Netzstabilität nutzt, sagt die Leistungseinspeisung für die nächsten drei Tage vorher und basiert auf den Anlagenkenndaten aller Fotovoltaikanlagen im E.ON Bayern-Gebiet und meteorologischen Strahlungsvorhersagen. „Vor allem Nebel, Schnee und Wolken wirken sich direkt auf die Leistung der Solaranlagen aus. Liegt zum Beispiel Schnee auf der Anlage, produziert sie auch bei strahlendem Sonnenschein keinen Strom. Die Kunst ist es zu berechnen, wie schnell der Schnee von der Anlage rutscht.“ Suncast liefert auch in solchen außergewöhnlichen Wettersituationen gute Ergebnisse. So liegt die mittlere Abweichung (MAE) der Dayahead-Vorhersage bei rund drei Prozent.
Seit April 2011 verwendet nun auch E.ON Avacon die energy & meteo-Produkte Referenzmessverfahren und Solarleistungsprognose Suncast.









