(openPR) Gasifizierungsverfahren zeichnen sich durch vielfältige Ausgangsstoffe, hohe Stromerzeugungskapazitäten und getrennten Co2-Ausstoß aus
Die Gasifizierung ist ein bisweilen wenig beachtetes Verfahren, bei dem aus Biomasse, organischen Abfällen, Kohle und kohlenstoffhaltigen Substanzen ein Synthesegas gewonnen wird. Dieses Gasgemisch lässt sich wiederum sehr effizient in Elektrizität oder Kraftstoff umwandeln und ermöglicht so die Gewinnung von Energie in jeglicher Form. Mit 140 Betriebseinheiten, über zehn im Bau befindlichen Anlagen und zahlreichen Forschungseinrichtungen, ist der asiatisch-pazifische Raum der aktivste der Branche. Er ist Gastgeber der „Gasification Asia Pacific 2011“, auch GAP 2011 genannt, einer internationalen Konferenz des Gasifizierungssektors, die vom 8. bis 10. Juni 2011 in Peking stattfindet.
Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen in der arabischen Welt und der Umweltkatastrophe in Japan wächst das Interesse der internationalen Energiebranche an der Gasifizierung. Weltweit sind über 250 Gasifizierungsanlagen in Betrieb. Diese werden vorwiegend zur Stromerzeugung genutzt und besitzen einen Wirkungsgrad, der deutlich über dem herkömmlicher Kraftwerke liegt. Was die Umweltbelastung angeht, so wird das ausgestoßene Co2 von den anderen Abgasen separiert und kann so kostengünstig entsorgt werden.
Gegenwärtig erstrecken sich die industriellen Anwendungen auf verschiedene Bereiche. Darunter fällt eine mithilfe von „Integrated Gasification Combined Cycles“ (IGCC) umfangreich betriebene Stromproduktion. Die Kapazitäten von IGCCAnlagen sind mit denen von Atomkraftwerken vergleichbar. IGCCAnlagen sind derzeit in Asien (China, Japan, Singapur), in den USA und in Europa (Deutschland, Spanien, Italien, Niederlande, Tschechien) in Betrieb. Eine weitere industrielle Anwendung stellt das „Gas To Liquids“-Verfahren (GTL) dar. Dabei wird zumeist überschüssiges Erdgas in flüssigen Brennstoff umgewandelt. Dieses Verfahren wird bereits in Katar angewendet. Darüber hinaus werden Biomasse und organische Abfälle zur Produktion von Biokraftstoffen der zweiten Generation oder von Strom genutzt. Diese regenerative, von Sonne und Wind unabhängige Energie wird für Energieunternehmen immer interessanter. Ein weiteres Verfahren umfasst die Produktion von Flüssigbrennstoffen („Coal To Liquids“ oder CTL), Brenngas „Substitute Natural Gas“ oder SNG sowie chemische Erzeugnisse aus Kohle oder aus Kohle und Biomasse. Dieses Produktionsverfahren wird überwiegend in Südafrika, China und den USA eingesetzt. Neben der Gasifizierung in entsprechenden Anlagen interessieren sich Wissenschaftler zunehmend für die Vor-Ort-Gasifizierung von Kohle, die sogenannten „Underground Coal Gasification“ (UCG). Dabei wird die Kohle unter der Erde durch Zufuhr von Sauerstoff vergast. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass es mit geringem Aufwand in Bergwerken eingesetzt werden kann.











