(openPR) „Seyd gegrüßet beim mittelalterlichen Spectaculum“
so lautete das Motto des 4. Mittelaltermarktes, den die Agentur für Historische Themenfeste „PRO-HISTORY“ an diesem Osterwochenende in Mainz Kastel veranstaltete. Rund um die Reduit Kaserne – einem von den deutschen Fürstentum 1830 erbauten Bollwerk gegen den Einmarsch der Franzosen, konnte man eine Reise ins Mittelalter antreten. Petrus war den Veranstaltern und Beteiligten hold und erfreute alle mit Kaiserwetter und strahlendem Sonnenschein. Der Herold „Carolan Lieb“ von Pro-History hat mit einem langanhaltenden Ton aus der Busine, einem mittelalterlichen Musikinstrument ähnlich einer Fanfare, die kostenlose Zeitreise ins Mittelalter eröffnet. Oft hörten Ihn die Besucher, die teils gewandet (anktik) und teils in „fremdartiger“ (modern) Kleidung erschienen waren, rufen : „Ihr dürft euch zerreißen und aufteilen, vor den Mauern könnt Ihr die Falknerschule besuchen, auf der Bühne die Künstler mit eurem Jubel belohnen!“ Vor den Toren der Kaserne konnte sich jeder Besucher gegen einen kleinen Obolus auch einmal als Falkner fühlen und einen der wunderbaren Greifvögel auf seiner Faust tragen. Zahlreiche Burgfräulein, Landsknechte, Gaukler, Ritter und Edelleute folgten dem Ruf des Herolds und verwandelten die alte Kaserne in einen mittelalterlichen Marktplatz. Für das leibliche Wohl sorgte so mancher Gaumenschmaus wie Spanferkel am Spieß, Mutzenfleisch, sowie Vegetarisches, auch eine „HANFWURST„ gab es zu probieren: eine Bratwurst mit Hanfsamen und ähnlichen Zutaten gewürzt. Auch die Waidmänner boten Ihre Speisen feil, so gab es außer Jägerspießen noch Hirsch und Wildschwein, außerdem Wurst oder Fladenbrot mit saftigem Inhalt. Auch dem Dürstenden wurde einiges geboten. So flossen in der Grafentaverne Metbier und belgischer Honigwein. „Alkoholix„, die größte Taverne am Markt, bot Met mit Bier und verschiedenen Fruchtsäften und außerdem verschiedene Metsorten an, so dass es nach jedem Geschmack und Gefallen zu Trinken und zu Essen gab. Für die Unterhaltung sorgten neben den Musikern, wie „TrRollheimen„ aus Paderborn, „Dreykant„ aus dem Raum Wiesbaden, dem „Trio Koboldix„ nicht zuletzt auch die Brandenburger Formation „Satolstelamanderfanz“ und die „Skalden“ mit ihrem mittelalterlichen Repertoire, die am Samstagabend den geneigten Zuschauern so richtig mit Ihren wuchtigen Trommelburgen, Marktsackpfeifen und Bauchtrommeln mit mittelalterlichen Rhythmen einheizten. Zur Untermalung der Musikdarbietungen fand sich an allen Tagen die Gruppe „Mahsati –Baysan" aus Büttelborn ein, die mit anmutigen Bewegungen und farbenfrohen Gewändern eine auf orientalischen Wurzeln aufgebaute Tanzdarbietung mit dem Namen „Tribal-Dance“ darboten. Als Gäste kamen auch die Spielleute „Lissyviggeen„ die mit Keltischer Musik, geigen und Gesang unterhielten, zum Zuge.
Neben dem Bogenschießen für Kinder, dem Axtwerfen, dem Geisterschiessen zeigten einige Rittersleute Ihre Kunst im Zweikampf mit den Schwertern, sodass manchem Zuschauer der Atmen stockte zum ausgleich konnte man den leisen klängen eines Harfespielers lauschen. Handwerker aus allen Sparten boten Ihre Waren feil und ließen sich bei Ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Oder sie luden zum Mitmachen ein, wie z.B. beim Schmieden für Kinder, die sich hier im Schwingen des Schmiedehammers versuchen konnten. Gewandhändler gab es ebenso wie Kaffee oder Tee aus Marokko. Dattelschlepper, Stuhlflechter, eine Schuhmacherwerkstatt, Wollespinner und Seifenmacher demonstrierten ihre Fertigkeiten ebenso wie Parfumeure vielerlei Duftkreationen erzeugten. Auch eine Papierwerkstatt gab´s. Dort konnte man lernen wie damals Papier geschöpft wurde. Beim Leuchten- und Laternenbauer ging so manchem ein Lichtlein auf und wer sich fragte, woher denn nun eigentlich sein Vorname stammt oder was er zu bedeuten hat, fand bei Uwe Flemke dem Skriptor seine Antworten. Der Skriptor ließ die Besucher das Geheimnis ihres Namens entschlüsseln, damit sie ihre Seele entdecken. Wer auf die Fähigkeiten einer Kartenlegerin vertraute, hatte die Möglichkeit, in die Zukunft zu schauen. Perlenweber, Löffelschnitzer, Stuhlflechter legten ein überzeugendes Zeugnis ihrer Handwerkskunst ab.
Quacksalber hatten – wie man weiß – im Mittelalter Hochkonjunktur. Für kleine und größere „Wehwehchen“ brachten Kräuter, Pillen, Salben und Tinkturen zumindest vorübergehende Linderung. Auch Kurioses war zu sehen – so sah man ein Schwein, das Schubladen und Vorhängeschlösser öffnen konnte. Andere versuchten sich an einer Jakobsleiter und hofften ihr Gleichgewicht halten zu können, um die ausgelobten 20 Taler zu gewinnen. Doch was so einfach aussah, erwies sich am Ende als schwerer als gedacht und so kam es, dass keiner der Gäste es schaffte, dem Meister der Leiter die 20 Taler abzuluchsen.
Wie auch im letzte Jahr konnte sich die Stiftung Bärenherz über einen Teil des Erlöses freuen und auch die Besucher spendeten eifrig für die Stiftung.











