(openPR) Fast vierhundert Hektar mitten in Berlin, zwei Start- und Landebahnen, insgesamt fast vier Kilometer lang, sanfte Hügel hier und da und mit rund 1,2 Kilometer Gesamtlänge eines der längsten Gebäude, die Europa zu bieten hat – eigentlich ist es nur ein Flughafen, ein ehemaliger Flughafen. Tempelhof eben. Doch diesen geschichtsträchtigen Ort wird es in dieser Form nicht mehr lange geben, wie die kürzlich vorgestellten Pläne für die Parklandschaft „Tempelhofer Freiheit“ zeigen. Etwas Großes und Neues entsteht hier – eine Umwandlung im Zentrum Berlins.
Der Fotograf Christoph Schieder hat den Beginn dieser Metamorphose intensiv beobachtet. Ein Jahr lang hat er das ehemalige Flugfeld des 1923 eröffneten Flughafens fotografiert. Immer mit Super-Weitwinkel, immer im Hochformat. Entstanden ist eine außergewöhnliche Dokumentation dieses auf den ersten Blick reizarmen Motivs – gerade wegen der fotografisch strengen Vorgehensweise, der sich Schieder verpflichtet hat. Er war zu allen Jahreszeiten auf dem Flugfeld, von dem vor rund drei Jahren die letzte Maschine abhob. Er war zu den unterschiedlichsten Tageszeiten da. Er war da, nachdem der erste Schnee gefallen war, wenn die Sonne Spaziergänger und Radler anzog, und wenn Strandsegler die Landebahn entlangglitten. „Mich fasziniert an diesem ehemaligen Flughafen dieser ungestörte Blick bis zum Horizont – und das inmitten der dicht besiedelten Stadt“, sagt Christoph Schieder. „Alles scheint weit weg – das ist ideal, um den Kopf frei zu bekommen.“ Kaum ein anderer Ort in Berlin biete so viel Weite und Freiheitsgefühl.
Unzählige Aufnahmen sind während Schieders Langzeitstudie entstanden, 20 davon zeigt der 42-Jährige vom 16. Mai bis zum 1. Juli 2011 im Berliner Salon für Fotokunst im Kulturhaus Schöneberg. Auf den Betrachter wirken die Fotos immer auch ein wenig rätselhaft, doch zusammen lassen sie ein Bild entstehen, das zeigt, wie die Berliner das Tempelhofer Feld für sich erobern. Schieder zeigt einen Flughafen im Wandel, ein Stück Stadt im Umbruch – wieder einmal wird an diesem Ort Geschichte geschrieben.










