(openPR) Warum entscheidet ein Fertigungsunternehmen sich dazu, seine Wärmeversorgung auszulagern? Kostenkontrolle in Zeiten steigender Energiepreise lautet eine oft gehörte Antwort. Oder der Sanierungsstau in der Anlagentechnik kann mit Eigenmitteln nicht gestemmt werden. Ein Spezialmöbelwerk in Öhringen hat sich aus einem dritten Grund für Outsourcing entschieden: es wollte sich noch stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Der Hamburger Energiedienstleister URBANA sorgt nun mit Kosteneffizienz und Leistungsqualität für eine in doppelter Hinsicht störungsfreie Wärmeversorgung.
„URBANA liefert keine Konzepte von der Stange. Wir eruieren vielmehr in jeder Liegenschaft die spezifischen Gegebenheiten und finden dann, in Kombination mit den Bedürfnissen der Kunden, die optimale Lösung“, beschreibt Claus Heinevetter, Account-Manager der URBANA Region Süd, die Methode des Energiedienstleisters. So auch in Öhringen. Dort analysierte URBANA zunächst die Gegebenheiten vor Ort. Und die waren zum Teil erheblich in die Jahre gekommen. Das Spezialmöbelwerk, seit 130 Jahren in Familienhand, produziert Möbel für Labore und Schulen an vier Standorten, von denen zwei 25 Kilometer voneinander entfernt sind. Die beiden Standorte sind durch einen Werksverkehr miteinander verbunden, das Abfallholz, das an Standort 2 entsteht, wird an Standort 1 zur Wärmeversorgung verwendet. Das Unternehmen betreibt Holzschredder-Anlagen mit Silo und Fördertechnik. Die Wärmeversorgung erfolgte über Holz- und Ölkessel mit Dampfnetz.
So weit die Daten auf dem Papier. „Vor Ort besahen wir uns die Anlagentechnik und die Gegebenheiten dann genauer“, berichtet Heinevetter. Und da zeigte sich, dass der Ölkessel, im 24-Stunden-Betrieb ohne Beobachtung betrieben, ständig auf 12,5 bar Betriebsdruck gehalten werden musste – Ölverbrauch nur für die Betriebsbereitschaft: 50.000 Liter pro Jahr. Ein hoher Energieverbrauch also, der keinerlei Nutzen für die Produktion besaß. „Betriebsbereitschaft kann heute viel energieeffizienter geregelt werden“, weiß Heinevetter. Schnell wurde auch klar, dass die Holzkesselanlage mit einem Abgasfilter nachgerüstet werden musste, zudem war die Schredder-Anlage nicht optimal betriebsbereit und erforderte einen hohen Personalaufwand. „Summa summarum: der gesamte Anlagenbestand entsprach nicht dem Stand der Technik“, fasst Heinevetter zusammen. Nach der Anlage analysierten die Ingenieure die Betriebsabläufe und ermittelten daraus den Wärmebedarf. Diese Analyse wiederum verbanden sie mit den spezifischen Anforderungen, die der Kunde gestellt hatte. So wünschten sich die Öhringer eine deutliche Reduzierung nicht nur der Wärme-, sondern auch der Personalkosten, um so wiederum die Produktionskosten zu senken. Auch sollte die Restholzverwertung optimiert werden. Die Wärmeversorgung sollte über den bestehenden Holzkessel mit 2,2 Megawatt (MW) Leistung und den Ölkessel mit 5,6 MW Leistung erfolgen.
„Eine wesentliche Stellschraube für eine effiziente Wärmeversorgung war deren ‚Betrieb ohne Beobachtung’“, erklärt Heinevetter. Nach den gültigen gesetzlichen Vorlagen müssen Kesselanlagen ständig unmittelbar beaufsichtigt betrieben werden. In Ausnahmefällen dürfen sie unter gewissen Bedingungen auch nur unter zeitweiser Beaufsichtigung betrieben werden – dies ist der Betrieb ohne Beobachtung (BOB). Eine Kesselanlage gilt aber auch dann als ständig beaufsichtig, wenn sie von einer Warte aus mittelbar beaufsichtigt wird. In diese Warte müssen alle für den sicheren Betrieb notwendigen Anzeigen fernübertragen werden, zudem muss es möglich sein, von der Warte aus alle Einrichtungen zum Fahren und zur augenblicklichen und vollständigen Abschaltung der Kesselanlage zu betätigen. „Je nach Art der Anlage müssen dafür aber mindestens Begrenzungsorgane für Druck, Flüssigkeitsstand, Temperatur oder Flüssigkeitszirkulation vorhanden sein, die beim Ansprechen die Beheizung abschalten und verriegeln“, erläutert Heinevetter. „In Öhringen haben wir genau dafür die notwendigen Voraussetzungen geschaffen.“ Der Ölkessel wurde zuvor im 24- und der Holzkessel im 12-Stunden-Betrieb ohne Beobachtung betrieben. Es gab nur einen Angestellten, der die technischen Spezifika der Anlage kannte und sie gewissermaßen im Alleingang beaufsichtigte. URBANAs Idee: Den Betrieb auf 72 Stunden ohne Beobachtung umzustellen. Das Contracting begann also mit der Erneuerung der peripheren Anlagen wie der Osmose-Anlage, dem Kondensat-Kessel, den Pumpen und Ventilen. Der Ölkessel wurde ausgetauscht, ein Beipass aus dem Holzkessel zur Vorhaltung der Betriebsbereitschaft wurde gelegt. Zudem wurde eine separate Steuerung mit automatischer Störumschaltung gebaut. Die Auslesung aller Werte erfolgt nun per Fernauslese, ein Werkskundendienst übernimmt heute die Fernbedienung der Anlage, die Drücke und Temperaturen der Anlage werden überwacht.
Der Contracting-Vertrag zwischen URBANA und dem Spezialmöbelwerk Öhringen läuft über zehn Jahre. Er sieht neben den vielen anderen Maßnahmen auch den Bau einer Abgasreinigungsanlage für den Holzkessel vor. „Insgesamt bewegt sich unser Investitionsvolumen bei 350.000 Euro“, berichtet Heinevetter. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Anlage verbraucht ungefähr 35 Prozent weniger Öl, der Nutzungsgrad des Ölkessels wurde von vorher 70 auf nun 93 Prozent erhöht. Die URBANA-Lösung hat den Personalaufwand darüber hinaus um die Hälfte reduziert. Die Ingenieure wollen freilich noch weitergehen. So wird derzeit ermittelt, welche Restholzmengen in der Produktion anfallen. Diese Zahl dient als Kennzahl dafür, die Prozesse nicht nur in der Brennstoff-Planung, sondern auch in der Produktion selbst zu optimieren. „Wir planen weitere Maßnahmen, die im Betriebsprozess integriert werden sollen“, gibt Heinevetter einen Ausblick. "Die Entscheidung für URBANA ist uns anfangs nicht leicht gefallen", ergänzt der Technische Leiter des Spezialmöbelwerks, "aber wir wollten unsere Ressourcen auf unser Kerngeschäft konzentrieren - und haben auch mehr Transparenz in den Nebenprozessen erreicht. Die Kosteneinsparung war nicht vordergründig, heute jedoch können wir unsere Mittel für Investitionen an anderen, strategisch wichtigeren Stellen einsetzen. Zudem wurden personelle Engpässe ohne zusätzliches Personal beseitigt. URBANA hat den Übergang des Betriebs professionell begleitet und auch wesentlich mit dazu beigetragen, dass alle Beteiligten diesen neuen Weg mitgehen."













