(openPR) Hamburg/Flensburg(14.04.2011). In Notaufnahmen tätige Pflegekräfte können sich ab sofort in Deutschland in ATCN (Advanced Trauma Care for Nurses) schulen lassen. Das spezielle Ausbildungsformat richtet sich an examinierte Pflegekräfte, die an der Versorgung von Schwerst-verletzten in Notaufnahmen beteiligt sind. Jetzt wurde der erste ATCN-Kurs in Deutschland durchgeführt.
„Mit Hilfe dieser Kurse können sich Pflegekräfte besser auf die besonderen Herausforderungen der Arbeit im Schockraum in den Notaufnahmen vorberei-ten“, erklärt Margot Dietz-Wittstock. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Pfle-ge Nord in der DGINA (Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notaufnah-me) war maßgeblich an der Einführung dieser Ausbildung in Deutschland be-teiligt. „Im Schockraum müssen bei Schwerstverletzten in kürzester Zeit viele Entscheidungen gefällt und schnell in einem Team umgesetzt werden“, so die Bereichsleiterin der Zentralen Notaufnahme der Diakonissenanstalt in Flens-burg. „Das verlangt von den Mitarbeitern in den Notaufnahmen spezielle Kenntnisse über Abläufe und Maßnahmen, die mit Hilfe von ATCN vermittelt werden.“
Das aus den USA stammende Ausbildungskonzept schult die Pflegenden dar-in, unter Zeitdruck Prioritätenorientiert zu arbeiten. Entsprechend dem für die Arbeit in Notaufnahmen grundlegenden Teamgedanken ist auch die Ausbil-dung angelegt: Der theoretische Unterricht des 2,5-tägigen Kurses findet für Pflegekräfte und Ärzte in gemeinsamen Lektionen statt. Im praktischen Teil üben die Pflegekräfte anhand von Fallbeispielen mit Simulationspatienten, se-parat unter Anleitung eigens dafür ausgebildeter Kollegen. Die Themen rei-chen dabei von Sicherung der Atmung über Verletzungen bei Kindern bis zu Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen.
Die ersten 16 Teilnehmer haben bereits den ersten deutschen Kurs absolviert, der im März unter Leitung von Margot Dietz-Wittstock und mit Unterstützung aus der Schweiz und den USA am Bildungszentrum Schlump in Hamburg stattfand. Damit ist das bereits in 13 Ländern eingeführte ATCN nun auch in Deutschland erfolgreich etabliert worden.
Die Pflegeschulung ergänzt die bisherigen Formate PHTLS (Pre Hospital Trauma Life Support) für die Versorgung im Rettungsdienst und ATLS (Ad-vanced Trauma Life Support) für die Ärztlichen Mitarbeiter des Schockraumes. „Auf diese Weise können wir einen weiteren Baustein dazu beitragen, die Ver-sorgung und Sicherheit Schwerstverletzter weiter zu verbessern“, so Margot Dietz-Wittstock.
Bereits seit 2008 arbeitet sie unterstützt durch den Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie der Diakonissenanstalt in Flensburg, Dr. Thorsten Lange, an der Einführung von ATCN in Deutschland. „Leider konnte bis 2010 kein Pfle-geverband gefunden werden, der die Anschubfinanzierung für dieses Format der Pflege übernahm“, so Dietz-Wittstock. „Der Dank für die nun doch erfolgte Umsetzung gebührt der DGU (Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie) mit ihrer Akademie für Unfallchirurgie, die die Notwendigkeit für diesen Schritt er-kannt und uns durch den Erwerb der Lizenz in den USA unterstützt hat.“
Auch die DGINA unterstützt die Etablierung dieses Kurses, der unterstreicht, wie wichtig es ist, das Pflegepersonal der Notaufnahme spezifisch zu trainie-ren und so eine optimale interprofessionelle Interaktion im Schockraum zu ga-rantieren.
Weitere Informationen sowie Kurstermine finden Sie unter: www.atcn.de
Kontakt:
Margot Dietz-Wittstock
Bereichsleiterin Zentrale Notaufnahme/Aufnahmestation, Ev.-Luth. Diakonis-senanstalt zu Flensburg
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