(openPR) VMF-Jahrespressekonferenz 2011
Blickpunkt: Erfreuliches Wachstum im 1. Quartal 2011 /Rückblick: Minus der Gesamt-Neuzulassungen trotz Plus bei Fuhrparks / Einblick: Branchenstandards setzen Maßstäbe / Ausblick: Business-Sektor soll Wachstum ankurbeln
Bad Homburg, April 2011. Das erste Quartal 2011 startete mit erfreulichen zweistelligen Wachstumszahlen bei den Neuzulassungen. Lauft Kraftfahrt-Bundesamt sorgten 763.403 Neuwagen für ein Zulassungsplus von 13,9 Prozent. Rund 60 Prozent der Neuwagen sind für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Insbesondere der Fuhrparkmarkt kommt nahe an die Rekordwerte des Jahres 2008. Er wuchs um fast 40 (Januar), 23 (Februar) und 8,4 Prozent (März), und damit im ersten Quartal 2011 insgesamt um 20,6 Prozent auf über 163.000 Fahrzeuge. „Das aktuelle Wachstum stimmt zwar optimistisch. Aber über den vordergründig guten Konjunkturzahlen in Deutschland sehen wir schon ein paar mögliche Gewitterwolken, die wir im Auge behalten müssen“, sagt der Vorstandsvorsitzende des VMF Michael Velte bei der Jahrespressekonferenz seines Verbandes.
Zum einen gibt es nach wie vor strukturelle Probleme in der Automobil- und einige Unwägbarkeiten in der Finanzbranche. Und auch die Katastrophe in Japan hätte auf jeden Fall Auswirkungen, nachdem japanische Autohersteller bereits teilweise ihre Produktion stoppen mussten und es bei japanischen Zulieferern zu Engpässen komme, die für die europäische Autoindustrie wichtig seien. Aber auch positive, denn auf Umweltaspekte im Fuhrpark würde jetzt noch stärker geachtet.
Rückblick: Fuhrparkmarkt
Das Jahr 2010 war geprägt von einem erwarteten Rückgang der Zulassungszahlen unter die 3-Millionen-Grenze. Es wurden nur etwas mehr als 2,9 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Im Jahr nach der „Abwrackprämie“ war der Rückgang der Nachfrage von Privatpersonen durch Vorzieh- und Mitnahmeeffekte abzusehen. Während der private Anteil an den Neuzulassungen sich 2010 lediglich normalisiert hat und auf einem ähnlichem Niveau angekommen ist wie in den Jahren zuvor, konnten die gewerblichen Zulassungszahlen noch nicht wieder zu den Werten vor der Subvention aufschließen. Trotz der Steigerung von 14,3 Prozent lag beispielweise der Fuhrparkmarkt noch 11,3 Prozent unter den Zulassungszahlen aus 2008. So ging auch der Bestand an gewerblichen Fahrzeugen der Mitglieder des VMF in 2010 leicht zurück. Reine Flottenmanagement-Verträge ohne Leasing oder Finanzierung legten 2010 allerdings um 17,4 Prozent zu, „ein Zeichen dafür, dass man den Non-Captives eine hohe Beratungsqualität zuspricht. Auch für Fahrzeuge, die ggf. nicht geleast sind“ so Dieter Jacobs, Vorstandsmitglied im VMF.
Der Gebrauchtwagenmarkt zog indes im Laufe des Jahres 2010 wieder an. Der VMF-Restwertindikator zeigt aktuell recht stabile 34 Prozent des Neuwertes für ein drei Jahre altes Fahrzeug. „Das Vorkrisenniveau von 42 Prozent scheint momentan unerreichbar“, bestätigt auch Karsten Rösel, stellvertretender Vorsitzender des VMF. Die fehlenden acht Prozent machen bei einem rund 30.000 Euro teuren Fahrzeug unter Umständen einen Rückgang des Erlöses von bis zu 2.400 Euro aus.
Einblick: Branchenstandards bringen Transparenz und Sicherheit
Der VMF versteht sich als Kompetenzzentrum für Fuhrparkmanagement. „Die VMF-Mitgliedsunternehmen bündeln dabei ihre langjährigen Erfahrungen in dem Markt. Die meisten von ihnen waren auch diejenigen, die die Branche kreiert haben. Ziel ist, durch effiziente Prozesse die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit für die Kunden zu ermöglichen und damit die Zufriedenheit zu steigern“, unterstreicht Rösel. Die Kundenzufriedenheit wird regelmäßig gemessen und aus den Ergebnissen werden geeigneten Maßnahmen und Vorgaben abgeleitet. „Wir kümmern uns seit Jahren unter anderem besonders um Qualitätsstandards bei allen Dienst- und Serviceleistungen rund um das Fuhrparkmanagement“, so Rösel weiter. Neben der unabhängigen Beratung, steht dabei der komplette Management-Prozess im Fokus. Inzwischen wird mit VMF Service Plus der fünfte Branchenstandard eingeführt. Nach dem Konzept einer umfassenden und standardisierten Ausschreibung, den Fuhrparkstandard¬begriffen und den Branchenstandards „Die Faire Fahrzeugbewertung VMF“ und „Die Faire Fahrzeugrücknahme VMF“ ist VMF Service Plus aktuell im Test mit den Werkstätten. Damit ist der VMF wieder einmal Vorreiter – dieses Mal mit einem funktionierenden vollautomatisierten Managementprozesses bei Wartung & Inspektion.
Ausblick: Business-Sektor ist der Wachstumsmarkt
Der ifo-Geschäftsklimaindex zeigt nach oben. Diesen für Deutschland positiven Wirtschaftsaussichten stehen allerdings einige internationale Risiken gegenüber. Investitionsrisiken deutscher Banken in hoch verschuldeten Ländern, aber auch die jüngsten Ereignisse in den arabischen Ländern und Japan erzeugen eher volatile Weltwirtschaftsbedingungen. Die Auswirkungen sind teilweise nicht abzusehen und können sich durch unerwartete Entwicklungen schnell ändern. Auch sind die Strukturprobleme der Automobilhersteller weiterhin vorhanden. Die einzigen Wachstumsmärkte für die deutsche Automobilindustrie liegen derzeit eher in den BRIC Staaten und im gewerblichen Flottenmarkt. „Hier kommt es vor allem auf die Investitionsbereitschaft und -kraft der Fuhrparkbetreiber an“, sagt Velte. Und die können sich nur positiv entwickeln, wenn die Risiken nicht zu Tatsachen werden, die die Wirtschaftsentwicklung bremsen oder beeinträchtigen. Beispielsweise sei auch die aggressive Preispolitik mancher Hersteller im Flottenmarkt kontraproduktiv, solange über hohe Restwerte weiterhin vermeintlich niedrige Leasingraten angeboten werden. Die Restwertrisiken werden dadurch steigen. Insbesondere dann, wenn darauf spekuliert wird, dass die künftigen Restwerte wieder ein Niveau von 2008 erreichen könnten. „Der Wettbewerb verschärft sich, aber die Mitglieder des VMF sehen sich gut gerüstet. Für uns ist vielfältige Auswahl frei von Herstellerinteressen, Effizienz und Wirtschaftlichkeit in den von uns betreuten Flotten besonders wichtig“, macht Velte deutlich. Die steigende Nachfrage nach unabhängiger Beratungsqualität gibt ihm Recht. Einen inhaltlichen Trend sieht er auch durch das aktuell weiter steigende Umweltbewusstsein der Gesellschaft. „Die grüne Flotte wird nun bei den Fuhrparkbetreibern noch stärker an Bedeutung gewinnen als vor Japan. Allerdings arbeiten die Hersteller noch an den passenden Konzepten. Denn Elektroautos werden künftig auf alternative Energiegewinnung zum laden der Akkus zurückgreifen müssen. Atomstrom wird dafür wohl nicht mehr zur Verfügung stehen.“













