(openPR) MAGAZIN- UND MAILINGHERSTELLUNG. Der Wettbewerb auf dem Zeitschriftenmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Zum einen geht es darum, am Kiosk mit einem auffallenden Auftritt die Gunst der Leser zu gewinnen. Zum anderen darum, mit originellen Werbeformen Anzeigenkunden zu überzeugen und an sich zu binden. In beiden Fällen kommt es darauf an, welche Möglichkeiten die Druckweiterverarbeitung eröffnen kann.
Eigentlich ist Hugo Beck Maschinenbau (Dettingen/Erms) noch ein recht junger Player auf dem Marktplatz der grafischen Industrie. Wie Geschäftsführer Horst Heimann im Rahmen eines Open Houses sagt, hat das Unternehmen das Geschäftsfeld Druckweiterverarbeitung erst vor etwa acht Jahren überhaupt in den Fokus genommen. Zuvor spielte Hugo Beck ausschließlich im Bereich Verpackungen eine Rolle.
Möglich machte dies laut Heimann die Umstellung der Maschinen auf Servotechnik. Erst damit ließen sich die Maschinen so flexibel gestalten, wie sie in der Druckweiterverarbeitung sein müssten. „Der Kunde braucht Technik, die für Aufträge geeignet ist, die er heute vielleicht noch gar nicht kennt.“ Die Anforderungen in der Druckweiterverarbeitung seien komplex, kein Auftrag sei wie der andere. Für Heimann müssen die Maschinen demnach in erster Linie zwei Kriterien erfüllen: 1. Flexibilität und 2. schnelle Umrüstbarkeit. In der Praxis heißt das: flexibel einsetz- und verschiebbare Anleger, eine modulare Bauweise, Erweiterbarkeit der Maschinen, standardisierte Schnittstellen.
WEITERVERARBEITUNG IM FOKUS. Hugo Beck habe daher sehr viel Entwicklungsarbeit auf Lösungen für die grafische Industrie verwendet und werde seit mittlerweile vier bis fünf Jahren auch als ernst zu nehmender Anbieter in diesem Bereich wahrgenommen, so Heimann. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass Hugo Beck in den vergangenen Jahren rund die Hälfte des Umsatzes in der grafischen Industrie erwirtschaftet hat. Dabei geht es mitnichten ausschließlich um Hugo Becks Kerngeschäft Folieneinschweißen. Das schwäbische Unternehmen hat mittlerweile auch Maschinenmodelle für die Platzierung von Beilagen, Pick-and-Place-Aggregate zum Aufspenden von Postkarten, Booklets, Datenträgern oder Warenproben im Portfolio. Damit setzen die Lösungen des Maschinenbauers in der Produktion von Zeitschriften jetzt deutlich früher an und sind auch in der Mailingherstellung gefragt.
Eine der jüngsten Installationen einer Hugo-Beck-Einsteckmaschine erfolgte sogar im Zeitungsbereich: Im Druckzentrum Rhein-Main platziert nun eine ESM 15 im Anschluss an einen Heidelberg-Sammelhefter Beilagen in rückstichgehefteten Zeitungsprodukten.
Die Anlage verarbeitet Zeitungen in Halb- und Tabloid-Formaten, die zunächst über zwei Beilagenanleger, einen Umschlaganleger, eine Rückstichheftung sowie einen Trimmer geführt werden. Durch ein online arbeitendes Wendeband werden die Produkte anschließend vollautomatisch zur ESM weitergeleitet, wo vier Anleger die Produkte öffnen, Beilagen einspenden und zum Eckumsetzer und Inkjet-Drucker für die Adressierung der Haushaltszustellung bereitstehen.
Mit dieser Technologie stoßen Heidelberg und Hugo Beck in den eher auflagenorientierten und mit einem engen Zeitfenster versehenen Zeitungsbereich vor, der aufgrund der aktuellen Marktentwicklung nach Lösungen für seine regional werbenden Kunden sucht. Mit Hilfe dieser Technik ist eine Zeitungsdruckerei beispielsweise in der Lage, innerhalb von zehn Minuten eine kleine Serie von 10 000 Stück Zeitungen einzurichten und in einer knappen Stunde zu produzieren.
WARENPROBE EXAKT PLATZIERT. Eine vollkommen neue Entwicklung ebenfalls im Bereich Einstecken zeigte Hugo Beck beim Open House in Dettingen: Der Exact Page Opener platziert Warenproben oder Beilagen in der fertiggebundenen Zeitschrift auf einer ganz bestimmten Seite des Heftes. Mit Hilfe einer gestaffelt angeordneten Anleger-, Kamera- und Sensortechnik kann die Maschine in einem ersten Arbeitsschritt mit
einem Pflugöffner mechanisch das Heft öffnen, anschließend die jeweilige Seite lesen und sich in der Folge schrittweise an die richtige Seite „heranblättern“, auf die beispielsweise der Name des Lesers gedruckt werden soll oder eine personalisierte Karte eingelegt werden soll. Dabei kann die Maschine auf eine Varianz von drei und mehr Seiten automatisch reagieren und die Übereinstimmung von Name, Seite und individueller Warenprobe/Aufdruck selbsttätig überprüfen. „Wir haben mit dieser Maschine auf Anfragen des Marktes reagiert“, sagt Timo Kollmann vom Hugo-Beck-Vertrieb Druck und Papier. „Damit bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit, auf jeder gewünschten Seite eine persönliche Ansprache des Endkunden zu drucken oder eine Warenprobe, beispielsweise auf Seite 37, einzukleben, die bis dato nicht auf einem Klebebinder oder Sammelhefter aufgrund der Abmessungen verarbeitet werden konnte. Was gestern noch manuell eingeklebt wurde, können unsere Kunden bereits heute automatisieren und somit die Stückkosten und die benötigte Zeit senken.“
MATERIALSPAREND EINSCHWEISSEN. Ein möglichst perfekter Auftritt am Kiosk ist für den Abverkauf einer Zeitschrift ein deutlicher Pluspunkt. Viele Verlage setzen daher beim Einschweißen ihrer Produkte auf die höherwertige Seitenverschweißung – im Gegensatz zur Überlappungsverschweißung, bei der die Schweißnaht auf der Rückseite des Produkts liegt. Mit der Kombinationsmaschine Neo X Advance ermöglicht es Hugo Beck seinen Kunden, beide Varianten anzubieten und schnell von der einen auf die andere Technik umzustellen (Überlappungsverschweißung 18 000, Seitenschweißung 12 000 Takte pro Stunde). Ein weiterer Vorteil der neuen Neo-X-Reihe ist eine Längenkorrektur des Folienbeutels, bei der mittels einer Fotozelle direkt vor der Querschweißung der Abstand und die Lage zwischen den Produkten gemessen werden. Im Anschluss regelt
die Steuerung taktgenau einen geringen Folienüberstand von etwa 5 mm. Hierdurch erhöht sich zum einen die Produktionssicherheit, da Fehlschweißungen minimiert werden, und zum zweiten spart der Kunde drei bis fünf Prozent Folie ein. Einzelprodukte sowie Stapelware mit unterschiedlichen Abständen verarbeitet die im vergangenen Jahr erstmals vorgestellte Servo X mit maximal 8 000 Takten pro Stunde. Alle Einstellungen lassen sich aus dem Produktspeicher aktivieren, die Höhen- und Längeneinstellung des Querschweißaggregats erfolgt mittels Elektromotor. Der kontinuierlich mitlaufende Schweißstempel, der ohne taktende Unterbrechung auskommt, erzielt damit laut Hersteller eine Verdoppelung der Produktivität. Auch die Produktionssicherheit soll
sich aufgrund des Folientransports mittels Vakuumtechnik erhöhen. Zudem konnte laut Hersteller aufgrund einer vollmodularen Bauweise für die Servo X ein Preisniveau erreicht werden, das die Maschine als Basismodell der servogetriebenen Maschinen qualifiziert, so die Angaben des Unternehmens.
BÜCHERSTAPEL BANDEROLIEREN. Auf Materialersparnis und Wirtschaftlichkeit achtet laut Hersteller auch der Banderolierer BP 800. Die Maschine verarbeitet Bücherstapel mit 2 100 Takten pro Stunde. Durch eine Ultraschallmessung erkennt die Maschine, wie hoch das Produkt ist und spendet daraufhin nur soviel Folie, wie nötig ist, um den jeweiligen Stapel straff einzupacken und sicher zu verschließen.
Gemeinsam ist allen Anlagen und Maschinen die modulare Bauweise mit dezentralen Steuerungstechniken und Servo-Antrieben. So verfügt praktisch jeder Anleger und jedes Fertigungsmodul über eine eigene „Intelligenz“, wodurch sich die Module individuell kombinieren lassen. Es gehe, so Geschäftsführer Horst Heimann, im Kern darum, die steigende Nachfrage nach Sonderwerbeformen für kleine und kleinste Auflagen mit
möglichst hoher Wirtschaftlichkeit verbinden, ohne dass immer höhere Rüstzeiten anfallen oder immer mehr technische Insellösungen angeschafft werden müssen.













