(openPR) Als weltweit tätiger Maschinenhersteller in der Druckweiterverarbeitung und Folienverpackung hat Hugo Beck vor wenigen Monaten angekündigt, Flowpack in sein Portfolio aufzunehmen und dieses Segment zu einem neuen Standbein auszubauen. Mit drei anspruchsvollen Projekten hat die Firma aus Dettingen/Erms nun den Anfang gemacht und gezeigt, dass vor allem Sonderlösungen ihre Stärke sind.
Flowpackmaschinen werden vorwiegend dort eingesetzt, wo es auf eine besonders hohe Dichte und Stabilität der Verpackung ankommt, wie z.b. in der Nahrungsmittelindustrie. in diesem Bereich gehen so gut wie alle Verpackungen mit den charakteristischen Flossennähten auf Flowpack zurück. „In einem so großen Segment gibt es natürlich viele Anbieter, die Standardlösungen bereit halten“, erläutert Jörg Schwarzbeck, Verkaufsleiter für Deutschland bei Hugo Beck, „aber sobald die Anforderungen vom Standard abweichen, sind oft Grenzen erreicht. Und gerade auf diese individuellen Vorgaben haben wir uns bei Hugo Beck spezialisiert.“ Konkret geht es dabei in erster Linie um die Produktzufuhr bzw. die Übergabe von einer vorgelagerten Maschine. So auch bei einem deutschen Hersteller von Maschinen für Siegelrandbeutel oder Stickpacks: er suchte nach Flowpackmaschinen, die direkt mit seinen Abfüllanlagen verkettet werden konnten, um dann beides als Gesamtlösung nach Indonesien verkaufen zu können. Eine besondere Schwierigkeit hierbei war, dass die Beutel in 6er-gebinden vorverpackt waren und umverpackt werden mussten, um einerseits eine höhere Sicherheit zu gewährleisten und andererseits die Folien neu bedrucken zu können. „Bei so einer speziellen Übernahme lässt sich mit einer einfachen Standardmaschine nichts erreichen“, so Verkaufsleiter Schwarzbeck, „Die Lösung musste für dieses Projekt maßgeschneidert werden.“
Dieselbe Sprache sprechen
Die maßgeschneiderte Lösung sieht folgendermaßen aus: ein Teleskopband zur mehrreihigen Übernahme eines Faltbandes aus der vorgelagerten Abfüllmaschine, ein Transportband zur Vereinzelung der mehrreihigen Produkte, ein weiteres Teleskopband zur Übergabe der Sechsergebinde in die Fingertransportkette der Flowpack und eine oberkette zur Übergabe der Produkte in die Folienbahn. Dieser Vorgang wird bei bis zu 105 Takten pro Minute und mit einer heißsiegelfähigen Folie mit einer Stärke von 25-30 mµ durchgeführt. gleich vier Maschinen wurden davon verkauft. „Da war natürlich eine nicht unerhebliche technische Abstimmung notwendig“, so Schwarzbeck, „man muss Probeläufe vor Ort machen, indem beide Maschinen verkettet werden. Da ist es natürlich gut, wenn man in der Nähe ist und dieselbe Sprache spricht.“
Lösungen für andere Industrien
Dies war bereits in anderen Industrien schon von Vorteil. ein Medizintechnikhersteller suchte nach einer Flowpackmaschine, die seine Neutralelektronen (wie sie beispielsweise bei eKgs verwendet werden) verpackt – sowohl einzeln, als auch im Stapel zu zehn stück und zwar vollautomatisch inline von der Rolle. Die Elektronen kommen dabei endlos von der Rolle und mussten über eine spezielle Abroll- und Schneideeinrichtung konfektioniert werden, benötigten also eine in sich geschlossene automatische Zuführeinheit. Das war die erste Besonderheit. Zusätzlich sollten zwei Möglichkeiten der Kennzeichnung integriert werden, die parallel zur Anwendung kommen können: ein Foliendirektdrucker zum Aufdrucken von Produktionsdaten direkt auf die Folie sowie ein Etikettierer mit Druckeinrichtung zum individuellen Drucken und Aufspenden eines Selbstklebeetiketts auf den Folienbeutel. Verwendet wurde hier eine bedruckte Folie, die aus mehreren Werkstoffen und lagen besteht (Verbundfolie) und außerdem besonders dicht und widerstandsfähig ist. „Bei solchen Aufgaben profitieren wir natürlich davon, dass wir auch in anderen Bereichen schon viel Erfahrung mit Speziallösungen sammeln konnten“, erläutert Geschäftsführer Horst Heimann: „Es gab auch hier Mitbewerber aus dem Ausland oder Zwischenhändler, die Standardmaschinen umrüsten wollten.“ Dem Kunden lag hierbei jedoch besonders viel daran, einem Lieferanten zu finden, der alles aus einer hand liefern kann. „Außerdem besitzen sämtliche Maschinen von Hugo Beck eine sehr robuste, bewährte Mechanik, die mit einer hochmodernen Steuerung, der Servoachssteuerung mit Motioncontrol, kombiniert wird.“ ein weiteres Beispiel eines Herstellers der Naturkosmetik, bei dem insbesondere das breite Produktspektrum eine Herausforderung darstellte. Verpackt werden sollten einerseits Kosmetikstifte, wie Kajal- oder Lippenstifte, sowohl einzeln als auch mehrstückweise, nebeneinander und übereinander. Andererseits sollten aber auch Dosen und Tuben in diversen Formationen neben- sowie hintereinander verpackt werden. Die Übernahme der diversen Kosmetikstifte sollte vollautomatisch von der Produktionsanlage geschehen, die Dosen und Tuben mit Handanlage.
Hohe Flexibilität
Also auch hier war eine kundenspezifische Übergabe notwendig. Die Lösung von Hugo Beck sieht folgendermaßen aus: Die Zuführung der stifte erfolgt entweder über einen verfahrbaren Magazinschacht mit Vereinzelung und Übergabe oder einen ähnlichen Schacht zur Gruppierung mehrreihiger und mehrlagiger Stiftgebinde. Außerdem gibt es eine spezielle Fingertransportkette, eine oberkette zur Übergabe der Produkte auf die Folienbahn sowie eine Folienzufuhr von unten. Die Taktzahl beträgt bei den automatisch übernommenen einzelstiften maximal 120 pro Minute, bei den Dosen und Tuben sind es 40. eine integrierte etikettier-, spende- und -Druckeinrichtung ermöglicht es zudem, die transparenten Beutel mit individuellen Daten zu versehen. „Damit ist man natürlich erheblich flexibler als mit vorgedruckten Etiketten“, so Verkaufsleiter Jörg Schwarzbeck. insgesamt handelt es sich also um drei sehr umfangreiche und arbeitsintensive Projekte. „Jedes hatte seine Eigenheiten und erforderte einen intensiven Kundenkontakt mit viel technischem Know-How„ so Schwarzbeck, „aber genau da liegen schließlich unsere Stärken.“
Kunden nutzen als Wettbewerbsvorteil
„Ich sehe das so, dass Hugo Beck durch die Servo-Antriebstechnik ein gewisses Premiumsegment belegen konnte“, bewertet Heimann, die vorliegenden Projekterfahrungen. „Dies hilft uns auch heute noch, die fernöstlichen Billiganbieter auf Abstand zu halten. Aber nun stellt sich die Frage, 'Wo ist die nächste technische Revolution?' Was muss der deutsche Verpackungsmaschinenbau tun, um auch noch in 5 oder 10 Jahren die Nase vorn zu haben? Wir sind davon überzeugt, dass die neue Zielrichtung sein muss, den Kundennutzen und seine Produktionsbedingungen auch in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie in den Vordergrund zu stellen. In dieses Themenfeld gehen ein: Bedienbarkeit der Maschine, Flexibilität der Komponenten und eine sehr hohe Verfügbarkeit. Das sind Themen, an denen wir heute schon arbeiten, in Detailverbesserungen genauso wie in der hauseigenen Software-Entwicklung und der Organisation von Produktionsabläufen.“ Innovative Maschinenkonzepte für die Verpackung und Veredelung von morgen. Kundenorientierte Lösungen finden, Weiterdenken, wo andere abwinken – ein Wesenszug der Hugo Beck Maschinenbau.
Weitere Informationen: www.hugobeck.de , Quelle Bild: Hugo Beck


















