(openPR) TIM CONSULT, Mannheim, 05.04.2011. Kaum ein anderes Thema beschäftigte die kommunale und private Entsorgungswirtschaft in den letzten Monaten stärker als die geplante Einführung der „Wertstofftonne“. Die Wertstofftonne war daher erneut Schwerpunkt des mittlerweile 16. Wertstoffseminars, das von der TIM CONSULT GmbH in Zusammenarbeit mit der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH durchgeführt wurde. Rund 20 Vertreter aus der öffentlichen und der privaten Abfallwirtschaft nutzten die Veranstaltung, um gemeinsam in Berlin über die zukünftige Erfassung von Wertstoffen sowie deren Vermarktung zu diskutieren.
Grundlage für die anhaltende Aktualität des Themas waren die am 23. Februar in Dessau vorgestellten Gutachten zur Gestaltung der Wertstofftonne, die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben wurden. Während es bei der Zusammensetzung des Stoffgemisches in der Wertstofftonne klare Empfehlungen seitens der Gutachter gibt, so ist das Ergebnis in Bezug auf die Organisationshoheit weiterhin offen. Hier gibt es im Wesentlichen zwei konkurrierende Vorschläge, welche die Hoheit entweder in kommunaler oder in privatwirtschaftlicher Hand sehen. Diese Alternativen werden derzeit in einem Planspiel bewertet, die weitere Entwicklung bleibt daher spannend.
Als Hinführung zum Thema Wertstofftonne präsentierte Herr Dr.-Ing. Joachim Christiani, HTP GmbH Co. KG, als Mitautor die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der Studie zur "Idealzusammensetzung der Wertstofftonne". Die technischen Möglichkeiten zur automatisierten Sortierung der erfassten Wertstoffe bilden laut Studie den wesentlichen Rahmen für eine (wirtschaftliche) Gestaltung der Wertstofftonne. So zeigt es sich, dass eine gemeinsame Erfassung insbesondere bei den verschiedenen Kunststofffraktionen von Vorteil ist, während andere Fraktionen aufgrund sortier-technischer Nachteile unberücksichtigt bleiben sollten (z. B. Alttextilien, Holz). Bisher erfolgreich getrennt gesammelte Fraktionen wie Altpapier, Glas und Batterien sollen dagegen nicht in die Wertstofftonne einbezogen werden.
Wie entscheidend die Rückgewinnung von Wertstoffen für einzelne Industriezweige mittlerweile sein kann, zeigt sich insbesondere am Beispiel des Sekundärrohstoffs Altpapier. Herr Martin Drews, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Gesellschaft für Papier-Recycling (GesPaRec) mbH verdeutlichte den weltweiten Stoffkreislauf, welcher der modernen Papierherstellung zugrunde liegt. Altpapier ist für viele Papiersorten inzwischen als Hauptrohstoff unverzichtbar geworden.
Die Nutzung von „Abfallressourcen“ spielt auch im Bereich der Stromerzeugung durch die energiepolitischen Weichenstellungen der letzten Jahre eine zunehmend bedeutendere Rolle. Zur Sicherung der Anlagenauslastung zeigte Herr Henry Forster, Geschäftsführer der Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH (GOA), Wege auf, wie sich durch kommunale Kooperationen im Bereich der Biogasvergärung Vorteile für die Kooperationspartner erzielen und absichern lassen.
Für die betriebliche Praxis stellte Herr Jörg Zablonski, Seniorberater im Bereich Public Management bei TIM CONSULT, schließlich die Möglichkeiten der Vermarktung von Wertstoffen für ausschreibungspflichtige Entsorgungsträger dar. Die Wahl der passenden Konzeption für das Ausschreibungsverfahren ermöglicht eine Verbesserung der Erlöse und kommt somit den Gebührenzahlern zu Gute.
Die Novellierung des Vergaberechts und die oft uneinheitliche Rechtssprechung erschweren jedoch öffentlichen Auftraggebern oftmals erlösoptimale Verwertungsausschreibungen. Herr Dr. Holz, Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Vergaberecht der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, ging daher in seinem Vortrag auf die rechtlichen Fragestellungen ein, die sich unmittelbar bei Verwertungsausschreiben ergeben und zeigte rechtsichere Lösungen für öffentliche Auftraggeber auf.
Der letzte Themenblock der Veranstaltung widmete sich schließlich wieder dem Thema Wertstofftonne. Mit Herrn Hartwig, Vorsitzender des Fachausschusses Duale Entsorgungswirtschaft beim VKS im VKU, Herrn Stroetmann, Staatssekretär a. D., Prof. Versteyl Rechtsanwälte sowie Herrn Dr. Flanderka, Reclay Holding GmbH, konnte TIM CONSULT hierzu drei anerkannte und ausgezeichnete Experten gewinnen, die den aktuellen Stand der Diskussion darstellten und einen Ausblick auf die Entwicklung gaben. Den Abschluss der Veranstaltung bildete die gemeinsame Diskussion der Teilnehmer und Referenten über die Möglichkeiten der Einführung der Wertstofftonne.
Unsere erfolgreiche Seminarreihe zum Thema Wertstoffvermarktung werden wir voraussichtlich im Herbst fortsetzten. Informationen zur nächsten Veranstaltung erhalten Sie in der nächsten Ausgabe unseres Newsletters.











