(openPR) Duisburg. Im Interview mit dem Internetsender rentenfernsehen.de hat Walter Riester die Hintergründe über die Riester-Rente aufgedeckt. So berichtet der ehemalige Bundesarbeitsminister, dass im Vorfeld nur ein begrenzter Personenkreis über seine Pläne informiert gewesen sei. Durch eine heute nicht mehr nachvollziehbare Indiskretion seien seine Vorüberlegungen an die BILD-Zeitung gelangt, die durch eine Medienkampagne ein Herzstück der Reform vereitelt habe: Das Obligatorium.
Walter Riester, heute 67 Jahre alt, stellte heraus, dass er seinerzeit die Riester-Rente verpflichtend machen wollte. „Stelle man sich vor, es gäbe keinen gesetzliche Rentenversicherungspflicht für Alle, so hätten wir heute eine große Altersarmut zu beklagen“, meint Riester. Aus dieser Erkenntnis heraus, wollte Riester auch seine Idee einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge obligatorisch machen. „Schließlich versäumen die Menschen meist, Rücklagen fürs Alter zu bilden“, so Riester.
Genau dieses Kernstück sei aber durch die BILD-Zeitung zunichte gemachte worden. In einem Telefonat mit seiner damaligen Pressesprecherin kündigte die BILD-Redaktion die Überschrift „Zwangsrente Riester - Was hat das Volk dieser Regierung angetan?“ an und drohte gleichzeitig den Titel „Wann fliegt Riester?“ für den nächsten Tag an, falls der Minister nicht zu einem Exklusiv-Interview zur Verfügung stehen würde. Als Riester dem Wunsch der BILD-Zeitung entsprach, wurde der Titel in „Wutwelle rollt auf Bonn“ umgewandelt. Bemerkenswerterweise befanden sich in dieser Ausgabe auch zahlreiche negative Leserbriefe, die die BILD-Redaktion innerhalb eines Tages erreicht hätten. Damit sei die Idee einer obligatorischen ergänzenden Altersvorsorge politisch nicht mehr zu halten gewesen.
Das gesamte Interview mit Walter Riester kann auf www.rentenfernsehen.de kostenlos angeschaut werden (Die Aussagen zum Obligatorium finden Sie im Teil 1 ab Minute 8:20).










