(openPR) Erste europäische Mond-Mission soll Klarheit über die Mondentstehung bringen
SMART 1, das erste europäische Programm zur Untersuchung des Mondes, ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag erfolgreich gestartet. Neben der Erforschung der Entstehungsgeschichte des Erdtrabanten, hat das Projekt, das von der Schwedischen Raumfahrtbehörde SSC (Swedish Space Corporation) auf den Weg gebracht wurde und von der Europäische Raumfahrtbehörde ESA (European Space Agency) geleitet wird, auch das Ziel, den Einsatz eines speziellen elektrischen Antriebs für interplanetarische Missionen zu bewerten.
Mit an Bord ist auch zukunftsweisende Technik aus Frankreich. So beteiligt sich Frankreich an dem Projekt mit der Lieferung des Ionen-Antriebs und einer Mikro-Kamera sowie – über das Weltraumstrahlen-Forschungszentrum CESR-UPS (Centre d’Etudes Spatiales des Rayonnements) – durch die Mitarbeit an der Entwicklung des Instruments D-CIXS, mit dem das gängige Modell der Mond-Enstehung überprüft werden soll. Französische Spezialisten wirken somit auf innovative Weise an dem Programm SMART 1 (Small Missions for Advanced Research and Technology) mit; das erste Projekt einer Serie kleiner High-Tech-Forschungs-Missionen, mit denen neue technische und wissenschaftliche Konzepte beurteilt werden sollen, die für künftige wissenschaftliche Missionen erforderlich sind.
Ionen-Antrieb: Sparsamer Langzeitschub
Der Ionen-Antrieb und das komplette Antriebssystem wurden von SNECMA Moteurs im Auftrag der ESA entwickelt und hergestellt. Diesem Vorhaben kamen die im vergangenen Jahrzehnt mit aktiver Unterstützung des französischen Raumfahrtzentrums CNES durchgeführten Entwicklungen zugute. Es handelt sich um den ersten europäischen Einsatz eines Solar-Elektro-Antriebs SEP (Solar Electric Propulsion) in Originalgröße als Hauptantrieb. Das System ermöglicht es der Sonde, bei einem minimalen Verbrauch an Xenon-Antriebsgas – für 400.000 Kilometer nur rund 82 Kilogramm - in 15 bis 17 Monaten den Erdtrabanten zu erreichen. Die dank der höheren Ausstossgeschwindigkeit – sie ist zehnmal höher, als bei konventionellen Antrieben - erreichten Masse-Einsparungen werden es künftig allen Raumfahrt-Missionen ermöglichen, zusätzliche Ausstattung an Bord zu nehmen. Damit eröffnen sich der interplanetarischen Forschung neue Perspektiven. In naher Zukunft werden vollelektrische geostationäre Telekommunikations-Satelliten auch in der Lage sein, eine doppelt so große Nutzlast zu transportieren als konventionell angetriebene Satelliten.
Die Technik des feststehenden Ionen-Antriebs wurde seit den 50er Jahren entwickelt und im Jahr 1972 in sowjetischen Raumfahrzeugen genutzt. Bislang fand sie aber nur zur Korrektur der Umlaufbahn und zur Höhensteuerung Anwendung. Anfang der 90er Jahre vereinbarten russische, amerikanische und europäische Unternehmen - darunter Snecma Moteurs aus Frankreich - diese Art Antrieb gemeinsam weiter zu entwickeln und zu vermarkten.
Ultrafeine Schaltkreise ermöglichen hochpräzise Mikrokamera
Der andere, ebenso innovative Beitrag aus Frankreich ist die Mikro-Kamera AMIE (Asteroid-moon Micro-Imager Experiment). Sie wurde im Rahmen eines CNES-Forschungsprogramms vom Schweizerischen Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik CSEM (Centre suisse d’électronique et de microtechnique) unter Mitarbeit des CNRS-Astrophysik-Instituts IAS-CNRS (Institut d’Astrophysique Spatiale) entwickelt. Mit der Kamera wird es möglich, präzise Bilder der verschiedenen Regionen des Mondes zu erhalten, um die Morphologie, die Topographie und die Textur der Oberfläche zu untersuchen. Die Kamera komprimiert und speichert die Daten, bevor sie zur Erde übertragen werden. Um die Übertragungsrate der Daten zusätzlich zu steigern, werden Sie statt mit Funk mit einem Laser zur Empfangsstation auf Teneriffa geschickt.
Ursprünglich war die Kamera dazu vorgesehen, die Möglichkeiten der Miniaturisierung zu zeigen: Die Kamera wiegt einschließlich der optischen und elektronischen Teile nur 450g. Der wesentlich Grund hierfür liegt in ultrafeinen gedruckten Schaltkreisen, die in einem vertikalen Sandwich-Verbund angeordnet sind.
Die Mondsonde SMART 1 ist ein gutes Beispiel für ein High-Tech-Raumfahrtwerkzeug, das der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung gestellt wurde. An Bord des Fluges 162 sind außerdem die Satelliten INSAT-3 vom ISRO und e-BIRD von Eutelsat.
Hintergrund CNES
Das französische Raumfahrtzentrum CNES entwickelt Frankreichs Raumfahrt-Aktivitäten. Es hat die Aufgabe, der französischen Regierung die Ausrichtung der französischen Raumfahrtpolitik vorzuschlagen und die beschlossenen Programme unter Mitwirkung seiner Partner umzusetzen. Hierzu gehören Raumfahrtbehörden, Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Verteidigungsorganismen.
Das CNES ist in so unterschiedlichen Bereichen aktiv wie der Beobachtung der Erde, dem Telekommunikationswesen, der Weltraumforschung und der Präsenz des Menschen im Weltraum. Das CNES erhielt auch von der europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) den Auftrag, das Ariane-Programms verantwortlich durchzuführen, und tut dies seit 1973.
Web: www.cnes.fr
Hintergrund Snecma Moteurs
Snecma Moteurs, einer der weltweit führenden Hersteller von Antrieben für die Luft- und Raumfahrttechnik, bietet ein umfangreiches Programm an Antriebssystemen an. Das Unternehmen entwickelt und baut leistungsstarke, zuverlässig und wirtschaftlich arbeitende sowie die Umwelt schonende Motoren für Zivil-Flugzeuge mit mehr als 50 Plätzen und für militärische Flugzeuge, und dies seit je her auf Weltniveau. Was die Raumfahrt betrifft, so entwickelt und fertigt Snecma Moteurs Antriebssysteme und Zubehör für Trägerraketen, Satelliten und Raumfahrzeuge und ist an leitender Stelle für die Antriebstechnik der Ariane-Trägerraketen zuständig.
Internet: www.snecma-moteurs.com
Hintergrund Institut d’Astrophysique Spatial
Das im Jahr 1989 gegründete astrophysikalische Institut IAS (Institut d’Astrophysique Spatiale) ist eine gemeinsame Einrichtung der französischen Forschungsorganisation CNRS und der Université Paris XI. Es hat seinen Sitz in Orsay bei Paris und wird vom CNRS finanziert. Das IAS führt Weltraumexperimente durch, um das Sonnensystem, die die Sonne, den interstellaren Raum und kosmologische Fragen zu untersuchen.
Internet: www.ias.fr
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