(openPR) Masterplanung ist fertiggestellt
• Entscheidung über Altstadt-Architekten fällt
• Abriss Technisches Rathaus bald beendet
• Sanierung der Tiefgarage wird abgeschlossen
• Start regelmäßiger Bürgerinformationen
• Fundamente erster Altstadthäuser vor Jahresende
Mit dem Abschluss der Masterplanung und dem „Ja“ der Stadtverordnetenversammlung zum Stadthaus-Konzept von MEURER Architekten Stadtplaner Ingenieure mit cba architectes hat die Stadt Frankfurt Anfang 2011 bereits wichtige Etappenziele im Rahmen des Altstadt-Projektes erreicht. Mit der Auswahl der Architekturbüros für die Neubauten fällt nächste Woche eine weitere bedeutende Entscheidung. Ebenfalls in diesem Jahr sollen der Krönungsweg abgesenkt und die Tiefgarage saniert werden. Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der DomRömer GmbH, rechnet damit, dass in diesem Jahr bereits die Fundamente erster Altstadthäuser stehen.
Masterplanung
Die Masterplanung basiert auf dem ursprünglichen Parzellierungsplan des Stadtplanungsamtes und ist Grundlage des Architektenwettbewerbs für die Neubauten. Die Masterplanung berücksichtigt unter anderem Brandschutz und Belichtung. Auf der Grundlage des Masterplans wurde inzwischen auch der Bauantrag für die Untergeschosse eingereicht.
Entscheidung Altstadt-Wettbewerb Neubauten
173 Architekturbüros aus England, Italien, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland hatten sich für den Bau neuer Altstadthäuser beworben. 56 kamen in die engere Wahl und legten einer Jury mehr als 200 Entwürfe vor. Ein Preisgericht wird am 22. März davon bis zu 54 Entwürfe auswählen. Diese Siegerentwürfe werden einen Tag später, am 23. März, den Medien und Mitte April den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt präsentiert. Welche Entwürfe letztlich gebaut werden, entscheiden Mitte des Jahres die städtischen Gremien.
Schöpferische Nachbauten
Alle Gebäude – ob Rekonstruktionen oder Neubauten – müssen heutigen Anforderungen an Brandschutz und Energieverbrauch gerecht werden. Experten sprechen deshalb weniger von Rekonstruktion, als vielmehr von „schöpferischem Nachbau“. Tatsächlich ist eine exakte Rekonstruktion der meisten Gebäude aufgrund der zu berücksichtigenden Vorschriften, der innerstädtischen Lage und um- bzw. darunter liegender Bebauung rechtlich nicht zulässig. In den meisten Fällen lässt zudem die unzureichende Dokumentation keine umfassende Rekonstruktion im Inneren zu. Teils sind lediglich Aufzeichnungen über einzelne Etagen vorhanden. Ausnahmen bilden die Gebäude „Goldene Waage“ und „Rotes Haus“, die so gut dokumentiert sind, dass eine vollständige Rekonstruktion möglich ist.
Ausschreibung für schöpferische Nachbauten
Im Rahmen eines VOF-Vergabeverfahrens sucht die DomRömer GmbH noch in der ersten Jahreshälfte 2011 nach Architekturbüros mit umfassenden Erfahrungen auf dem Gebiet Rekonstruktion, unterstützt von einem Kompetenzteam, dem Experten für die verschiedenen rekonstruktionsspezifischen Disziplinen angehören. Schätzungen gehen von Mehrkosten für Rekonstruktionen von bis zu 80 Prozent gegenüber einem Neubau aus, abhängig vom Umfang des Rekonstruktionsaufwands, erforderlichen Fertigungstechniken oder Material. Um die Frage der Kosten möglichst schnell zu beantworten, arbeitet die DomRömer GmbH derzeit intensiv an Rahmenbedingungen für jedes einzelne Gebäude.
Darauf aufbauend werden die Kaufverträge vorbereitet. Diese sollen die Käufer vertraglich binden, ihnen aber auch Planungssicherheit geben. Die DomRömer GmbH strebt den Abschluss erster Verträge ab Sommer 2011 an. Dann wird man wissen, welche Gestalt die „neue“ Frankfurter Altstadt tatsächlich erhält.
Mehr als 200 Kaufinteressenten haben sich seit Sommer 2010 bei der DomRömer GmbH gemeldet. Die meisten sind an einem Neubau interessiert, für jede der neun optionalen Rekonstruktionen gibt es aber mindestens einen Interessenten. „Die Kosten für Neubauten werden durchschnittlich und etwa mit den Kaufpreisen im Nordend vergleichbar sein“, so Guntersdorf.
Abriss Technisches Rathaus / Bauarbeiten Tiefgarage
Voraussichtlich im Mai gehen die Tiefbauarbeiten in die nächste Runde. So werden die Reste des Technischen Rathauses abgerissen, U-Bahn-Zugänge verlegt und der Krönungsweg auf sein ursprüngliches Niveau abgesenkt. Mit dem ebenfalls anstehenden Abschluss des Umbaus der Tiefgarage wird de facto der Grundstein für die Neubebauung des DomRömer-Areals gelegt. Dabei werden der ehemalige Keller des Technischen Rathauses sowie Teile des ersten Untergeschosses der Tiefgarage zu Kellern und Funktionsräumen der darüber liegenden, neu entstehenden Altstadthäuser umgewandelt.
Stadthaus am Markt / Archäologischer Garten
Mit großer Mehrheit hatte sich die Stadtverordnetenversammlung am 24. Februar diesen Jahres dafür entschieden, den Stadthaus-Entwurf der Arbeitsgemeinschaft MEURER Architekten Stadtplaner Ingenieure mit cba architectes, Frankfurt a. M. / Luxembourg verwirklichen zu lassen. Der Entwurf sieht ein Gebäude vor, das die Funde des Archäologischen Gartens nicht nur schützt, sondern eine museale Präsentation ermöglicht und das eine öffentliche Funktion als Versammlungshaus erfüllt. Wegen der großen geschichtlichen Bedeutung wird der Schwerpunkt der musealen Präsentation auf der karolingischen Pfalz mit der Königshalle als „Keimzelle“ der Stadt liegen und soll das Interesse der Besucher für weitere historische Orte und Museen in Frankfurt wecken.
Fünf verglaste Aussichtspunkte ermöglichen Besuchern aus allen Himmelsrichtungen einen ungehinderten Blick auf die archäologischen Funde, ohne dass diese das Stadthaus betreten müssten. Wer die Funde genauer betrachten möchte, hat auch künftig ungehindert Zugang zum Archäologischen Garten – dies wird durch eine sinnvolle Trennung zwischen Erdgeschoss und Foyer bzw. Versammlungssaal gewährleistet.
Das zukünftige Stadthaus wird von Höllgasse, Am Markt und Bendergasse gefasst. Geplant ist außerdem, einen Teil des historischen „Tuchgadens“ wieder aufzunehmen. Dieser war vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg über den Durchgang unter dem „Roten Haus“ erreichbar. Das nach Westen gelegene Wohngebäude könnte – wenn einem Abbau des „Tisches“ zugestimmt wird – verlängert werden, um sich, wie früher, südlich an das „Rote Haus“ anzuschließen. Mit Wohnungen, Läden und Gastronomie wird der Bau zu einem festen und lebendigen Bestandteil des künftigen Altstadtlebens werden.
„Belvederche“ wird wieder Aussichtspunkt
Der Aussichtsturm der „Goldenen Waage“, das sogenannte Belvederche, das vielen Frankfurtern sehr am Herzen liegt, soll wieder entstehen. Es wird der höchste Punkt der neuen Bebauung sein und in das Stadthaus hineinragen. Damit wird es nicht nur zum Aussichtspunkt, sondern auch zu einem zentralen Blickfang.
Informationsveranstaltungen für Bürger
Der derzeitige Planungsstand ermöglicht nicht nur eine konkretere, sondern auch intensivere Information der Öffentlichkeit über die künftige Frankfurter Altstadt. So wird die DomRömer GmbH Mitte April den Masterplan für die Altstadt sowie die Entwürfe der Neubauten und des Stadthauses im Rahmen einer Bürgerveranstaltung vorstellen. Im Mai beginnt eine Bürger-Informationsreihe zu den weiteren Entwicklungsschritten und wichtigen Teilaspekten des Projektes.











