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GFB: Reformvorschläge zwischen Skylla und Charybdis

10.03.201108:36 UhrGesundheit & Medizin
Bild: GFB: Reformvorschläge zwischen Skylla und Charybdis
Dr. med. Siegfried Götte, Präsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände
Dr. med. Siegfried Götte, Präsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände

(openPR) Die Reformvorschläge von Union und SPD zur Verbesserung der medizinischen Versorgung sind nach Meinung der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) nichts anderes, als die Wahl zwischen Skylla und Charybdis. Der richtige Weg für nachhaltige und praxisnahe Änderungen der Versorgungslandschaft muss noch gefunden und Anreize geschaffen werden, die den Beruf des Arztes und die Bereitschaft, im ländlichen Raum zu praktizieren fördern und die Abwanderung junger Mediziner stoppen.



Die von Jens Spahn (CDU) losgetretene Diskussion um Zweibett-Zimmer in Kliniken und um Wartezeiten bei GKV-Versicherten wird unter dem Etikett eines „Qualitätsverbesserungsgesetzes“ von der SPD aufgegriffen, was aus Sicht der GFB wenig hilfreich ist, Versorgungsdefizite zu lösen. „Aus ärztlicher Sicht und aus meiner Erfahrung der Praxis sind diese Vorschläge als realitätsferne Polemik aufzufassen“, meint ihr Präsident, Dr. Siegfried Götte. Zur Frage der Wartezeiten sei darauf hinzuweisen, dass die Terminvergabe stets nach Notwendigkeit und Dringlichkeit erfolge. Auch würden unterschiedliche Erkrankungen, Krankheitsstadien und Komplikationen berücksichtigt. Gesetzlich vorgeschriebene Garantien sind aus Sicht der GFB vielmehr dazu geeignet, das Arzt-Patientenverhältnis zu schwächen, als zu stärken. Eine Verbesserung der Versorgung wird durch derartige Gesetzesregelungen nicht erreicht. „Sie dient nur der Diffamierung des ärztlichen Berufsstandes“, meint der GFB-Chef.

Zur Verbesserung der Versorgung hat die GFB bereits Vorschläge zur Strukturierten Versorgung und Behebung von Versorgungsdefiziten mit Abbau von Fehlversorgung für das anstehende Gesetz unterbreitet. Eine wesentliche Voraussetzung ist dabei eine Vergütung der unterschiedlichen Versorgungsebenen nach dem Prinzip der ‚gleich langen Spieße’ und damit einer angepassten Vergütung der fachärztlichen Versorgung.

Aus Sicht der GFB kann ein Paradigmenwechsel für die ambulante Versorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur durch ein neues Versorgungsmodell hergestellt werden, welches das bestehende Zuzahlungssystem (vor allem Praxisgebühr), das Sachleistungsprinzip und das ambulante Vergütungssystem nachhaltig verbessert. Die GFB hat sich in diesem Zusammenhang bereits für das Versorgungsmodell Gesundheitskonto mit Solidargutschrift (VGS) ausgesprochen. Die GFB begrüßt diesen Ansatz, weil die Versicherten befähigt werden, mit ihrem Verhalten eine wirtschaftliche Verteilung der Finanzmittel zu bewirken. Dies würde eine dauerhaft unrationierte ambulante Versorgung garantieren. Dabei spielen nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch Transparenz, Information und Partizipation der Versicherten im Behandlungsprozess eine wichtige Rolle.

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