(openPR) Während die halbe Nation Fasching feierte, hatten auch die Bundestagsabgeordneten und Parlamentarier frei – jedoch zwangsfrei wegen eines unvorhergesehenen Stromausfalls. Verursacher war eine Baufirma, die wegen Bauarbeiten Stromkabel beschädigte, die normalerweise den Bundestag und angrenzende Abgeordnetenhäuser mit Strom versorgt.
Nach dem 11-stündigen Stromchaos kommt die Frage auf, warum verfügt gerade der Bundestag über keine Notfallstromversorgung? Denn das Notstromkabel von Vattenfall – für den Fall eines Stromausfalls gelegt – brachte auch keine Hilfe.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung ist die Lösung: Rechenzentren, Krankenhäuser, Zentrale Überwachungssystem verlassen sich heute nicht auf den Strom aus der Dose, sondern auf zentrale USV-Systeme verschiedener Voltstärken (bis zu 20kVA), die sofort auf Akku-Stromversorgung umstellen, sobald die Stromkabelversorgung ausfällt. Damit wird bei einem Stromausfall der kurzzeitige Weiterbetrieb der Systeme gewährleistet.
Die Batterietechnik ermöglicht eine Stromversorgung bis zu 4 Stunden, dann übernehmen bei großen Anlagen meist Dieselmotoren. Über USV werden im Regelfall die wichtigsten elektronischen System (EDV, Brandschutz, Überwachung) abgesichert, über Dieselgeneratoren funktioniert dann auch wieder das Licht, eben alles elektrische.
Deutschland ist glücklicherweise kein Land, das von Stromausfällen gebeutelt ist – 2007 gab es nur rund 20 Minuten Stromausfall – berechnet man Fremdeinwirkung wie Orkane, etc. mit ein, kam Deutschland auf über 35 Minuten ohne Strom. Die USA sind hingegen Stromausfälle gewöhnt – hier besitzen selbst die meisten Privathaushalte kleine USV-Systeme, so dass bei Stromausfällen die Menschen weiterhin kommunizieren können und auf ihr Home Entertainment sowie Internet nicht verzichten müssen. In Deutschland haben 90% der Haushalte aber viele kleine und mittlere Unternehmen keine Notstromabsicherung – USV ist bei uns noch flächendeckendes Thema. Dabei sieht man beim Bundestag gut, wie schnell die Kommunikation in Zeiten des Internets lahm gelegt werden kann. Beim Bundestag war es für die Mitarbeiter und Berichterstatter der Medien ein Ärgernis. Unternehmen würde ein solcher Fall hohe Kosten verursachen, denn ihre Produktivität wäre lahmgelegt. Mitarbeiter könnten nicht mehr an ihren Computern ihre Arbeit verrichten, die Produktionsbänder ständen still, Ware könnte nicht mehr ausgeliefert werden, was wiederum verärgerte Kunden zur Folge hätte. Alles Kostenfaktoren, die in die Millionen gehen können. Eine USV-Lösung würde hingegen in den Anschaffungskosten und der Installation nur einen Bruchteil kosten.
Die Frontier Economics Ltd, London hat in Zusammenarbeit mit der RWE 2008 Kosten von Stromversorgungsunterbrechungen zusammengestellt. So betrügen beispielsweise die volkswirtschaftlichen Kosten durch die engpassbedingte Nichtlieferung einer kWh Strom
rund. 8 – 16 € / kWh.. Ein einstündiger Stromausfall an einem Winterwerktag in Deutschland verursacht somit 0,6-1,3 Mrd. € Kosten; eine Störung in ähnlicher Größenordnung (bezogen auf den Gesamtmarkt) wie der 2003er Blackout in den USA würde auf rund 1,1 – 2,2 Mrd. € Kosten geschätzt.
Hätte die Bundesregierung auf unterbrechungsfreie Stromversorgung gesetzt, wäre sie nicht wieder negativ ins Gespräch gekommen, sondern hätte die aktuellen Themen den Faschingshochburgen überlassen.













