(openPR) In Deutschland werden rund 20 Prozent der Primärenergie für das Beheizen von Gebäuden verbraucht. Pro Jahr entspricht dies circa 95 Mio. Tonnen des klimaschädlichen CO2. Experten vermuten, dass der Energieverbrauch in vielen Gebäuden aufgrund fehlerhafter Einstellungen bzw. einer falsch dimensionierten Heizanlage unnötig hoch ist. Erstmalig in Baden-Württemberg wurde eine interdisziplinäre Forschungsgruppe gegründet, die systematisch zu hohen Wärmeverbrauch in Liegenschaften vermeiden will. Für Mieter und Eigentümer sowie für die Umwelt könnten die Ergebnisse eine nachhaltige Entlastung bedeuten.
Freiburg – Jeder weiß: Wenn die Wohnung zu kalt ist, wird dies sofort bemerkt. Dass eine Heizung jedoch oftmals viel zu viel Wärme produziert, bleibt meist völlig unberücksichtigt.
Der Grund hierfür liegt in einer fehlenden Dauerüberwachung der gesamten Heizungsanlage sowie einer unzureichenden Kommunikation der Systeme von Energieversorgern, Heizungsherstellern, Wärmedienstleistern und der Hausverwaltung.
Um diese Situation in Zukunft zu optimieren, hat sich in Baden-Württemberg ein interdisziplinäres Netzwerk gegründet, die Forschungsgruppe „Energiemanagement in Liegenschaften – EMiLie®“. Die Zusammensetzung der Forschungsgruppe ist ein absolutes Novum, denn erstmalig beraten Energieversorger, Heizungshersteller, Wärmedienstleister und Hausverwaltung gemeinsam über Strategien, wie der Betrieb von Heizungsanlagen ganzheitlich optimiert werden kann.
Beteiligt sind an dem Vorhaben das Steinbeis-Transfer-Zentrum Building Technology, die Viessmann Unternehmensgruppe, die Minol Messtechnik GmbH, die badenova AG & Co. KG sowie die Gisinger Hausverwaltung GmbH.
Als Forschungsobjekt dient ein Mehrfamilienhaus in Freiburg mit 22 Nutzeinheiten. Bis Dezember 2012 werden in diesem Gebäude sämtliche relevanten Heizungsdaten rund um die Uhr gemessen und ausgewertet. Im Fokus der Beobachtung steht nicht nur der Heizkessel, sondern jede einzelne Wohnung mit ihren Heizkörpern inklusive des gesamten Rohrsystems. Dadurch wird es möglich festzustellen, ob zum Beispiel die Heizungsanlage in ihrer Leistung mit überhöhten Parametern betrieben wird, und letztlich auch, ob der Nutzer seine Heizung sinnvoll einstellt. Die daraus abgeleiteten Optimierungsmaßnahmen können dann über einen Fernzugriff an der Heizungsanlage eingestellt werden. Diese ganzheitliche Betrachtungsweise unterscheidet sich ebenfalls grundlegend von bisher durchgeführten Studien.
Als Ziele definiert die Forschungsgruppe EMiLie® eine bessere Vernetzung der technischen Systeme, eine Optimierung des Anlagenbetriebs und damit eine Verbesserung der Energieeffizienz, die der Umwelt zugute kommt. Des Weiteren sollen die Prozessabläufe bei der Erstellung der Nebenkosten- und Wohngeldabrechnung deutlich verbessert werden.
Für Mieter und Eigentümer bedeutet der optimierte Verbrauch eine finanzielle Entlastung. Darüber hinaus werden die Abrechnungsergebnisse wesentlich schneller geliefert. Die Nebenkostennachzahlung aus dem Vorjahr und gegebenenfalls eine Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung können dadurch besser verteilt werden.













