openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Hessen forciert die Fallenjagd

28.02.201108:28 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Hessen forciert die Fallenjagd
Lucia Puttrich (CDU Hessen) will mehr Dachse töten
Lucia Puttrich (CDU Hessen) will mehr Dachse töten

(openPR) Lucia Puttrich (CDU), von ihrem ersten Jagderlebnis gemeinsam mit rund 100 Gästen im Reinhardswald noch immer tief beeindruckt ("Das war eine große Bereicherung für mich"), nutzt die Novellierung des hessischen Landesjagdgesetzes um die Fallenjagd zu forcieren. Die Jagdzeit des Dachses soll von derzeit 3 auf 7 Monate ausgeweitet werden.

Meister Grimbart, der im vergangenen Jahr durch die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Wildtier des Jahres gekürt wurde, ist nachtaktiv. Mit der herkömmlichen Ansitzjagd ist ihm kaum beizukommen. Deshalb wird ihm mittels Fallen und der Baujagd nachgestellt.

Laut Gesetz sind zwar nur "sofort tötende" oder "unversehrt fangende" Fallen zugelassen, doch zeigen Studien, dass auch der Einsatz legaler Fallentypen zu übler Tierquälerei führt. Tiere, die in einer angeblich „unversehrt fangenden" Kastenfalle gefangen werden, geraten oftmals in Panik, wenn sich die Falle schließt. Sie toben umher, verletzten sich selbst oder sterben an Kreislaufversagen. Totschlagfallen sollen das Tier, welches den Köder annimmt, dagegen durch den Schlag eines Metallbügels auf Hals oder Brustkorb töten. Wenn ein Tier die Falle jedoch mit der Pfote auslöst, führt dies zu Quetschungen und blutigen Verletzungen bis hin zur Verstümmelung. Häufig beißen sich die Tiere bei den verzweifelten Versuchen, aus Totschlagfallen zu entkommen, auch selber die Extremitäten ab, wie Untersuchungen des Tiermediziners Hans Frey aus Österreich belegen.

Bei der Baujagd werden kleine, aggressive Jagdhunde in den Dachsbau geschickt, um dort verharrende Tiere den wartenden Jägern vor die Finte zu jagen. Mutige Füchse oder Dachse lassen es bisweilen auf einen Kampf mit dem Hund ankommen, der im schlimmsten Fall für beide Beteiligten tödlich enden kann, meist aber zumindest zu gravierenden Verletzungen führt. In Internet-Foren zur Jagd finden sich zahlreiche Bilder übel zugerichteter Jagdhunde, mit denen Jäger die "Raubwildschärfe" ihrer Hunde beweisen.

Die hessische Landwirtschaftsministerin kommt mit der Verlängerung der Jagdzeit auf den Dachs einer Forderung ihres Landesjagdverbandes nach und begründet eine intensivere Jagd mit zunehmenden Schäden in der Landwirtschaft. "Belastbare Daten liegen dem Ministerium weder zu den Dachsbeständen noch zu vermeintlichen Schäden vor", sagt Lovis Kauertz, Mitgründer der Initiative "Schonzeit für Füchse" und Betreiber des Tierschutzblogs Jagdaberfair.de.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 514469
 256

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Hessen forciert die Fallenjagd“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von JagdAberFair

Bild: JagdAberFair wird Wildtierschutz Deutschland e.V.Bild: JagdAberFair wird Wildtierschutz Deutschland e.V.
JagdAberFair wird Wildtierschutz Deutschland e.V.
Der gemeinnützige Verein Wildtierschutz Deutschland e.V. ist aus der erst vor etwa 15 Monaten gegründeten Tierschutz-Initiative JagdAberFair hervorgegangen und wird sich fortan einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit für Tierschutzthemen im zunehmend kritisch beäugten Bereich der Hobbyjagd annehmen. Themen, um nur einige zu nennen, sind Fallenjagd, Haustierabschuss, Schonzeiten, Jagdgesetzgebung. "Wir sind relativ schnell an einen Punkt angelangt, an dem es Sinn macht, sich als gemeinnützige Körperschaft zu organisieren" sagt Lovis Kauertz, …
Bild: Mehr Jagd, mehr WildschweineBild: Mehr Jagd, mehr Wildschweine
Mehr Jagd, mehr Wildschweine
Zunächst mag man denken, es sei ein Widerspruch – doch die Realität lehrt uns anderes. Die Anzahl der getöteten Wildschweine - die Jäger sprechen von der „Schwarzwildstrecke" - ist im langjährigen Durchschnitt trotz einer Intensivierung der Jagd kontinuierlich steigend. Wurden in Deutschland im Jagdjahr 1990/91 noch etwa 212.000 Wildschweine im langjährigen Jahresschnitt zur Strecke gebracht, so waren das 19 Jahre später bereits 467.000, Tendenz steigend wie das Rekordergebnis von 2008/09 mit 647.000 toten Schweinen verdeutlicht. Gründe für …

Das könnte Sie auch interessieren:

Deutscher Jagdschutzverband: Fallenjagd ist "Nutzung natürlicher Ressourcen"
Deutscher Jagdschutzverband: Fallenjagd ist "Nutzung natürlicher Ressourcen"
In einem aktuellen Positionspapier zur Fallenjagd spricht der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) in diesem Zusammenhang von "Nutzung natürlicher Ressourcen". Widerspruch zur Fallenjagd kommt inzwischen nicht nur vom Deutschen Tierschutzverband und von ökologischen Jagdgruppierungen, auch viele Natur- und Umweltschutzverbände, darunter NABU und BUND distanzieren …
Jagdreform Hessen: Neues Bündnis fordert mehr Tierschutz
Jagdreform Hessen: Neues Bündnis fordert mehr Tierschutz
… wir eine jagdfreie Zeit von Januar bis September für alle Tiere, eine ganzjährige Schonzeit für Fuchs, Dachs, Waschbär und Co. und das Verbot der Fallenjagd. Der vorliegende Entwurf einer Jagdverordnung ermöglicht es weiterhin, Tiere Verwertungsgebot (als Nahrungsmittel) und ohne wissenschaftlich belegte ökologische Erfordernis zu töten. Das ist weder …
Der Jagd ein Gesicht geben - die Natur kommt ohne Fallen aus
Der Jagd ein Gesicht geben - die Natur kommt ohne Fallen aus
Im Gegensatz zum Ökologischen Jagdverband und von Naturschutzverbänden hält der Deutsche Jagdschutzverband die Fallenjagd in Deutschland für unverzichtbar, um den Bestand selten gewordener Bodenbrüter und Kleinsäuger vor Räubern zu sichern. Wildtierschutz Deutschland und etwa 20 weitere Organisationen aus dem Tier- und Naturschutz, welche kürzlich die …
Bild: Hessisches Jagdgesetz - CDU und FDP missachten Wissenschaft und GrundgesetzBild: Hessisches Jagdgesetz - CDU und FDP missachten Wissenschaft und Grundgesetz
Hessisches Jagdgesetz - CDU und FDP missachten Wissenschaft und Grundgesetz
… Forderung des Landesjagdverbandes Hessen. Weder sind die Interessen einer breiten Bevölkerungsschicht, welche die Jagd und insbesondere Jagdmethoden wie die Bau- oder die Fallenjagd ablehnt, berücksichtigt, noch die Interessen des Tierschutzes. 2. Jagdgesetz fördert die Tierqual - CDU Hessen: "Ihre Vorwürfe, das Jagdgesetz befördere die „Tierqual“, ist …
IGNORO 2011 für hessische Umweltministerin Puttrich
IGNORO 2011 für hessische Umweltministerin Puttrich
… angemessenen Anhörung der Expertengruppen kam. Somit bleiben dem Land Hessen in Zukunft u.a. der Haustierabschuss sowie die tierquälerische und für die Bevölkerung gefährliche Fallenjagd erhalten. Das politische Handeln wider jede Expertenmeinung hat zur Konsequenz, dass sowohl Tierleid als auch eine weitere Zerstörung ökologischer Systeme durch die …
Kein gesellschaftlicher Konsens hinsichtlich des Jagdrechts
Kein gesellschaftlicher Konsens hinsichtlich des Jagdrechts
… unveränderte Jagdrecht bedarf dringend einer Modernisierung. Insbesondere aus ökologischer Sicht und aus der Sicht des Tierschutzes ist es anachronistisch geworden. Jagdpraktiken wie die Fallenjagd oder die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Füchsen und Enten widersprechen dem hohen Stellenwert, den der Tierschutz heute im Grundgesetz und im öffentlichen …
Deutscher Jagdschutzverband für die Fallenjagd im Siedlungsbereich
Deutscher Jagdschutzverband für die Fallenjagd im Siedlungsbereich
Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) bekräftigte kürzlich mit einem Eckpunktepapier sein Festhalten an der umstrittenen Fallenjagd. In einer ersten Kontra-Position legte Wildtierschutz Deutschland bereits dar, dass die Fallenjagd und generell die Jagd auf Beutegreifer wie Marder, Waschbär, Fuchs und Dachs keineswegs zum Artenschutz beiträgt. So unter …
Jagdverordnung Hessen - Jäger glänzen durch Inkompetenz
Jagdverordnung Hessen - Jäger glänzen durch Inkompetenz
… Kauertz, Vorstand von Wildtierschutz Deutschland e.V. "Wir sprechen da hessenweit gerade einmal von etwa 400 Tieren jährlich, denen künftig nicht mehr vornehmlich mittels Fallenjagd nachgestellt werden darf. Das sind weit weniger als ein Prozent aller in Hessen getöteten Beutegreifer." Für Wildtierschutz Deutschland ist der Umstand, dass überhaupt noch …
Werden tierschutzkonforme Änderungen der Jagdgesetze jetzt Mainstream?
Werden tierschutzkonforme Änderungen der Jagdgesetze jetzt Mainstream?
B90/Die Grünen scheinen es ernst zu meinen. Im Saarland sieht ein Gesetzentwurf zum neuen Landesjagdrecht die Abschaffung des Haustierabschusses, der Fallenjagd und der Baujagd vor. Eine erfolgreiche Schonzeit für Füchse wurde bereits eingeführt. Ebenso steht die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Füchsen und Enten auf der Streichliste. Die Bundesgrünen …
Waschbär - Jagd hat vollkommen versagt
Waschbär - Jagd hat vollkommen versagt
Gau-Algesheim - 10. Februar 2014 Der Deutsche Jagdverband ruft seine Kleintierjäger zur verstärkten Fallenjagd auf Waschbär und Marderhund auf. Dabei suggeriert der Verband der Öffentlichkeit, der Waschbär stelle die größte akute Gefahr für das Fortbestehen von Sumpfschildkröte und Graureiher in Deutschland dar ! "Seit Jahren diskreditiert der Deutsche …
Sie lesen gerade: Hessen forciert die Fallenjagd