(openPR) In den 80er Jahren hatten Millionen Menschen Hunde – gekonnt haben die eher nichts. Sitz, Platz, Pfui: alles Fehlanzeige. So war das eben, man machte wenig Aufhebens um seinen Vierbeiner. Er lief einfach irgendwie so mit, bekam Essensreste und einen Platz auf dem Sofa. Heute ist das anders. Meistens jedenfalls.
Heute begegnet man kleinen Gruppen mit ihren Vierbeinern im Witthausbusch und beobachtet, wie hartnäckig Abrufen trotz Ablenkung durch Ziegen und Kaninchen geübt wird. Oder trifft auf Hunde- und Halter-Rudel im Rhein-Ruhr-Zentrum, die das Bleiben vor dem Ladenlokal trainieren und ausprobieren, wie man möglichst stressfrei an Familien mit kleinen Kindern vorbeikommt. Natürlich singen viele Jogger und Walker ein ganz anderes Lied. Nämlich das von den Hunden, die bellend in ihren Weg springen oder gerne die Walking-Stöcke als Kauknochen hätten. Das gibt es auch – aber tendenziell sind Hunde doch ziemlich gut erzogen, fressen extra für sie aufbereitetes Frischfleisch und vergnügen sich mit geflochtenen Lammsehnen. Die sind nämlich gut für die Zähne.
Was also hat sich eigentlich verändert? Fragen wir Melanie Heinrichsen, die als Hundetrainerin und Autorin viel Erfahrung mit den Vierbeinern und ihren Besitzern hat und ganz aktuell eine eigene Hundeschule in Mülheim/Duisburg eröffnet hat:
? Warum legen wir heute offensichtlich solch einen Wert darauf, dass der Hund hört?
! Früher hatte ein Hund eher die Funktion des Wachhundes oder maximal des Spielgefährtens für die Kinder. Heute erfüllt der Vierbeiner viel mehr: Er ist Weggefährte, Familienmitglied und bester Freund. Da es immer mehr Regeln und Auflagen für unsere Vierbeiner gibt, ist es wichtig, dass ein Hund einen gewissen Grundgehorsam besitzt. Außerdem gibt es immer mehr Hunde auf zunehmend engem Wohnraum. Ein Hund, der laut bellend auf andere Menschen oder Hunde zustürmen will und dem Nachbarskind Angst macht, ist keine Freude.
? Du hast gerade eine Hundeschule eröffnet. Was bietest du da an?
! Ich biete die komplette Grunderziehung: Vom I-Dötzchen über die Rabauken bis hin zum erwachsenem Hund. Auch ein ausgewachsener Hund kann noch dazu lernen. Und dessen Besitzer übrigens auch. Jeder Hund will gefordert sein, deshalb biete ich zahlreiche Sport- und Beschäftigungskurse an wie z.B. Trickdog, Fun-Agility oder Frisbee. Mein besonderes Steckenpferd ist das Longiertraining mit dem Hund. Als eine von drei Autorinnen habe ich dazu 2010 ein Buch veröffentlicht: „Longiersport für Hunde – Runde für Runde die Bindung vertiefen“ im KOSMOS Verlag.
? Und warum geht das nur in einer Hundeschule? Schafft man das nicht allein?
! In einer Hundeschule wird man professionell angeleitet und erhält Tipps, auf die man selbst u.U. nicht gekommen wäre. Einen gewissen Grundgehorsam kann man seinem Hund sicher auch selbst beibringen. Aber die Kontakte in der Gruppe für Mensch und Tier, die Anleitung, der Austausch und die Ablenkung durch die anderen Hunde und Besitzer – das alles kriegt man alleine eben nicht hin. Das Miteinander mit Gleichgesinnten macht die Hundeschule nicht nur zu einem Training, sondern zu einem Hobby.
? Mit welchen Erwartungen kommen die Hundehalter zu Dir?
! In meine Hundeschule kommen vor allem Hundehalter, die einen gut erzogenen Familienhund haben möchten. Der Vierbeiner soll sich problemlos in den Alltag integrieren und gleichzeitig ausgelastet und zufrieden sein. Das zuverlässige Abrufen und das Leinelaufen beschäftigen die meisten Hundehalter. Deshalb biete ich z. B. regelmäßig Leinenspaziergänge an, in denen mal nicht Spielen und Freilaufen im Vordergrund stehen, sondern das ordentliche Laufen an der Leine – und das in einer Gruppe mit vielen fremden Vier- und Zweibeinern.
? Es gibt so viele Hundeschulen, ist es nicht mutig, noch eine zu eröffnen?
! Hundeschulen gibt es wie Sand am Meer, daher ist es auch immer wichtig für Hundehalter, sich die Schule genau anzusehen. Ich selbst habe in der Mülheimer Hundeschule Minkner gearbeitet. Als diese nun an den Niederrhein gezogen ist, habe ich kurz entschlossen meine eigene Hundeschule eröffnet – und ich bereue es nicht!
? Gibt es irgendwelche Besonderheiten bei Dir?
! Es gibt hier in der Gegend kaum Schulen mit Hundeplätzen. Ich kann ein solches Trainingsgelände und entsprechend vielfältige Kurse bieten und merke, dass das gut und gerne angenommen wird. Mir ist es wichtig, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen. Deshalb biete ich Einzelstunden und Gruppentrainings an und durchaus Außergewöhnliches wie einen Leinenspaziergang. Die jüngsten Hundebesitzer sind mir ebenfalls sehr wichtig: Es gibt Familien-Teamkurse und spezielle Kinderkurse in den Ferien. Und immer wieder gucke ich über den eigenen Tellerrand und engagiere Referenten, die zum Beispiel Sportarten anbieten, die ich selbst nicht unterrichte.
Ein abschließender Tipp an Hundehalter, bitte:
Bei Kindern sagt man: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Bei Hunden muss es heißen: Wenn ein Hund irgendwie schräg ist, liegt es meist am Besitzer ...
Hundeschule Heinrichsen
Mühlenstraße 237
45475 Mülheim an der Ruhr
Tel.: 01 78 – 15 40 62 0
www.hundeschule-heinrichsen.de
Hundeplatz:
Theodor-Heuss-Straße / Lindnerstraße
47167 Duisburg

















