(openPR) Mönchengladbach, 23.02.2011. Während sich die Umsatzentwicklung in der digitalen Industrie von der Wirtschaftskrise erholt, wachsen auch wieder die Möglichkeiten für Garantiebetrüger, sich auf Kosten von Anbietern zu bereichern. Branchenübergreifend verringert Garantiebetrug laut Schätzungen (PriceWaterhouseCoopers/AGMA) die Unternehmenseinnahmen durchschnittlich um drei bis fünf Prozent. Dabei sind besonders Anbieter von Hardware und Unterhaltungselektronik von diesen kriminellen Aktivitäten betroffen. Wirtschaftliche Schäden gehen weit über den Wert der Waren und Leistungen hinaus, die Garantiebetrüger durch fingierte Garantie- und Gewährleistungsansprüche erhalten. „Verstärkt werden so ergaunerte Produkte anschließend auf grauen Märkten per Internet verkauft. Diese illegalen Verkäufe schädigen direkt Vertrieb und Umsätze betroffener Anbieter“, berichtet Jörn Weber, Geschäftsführer der corma GmbH, die auf analytische Ermittlungsarbeit für die Aufklärung derartiger Betrugs- und Wirtschaftsdelikte spezialisiert ist.
So beklagt Cisco, Anbieter von Netzwerk-Lösungen für das Internet, immer wieder Schäden durch Garantiebetrüger, die nach Unternehmensangaben jeweils Verluste in bis zu zweistelliger Millionenhöhe verursacht haben. Für den jüngsten Fall errechnet Cisco einen Schaden von 21 Millionen Dollar. Insgesamt drei überführte Täter wurden in den USA zu Gefängnisstrafen von vier, neun und 12,5 Jahren verurteilt. Ihre Vorgehensweise zeigt, wie Garantiebetrüger den Service von IT-Anbietern typischerweise missbrauchen: Laut Gerichtsurteil präsentierten die Täter unrechtmäßige Gewährleistungsansprüche im Rahmen des Smartnet-Kundendienstes, mit dem Cisco besondere Service-Leistungen gewährt. So erhalten Endkunden von Cisco Ersatzteile, ohne vor deren Erhalt die fehlerhaften Teile zurücksenden zu müssen. Die Täter missbrauchten diesen Service, indem sie aufgrund fingierter Service- und Garantieansprüche unrechtmäßig Cisco-Produkte bestellten, die ihnen umgehend zugesendet wurden. Der damit für den Anbieter verursachte Primärschaden erhöhte sich noch dadurch, dass die Garantiebetrüger den Verkauf der Ersatzteile auf dem grauen Markt organisierten. Dafür fingierten die Täter mehr als 50 Unternehmensnamen und Empfängeradressen, über die sie von Cisco in hohem Umfang und über einen Zeitraum von mehr als zweieinhalb Jahren (bis Juli 2005) Ersatzteile von Cisco per Post empfingen.
„Der Umfang von Garantiebetrug und damit einher gehende Verluste werden nach unserer Erfahrung weithin unterschätzt“, kommentiert Jörn Weber. Speziell die digitale Industrie sei von diesem speziellen Betrugsdelikt bedroht, weil — wie im Fall Cisco — von den Kunden erwartete Service-Leistungen für hochwertige technische Produkte zwangsläufige Türöffner für Missbrauch und Betrug seien.
Laut Jörn Weber unterscheiden sich die Ermittlungsansätze bei der Aufklärung von Garantiebetrug, je nach dem ob die Spurensuche eher zu Vertriebs- und Service-Partnern oder zu Firmenkunden eines betroffenen Anbieters führt. „Als Gemeinsamkeit zeigt sich jedoch in allen uns bekannten Fällen, dass einzelne Mitarbeiter fehlende Kontrollmechanismen bei ihren Arbeitgebern für Garantiebetrug ausnutzen“, ergänzt der Spezialist für Betrugsanalysen.
IT-Unternehmen empfiehlt er, ihre Risiken für den Missbrauch von Geschäftsprozessen für Garantiebetrug genau zu analysieren: „Daraufhin lassen sich Hypothesen anstellen wie ein potentieller Täter vorgehen würde. Erfahrene analytische Ermittler sind in der Lage, die für Garantiebetrug typischen Muster in den Unternehmensdaten zu finden, um so den Tätern auf die Spur zu kommen.“ Jörn Weber gibt auch den Rat, Monitoring-Systeme zur Früherkennung von Garantiebetrug einzurichten: „So lassen sich größere wirtschaftliche Verluste bei Umsatz und Gewinn präventiv verhindern.“
Weitere Informationen:
www.garantiebetrug.de
Service blues - Effectively managing the multi-billion dollar threat from product warranty and support abuse: Studie von PriceWaterhouseCoopers und AGMA (Alliance for Gray Market and Counterfeit Abatement)
Webinare der corma GmbH zum Thema Garantiebetrug:
Dieses Webinar zeigt Wege auf, die Risiken für Garantiebetrug und mögliche Schwachstellen in Geschäftsprozessen genau zu untersuchen. Teilnehmer erfahren, welche spezifischen Muster mögliche Täter bei ihrer Vorgehensweise zwangsläufig hinterlassen und wie diese sichtbar gemacht werden können. Ferner wird vermittelt, wie man mit Hilfe von Audits beim Service-Provider prüft, ob hinter bestimmten Auffälligkeiten tatsächlich betrügerische Transaktionen oder andere Ursachen stehen. Teilnehmer erfahren Näheres über den hohen Return on Investment, der sich durch professionelle Aufklärung von Garantiebetrug ergibt.
Deutsches Webinar: am Donnerstag, den 14. April 2011, von 17:00 bis 18:00 Uhr MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Interessenten können ihre Teilnahme unter dem folgenden Link anmelden:
https://www3.gotomeeting.com/register/812287462
Englisches Webinar: Mittwoch, den 13. April 2011, von 17:00 bis 18:00 Uhr, MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit). Interessenten können ihre Teilnahme unter dem folgenden Link anmelden: https://www3.gotomeeting.com/register/503962606















